Hanse-Wissenschaftskolleg legt Jahresbericht für 2011 vor / „Fellows“ gehen zunehmend auch an die Schulen 67 Gast-Wissenschaftler aus 19 Ländern

Vorträge, Fotos und Informationen auf 138 Seiten: Das Hanse-Wissenschaftskolleg (HWK) in Delmenhorst hat jetzt seinen Jahresbericht für 2011 vorgelegt. Demnach kamen im vergangenen Jahr 67 Gastwissenschaftler aus 19 Ländern nach Delmenhorst, um eine Zeit lang im HWK zu arbeiten. Die Bedeutung des Instituts zeigt sich laut Rektor Reto Weiler aber auch in Workshops, Vorträgen und öffentlichen Vorträgen, die angeboten wurden.
16.05.2012, 05:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Antje Rickmeier

Vorträge, Fotos und Informationen auf 138 Seiten: Das Hanse-Wissenschaftskolleg (HWK) in Delmenhorst hat jetzt seinen Jahresbericht für 2011 vorgelegt. Demnach kamen im vergangenen Jahr 67 Gastwissenschaftler aus 19 Ländern nach Delmenhorst, um eine Zeit lang im HWK zu arbeiten. Die Bedeutung des Instituts zeigt sich laut Rektor Reto Weiler aber auch in Workshops, Vorträgen und öffentlichen Vorträgen, die angeboten wurden.

Delmenhorst. "Es ist immer ein wunderschöner Tag, wenn wir unseren Jahresbericht in der Hand halten", sagte Reto Weiler, Rektor des Hanse-Wissenschaftskollegs (HWK), gestern in einem Pressegespräch. Denn beim Durchblättern zeige sich, wie reichhaltig ein gesamtes Jahr sei. Eine wichtige "Kennzahl" für die Arbeit der Delmenhorster Einrichtung ist die Zahl der "Fellows" – der Wissenschaftler, die für drei bis zehn Monate im HWK leben, um in Ruhe ihrer Forschungsarbeit nachzugehen. Im vergangenen Jahr waren Wissenschaftler aus 19 Ländern zu Gast. Die Anzahl der Nationen, die vertreten seien, bleibe konstant, sagte Weiler. "Das unterstreicht ganz deutlich unseren internationalen Anspruch."

Die Mehrzahl der Fellows kam aus Deutschland, den USA und Großbritannien, doch es waren auch Wissenschaftler aus Indien, China, Russland, Singapur und der Ukraine in Delmenhorst. Der größte Teil der Fellows beschäftigte sich laut Jahresbericht mit den Sozialwissenschaften, gefolgt von Experten aus der Meeres- und Klimaforschung und den Neuro- und Kognitionswissenschaften. Um am HWK forschen und leben zu können, benötigen die Wissenschaftler eine Empfehlung, anschließend können sie sich bewerben. Etwa 30 Prozent der Bewerber kommen nach Auskunft von Reto Weiler nach Delmenhorst. Dort haben sie die Möglichkeit, ohne ihre sonstigen Verpflichtungen an den Universitäten ihrer Forschungsarbeit nachzugehen. Außerdem halten die Fellows Vorträge und tauschen sich mit anderen Wissenschaftlern im HWK aus. Die gemeinsame Arbeit an interdisziplinären Projekten ist erwünscht: "Wir haben den Anspruch, die Wissenschaftler zusammenzubringen", sagte Weiler. Die Fellows würden zunehmend auch an die Schulen gehen und dort unterrichten. "Das ist eine gute Ausstrahlung unmittelbar nach Delmenhorst hinein." Ein umfangreiches Verzeichnis mit Veröffentlichungen im Jahresbericht gibt Aufschluss über die Forschungsprojekte, die in Delmenhorst vorangebracht worden sind. Es sei ein schönes Ereignis, wenn das HWK ein Buch bekomme, das dort geplant oder verwirklicht worden sei. "Darauf sind wir von der wissenschaftlichen Seite her sehr stolz."

Auch öffentliche Vorträge tragen dazu bei, dass die Öffentlichkeit etwas über die Arbeit des Hanse-Wissenschaftskollegs erfährt. Außer Tagungen und Workshops für Wissenschaftler gab es im vergangenen Jahr eine Serie von Vorträgen zum Thema Vertrauen, die nach Angaben Weilers hervorragend besucht gewesen seien. Menschen aus Wissenschaft, Politik, Wirtschaft, Verwaltung und Kultur zusammenzubringen, ist auch das Ziel regelmäßiger Veranstaltungen wie Neujahrsempfang und Sommerfest. Weiler wies außerdem auf das Projekt "Art in Progress" hin: Im vergangenen Jahr lebten und arbeiteten sechs Künstler in dem Delmenhorster Institut. Dazu gehörte auch Tomás Saraceno, dessen Berliner Ausstellung das Wissenschaftskolleg mit einem Symposium begleitete.

Auf einen Vorstoß der Grünen in Bremen, dass die Finanzierung des Hanse-Wissenschaftskollegs überprüft werden soll, reagierte Reto Weiler mit einer Einladung. "Alle Politiker sind eingeladen, sich bei uns zu informieren." Darüber hinaus wies er darauf hin, dass der Jahresbericht an mehrere hundert Adressaten verschickt werde, unter anderem an die Mitglieder des Delmenhorster Stadtrats. Der Rektor machte deutlich, dass das HWK nicht nur für die Universitäten in Bremen und Oldenburg eine besondere Bedeutung hat. In Deutschland gebe es nur ein weiteres Institut in Berlin, weltweit seien es 25. "Man kann schon ein bisschen stolz darauf sein, dass man diese Institution hat."

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