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Der erwachte Riese
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SC Borgfeld: Erfolg nach Plan

Stefan Freye 12.07.2018 0 Kommentare

Bundesliga, wir kommen: Die erfolgreichen B-Junioren des SC Borgfeld, die gerade den Aufstieg in die höchste Spielklasse ihrer Altersstufe gefeiert haben.
Bundesliga, wir kommen: Die erfolgreichen B-Junioren des SC Borgfeld, die gerade den Aufstieg in die höchste Spielklasse ihrer Altersstufe gefeiert haben. (Christian Markwort)

Es gibt Fragen, die muss man eigentlich gar nicht stellen. Weil die Antwort sowieso bekannt ist. So ist es völlig unsinnig, Thomas Kaessler nach der aktuellen Stimmung beim SC Borgfeld zu fragen. „Sie ist extrem gut“, sagt der 1. Vorsitzende des Vereins. Kein Wunder: Nicht weniger als fünf Fußballmannschaften des SCB gelang zuletzt der Aufstieg. Einige der Borgfelder Kicker mischen nun überregional mit, manche sogar auf höchster Ebene – und die 1. Herren tritt endlich in der Bremen-Liga an.

Der Klang des SC Borgfeld wird zukünftig eine andere Farbe haben. Er zählt nun zu den exponierten Vereinen im Bremer Fußball, denn auf einen Schlag hat sich eine Menge verändert. Thomas Kaessler bezeichnet als „glückliche Fügung“, was in den vergangenen Wochen passierte. Erwartet hat er es in dieser Form nicht. Wer konnte auch damit rechnen, dass nach der 1. Herren (Bremen-Liga) auch die 2. Herren (Bezirksliga) und die 3. Herren  aufsteigen würden? Dass zeitgleich die A-Junioren (Regionalliga Nord) den Sprung aus der Verbandsliga schaffen und die B-Junioren sogar in die Bundesliga Nord/Nordost gehen würden?

Es begann zur Jahrtausendwende

Vor rund drei Jahren hatten die Verantwortlichen mal einen Plan gemacht. Er betraf die kommenden fünf Jahre. Innerhalb dieser Zeit sollte die 1. Herren in die höchste Bremer Spielklasse vorstoßen, und es sollte ein Unterbau geschaffen werden: mit einer guten 2. Herren und starken Jugendmannschaften. Dieser Plan wurde nun bereits realisiert – und er ist übererfüllt. Kaesslers Hinweis auf eine glückliche Fügung bezieht sich allerdings nur auf den Zeitpunkt, auf die fünf Aufstiege innerhalb weniger Wochen. In Borgfeld wissen sie nämlich sehr genau, über welches Potenzial der Verein mittlerweile verfügt.

Es begann zur Jahrtausendwende, mit einem großen Baugebiet. Führte der Weg zur Sportanlage am Wümmedeich früher durch Felder und Wiesen, durchquert er mittlerweile zahllose Einfamilienhäuser. Seit knapp 20 Jahren gilt die Borgfelder Idylle nämlich als richtig gute Alternative. Innerhalb weniger Jahre wuchs die Einwohnerzahl des einst so dörflichen Ortsteils etwa auf das Doppelte an. Mittlerweile wohnen dort rund 9000 Menschen – und das blieb natürlich nicht ohne Folgen für den ansässigen Verein. „Unsere Mitgliederzahl ist in den vergangenen gut 15 Jahren von 300 auf 800 gestiegen“, sagt Thomas Kaessler.

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Und weil der SCB vor allem Kinder und Jugendliche rekrutieren konnte, gilt er seit langem als schlafender Riese. Denn mit der Quantität wächst auch die Qualität der Fußballer – so sie denn entsprechend gefördert wird. „Wir haben seit langem eine breite Basis, aber wir mussten auch den Trainerbereich ausbauen“, erinnert sich Thomas Kaessler. Jürgen Brandt ist einer der Übungsleiter, die den Borgfelder Boom begleiteten. Er trainierte zahlreiche Jugendmannschaften und war zusammen mit Jens Ahlers auch einige Jahre für die 1. Herren zuständig.

„Die Situation heute ist auch das Ergebnis der Arbeit vieler Jahre“, sagt Brandt, der noch immer unterschiedliche Funktionen im Verein ausfüllt. Er hält den Aufstieg der 1. Herren für „überfällig“ und lobt Trainer Ugur Biricik, unter dem nun endlich der Sprung in die Bremen-Liga gelang. Mindestens genauso gut gefällt Jürgen Brandt aber, was Lutz Repschläger in den vergangenen Jahren vollbrachte. „Er hat hervorragende Arbeit geleistet“, sagt der Borgfelder über den Trainer der 2. Herren.

Am Bezirksligaaufsteiger wird die Entwicklung des SCB besonders deutlich: Dort treten überwiegend junge Spieler an, die das Fußballspielen in Borgfeld gelernt haben. Sie sollen langsam an das Niveau der 1. Herren herangeführt werden. In der Bezirksliga geht das ganz gut. Die 2. Herren ist allerdings auch ein Gegenentwurf zum B-Juniorenteam, dem frischgebackenen Bundesligisten. „Dort treten weniger Borgfelder an“, sagt Jürgen Brandt. Er will das nicht als Kritik verstanden wissen. Es ist eine Feststellung.

Zukünftig stellen sich andere Fragen

Aber mit diesem Hinweis wird deutlich, dass es schon ein Thema ist, wie Burak Bahar sein Team aufstellte. Denn dem B-Juniorencoach – in den vergangenen Monaten auch für die A-Jugend verantwortlich – gelang der Aufstieg mit einer ganzen Reihe von externen Spielern. „Das ist eine Diskussion, die den Verein bewegt“, bestätigt Thomas Kaessler. Ein Konfliktpotenzial vermag er nicht zu erkennen: „Der SC Borgfeld wird immer beides anbieten, Leistungs- und Breitensport.“ Der Aufstieg in die B-Juniorenbundesliga, der höchsten deutschen Spielklasse dieser Altersgruppe, sei aber nur mit den besten Spielern eines Jahrgangs zu machen – und deshalb habe man das Team verstärken müssen.

Für Kaessler stellen sich zukünftig ganz andere Fragen. Mit den Aufstiegen ist schließlich nicht nur eine durchweg gute Stimmung verbunden, sondern auch die ein oder andere Herausforderung. So werden die Verantwortlichen in den kommenden Wochen gut überlegen müssen, wie sie alle Fußballer und Fußballerinnen auf den Plätzen der Sportanlage unterbringen.

Die 23 Jugendteams, sieben Herren- und Seniorenmannschaften sowie drei Frauenaufgebote summieren sich schließlich auf 33 Trainingsgruppen. Da dürfte es eng werden auf den drei großen Plätzen und den zwei Kleinfeldern – zumal die Ansprüche angesichts diverser neuer Ligen vermutlich steigen werden. „Wir freuen uns alle, aber es gibt auch ein paar Fragezeichen“, sagt Thomas Kaessler.


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Leserkommentare
Michalek am 20.10.2019 17:37
Schüler brauchen keine Erhebungen und sie sollten nicht als Versuchskaninchen herhalten müssen.

Grundschüler brauchen Unterricht, der ...
aguahorst am 20.10.2019 16:55
In der Nähe von Wilhelmshaven baut man neue Kavernen, um damit Geld zu verdienen. In Bremen will man sie verfüllen und stilllegen.....was passiert ...