Körperverletzung, Diebstähle und Sachbeschädigung 20-Jährige bekommt Bewährungsstrafe

Delmenhorst. Die bösen Folgen ungezügelten Alkoholkonsums bekommt jetzt eine 20-jährige Delmenhorsterin zu spüren: Die junge Frau mit Realschulabschluss wurde gestern wegen mehrerer Fahrraddiebstähle, der Sachbeschädigung an einem Bank-Schaufenster sowie Körperverletzung und Beleidigung eines zur Tatzeit ebenfalls angetrunkenen Passanten vom hiesigen Jugendschöffengericht zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und sechs Monaten verurteilt. Dabei berücksichtigten die Richter eine Vorstrafe von einem Jahr, die gegen die Angeklagte ebenfalls wegen zahlreicher Alkoholdelikte im November vergangenen Jahres verhängt worden war.
19.01.2010, 15:21
Lesedauer: 2 Min
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Von Helmuth Riewe

Delmenhorst. Die bösen Folgen ungezügelten Alkoholkonsums bekommt jetzt eine 20-jährige Delmenhorsterin zu spüren: Die junge Frau mit Realschulabschluss wurde gestern wegen mehrerer Fahrraddiebstähle, der Sachbeschädigung an einem Bank-Schaufenster sowie Körperverletzung und Beleidigung eines zur Tatzeit ebenfalls angetrunkenen Passanten vom hiesigen Jugendschöffengericht zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und sechs Monaten verurteilt. Dabei berücksichtigten die Richter eine Vorstrafe von einem Jahr, die gegen die Angeklagte ebenfalls wegen zahlreicher Alkoholdelikte im November vergangenen Jahres verhängt worden war.

Wie der Verteidiger gestern dem Gericht mitteilte, steht seine Mandantin inzwischen weitgehend mit leeren Händen da. Zwar habe die junge Frau im vergangenen Herbst eine zweiwöchige Entgiftung in einem Delmenhorster Krankenhaus erfolgreich abgeschlossen. Und auch das Drogenprojekt 'drob at home' sei bereit, die mitwirkungswillige 20-Jährige in sein Programm aufzunehmen. Doch vor dem angestrebten Start ins Berufsleben türmten sich für sie enorme Probleme. Da die 20-Jährige bereits einen einjährigen Gefängnisaufenthalt hinter sich habe, sei es extrem schwierig, für sie einen Ausbildungsplatz zu finden. 'Viele Bewerbungen laufen, eine positive Antwort ist noch nicht darunter', räumte der Verteidiger ein. Der Jurist ist seit mehr als zwei Jahren auch zum Berufsbetreuer der alkoholkranken jungen Frau bestellt, die sich schon deshalb wöchentlich bei ihm sehen lassen muss, weil er ihr bei diesen Treffen das Taschengeld zuteilt. Seine Mandantin sei im Gespräch sehr offen, betonte der Anwalt

gestern. Dies bestätigte auch die Bewährungshelferin, die sich seit der Verurteilung vom November ebenfalls darum bemüht, eine positive Entwicklung der jungen Frau zu fördern.

Einwöchige Zwangshaft abgesessen

Schon allein wegen ihres angeschlagenen Rufes dürfte es der 20-Jährigen nicht leicht fallen, sich in Zukunft in Delmenhorsts Öffentlichkeit unauffällig zu bewegen. Unter den hiesigen Polizisten sowie den städtischen Ordnungskräften sei sie wegen ihres aggressiven und beleidigenden Verhaltens gefürchtet, hieß es gestern. Auf Einsicht hatten die Ordnungskräfte in der Vergangenheit zudem nicht setzen können. So hat die 20-Jährige noch Anfang Januar eine einwöchige Zwangshaft abgesessen, weil sie sich an Aufenthaltsverbote am Delmenhorster Bahnhof nicht gehalten hat.

Auch gestern räumte die 20-Jährige ein, dass womöglich noch mit einem weiteren Verfahren zu rechnen sei, da es in der Weihnachtsnacht zu einer tätlichen Auseinandersetzung gekommen sei. Doch trotz dieser Negativ-Nachricht setzten die Richter auf die erkennbaren positiven Aspekte, und wohl auch auf das Prinzip Hoffnung. 'Die schlimmsten Zeiten, in denen die Angeklagte als hilflose Person betrunken auf der Straße aufgefunden wurde, sind wohl vorbei', so der Vorsitzende Richter in seiner Urteilsbegründung. Zugleich verwies er auf den 21. Geburtstag der jungen Frau, der in zwei Monaten anstehe. Danach werde es bei Straftaten nur noch zur Anwendung des härteren Erwachsenenstrafrechtes kommen, stellte er klar. So gesehen erhalte die Angeklagte nun tatsächlich eine 'letzte Chance'.

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