Besonders starker Anstieg bei Hilfeleistungen / Vermehrt Aufgaben jenseits der Gemeindegrenzen

80 Prozent mehr Einsätze für Feuerwehren

In der Gemeinde Hude sind die freiwilligen Feuerwehren im vergangenen Jahr deutlich häufiger ausgerückt als noch 2011. Insgesamt 136 Einsätze, davon 63 aufgrund von Bränden, bedeuten einen Zuwachs von 80 Prozent. Eine richtige Erklärung für die massive Steigerung hat auch Gemeindebrandmeister Frank Hattendorf nicht.VON UTE WINSEMANN
31.01.2013, 05:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Ute Winsemann

In der Gemeinde Hude sind die freiwilligen Feuerwehren im vergangenen Jahr deutlich häufiger ausgerückt als noch 2011. Insgesamt 136 Einsätze, davon 63 aufgrund von Bränden, bedeuten einen Zuwachs von 80 Prozent. Eine richtige Erklärung für die massive Steigerung hat auch Gemeindebrandmeister Frank Hattendorf nicht.VON UTE WINSEMANN

Hude. Die freiwilligen Feuerwehren in der Gemeinde Hude hatten im vergangenen Jahr deutlich mehr zu tun als noch ein Jahr zuvor. Insgesamt hat sich die Zahl der Einsätze um mehr als 80 Prozent erhöht, von 75 auf 136. Die Zunahme betraf die drei Ortswehren Hude, Altmoorhausen und Wüsting gleichermaßen, und sie verteilte sich auch auf sämtliche Einsatzarten. Einzige Ausnahme sind Alarmierungen durch Brandmeldeanlagen in Wüsting: Davon blieben die dortigen Kameraden sowohl in diesem als auch im vorigen Jahr verschont.

63 Brandeinsätze stehen in der Statistik der Gemeinde, gut die Hälfte mehr als 2011 mit 41. Mehr als verdoppelt haben sich gar die Hilfeleistungen, von 27 auf 61. Und außer in Wüsting gingen selbst Brandmelder deutlich häufiger los, zwölf Mal gegenüber sieben im Vorjahr. Am meisten gefordert waren die Einsatzkräfte in Hude, sie mussten 68 Mal ausrücken, 31 Mal häufiger als 2011. Für die Altmoorhauser Brandbekämpfer waren es immerhin 48 Einsätze, 23 mehr als ein Jahr zuvor, und für die Wüstinger 20 statt 13.

Sommer ohne Hitzewelle

So richtig erklären kann sich Gemeindebrandmeister Frank Hattendorf die massive Steigerung nicht. "Der Sommer war gar nicht so aufregend", meinte er – insbesondere keine Hitzewelle, die etwa vermehrt zu Flächenbränden geführt hätte. Aber irgendwie sei eben doch mehr zu tun gewesen, von "lästigem Tüdelkram", wie mehrfachen Mülltonnenbränden am Bahnhof, bis zu "einigen deftigen Dingen", wie Gebäudebränden. Vor allem aber sei die Feuerwehr öfter zu Verkehrsunfällen gerufen worden, unter anderem daher rührte die besonders starke Zunahme bei den Hilfeleistungen. In dieser Sparte war auch ein besonders außergewöhnlicher Einsatz zu verzeichnen, der zwar aufwendig war, aber für alle Beteiligten glimpflich verlief: Anfang Oktober hatte – wie berichtet – der erste heftige Herbststurm einen Baum auf die Gleise zwischen Hude und Oldenburg geworfen und einen Intercity zum Zwangshalt gezwungen, rund 250 Fahrgäste mussten evakuiert werden.

Einigermaßen spektakulär war auch der Brand eines Hochsilos in Hatten-Tweelbäke Ende November. Neben Feuerwehrleuten aus der Gemeinde Hatten beteiligten sich auch ihre Huder Kameraden an den Löscharbeiten. Solche gemeindeübergreifende Zusammenarbeit ist zugleich der einzige Grund, der Frank Hattendorf für die Zunahme der Einsätze einfällt.

Zwar halfen sich Nachbarn auch früher schon gegenseitig, je nach Größe eines Einsatzes wurden die Wehren aus dem Umkreis hinzugeholt. Doch würden die Wehren öfter auf fremdes Territorium gerufen, seit die Großleitstelle in Oldenburg ihre Arbeit aufgenommen habe, sagte Hattendorf. Vorher habe man doch eher in Gemeindegrenzen gedacht. Aus der Leitstelle heraus werde dagegen mehr darauf geachtet, welches denn das "schnellste Rettungsmittel" sei. Und das könne je nach Lage eines Unglücksfalls eben auch mal aus einer anderen Gemeinde kommen.

Das zu Hatten gehörende Munderloh etwa sei acht Kilometer von der Feuerwehr in Kirchhatten entfernt, aber nur sechs Kilometer von Altmoorhausen. Außerdem sei nicht jede Wehr zu jeder Zeit in gleicher Stärke einsatzbereit – je nachdem, wie viele Mitglieder außerhalb arbeiten. Die durchschnittliche Stärke und die daraus resultierende Einsatzbereitschaft für unterschiedliche Szenarien zu den verschiedenen Tages- und Nachtzeiten seien bei der Großleitstelle hinterlegt, erklärte Hattendorf, auch danach richte sich die Alarmierung. Trotzdem machten die Einsätze außerhalb der eigenen Gemeinde weiterhin nur einen kleinen Teil aus – allein daran könne die Zunahme demnach keinesfalls liegen. "Es war wohl einfach mehr los."

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