Feuerwehr und Katastrophenschutz in Delmenhorst statten Fahrzeuge mit neuer Kommunikationstechnik aus Ab jetzt wird digital gefunkt

Das digitale Zeitalter macht auch vor den Einsatzkräften von Feuerwehr und Katastrophenschutz nicht Halt. Für 160000 Euro wurden nun rund 80 Fahrzeuge von Analog- auf Digitalfunk umgerüstet.
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Ab jetzt wird digital gefunkt
Von Mareike Meyer

Das digitale Zeitalter macht auch vor den Einsatzkräften von Feuerwehr und Katastrophenschutz nicht Halt. Für 160000 Euro wurden nun rund 80 Fahrzeuge von Analog- auf Digitalfunk umgerüstet.

Es ist vollbracht – zumindest fast. Die Umrüstung auf Digitalfunk bei der Delmenhorster Berufsfeuerwehr und dem Katastrophenschutz liegt in den letzten Zügen. Rund 80 Fahrzeuge wurden mittlerweile mit der neuen Technik ausgestattet, nur die Kommunikation der Kräfte am Einsatzort untereinander läuft noch analog.

Schon vor mehr als sechs Jahren hatte die Politik über den Umstieg von Analog- auf Digitalfunk entschieden und dafür etwa 100000 Euro eingeplant. Gekostet hat die Umrüstung nun insgesamt 160000 Euro plus jährlich anfallenden Betriebskosten in Höhe von 26000 Euro. „Die Netzgebühren wurden prozentual auf die Kommunen umgelegt“, erklärte Einsatzleiterin Mariella Cannella, die hauptverantwortlich mit der Umrüstung beauftragt wurde.

An das digitale Netz angebunden sind mittlerweile rund 80 Autos von Feuerwehr, Deutschem Roten Kreuz (DRK), JohanniterUnfallhilfe (JUH), Malteser Hilfsdienst (MHD), Arbeiter-Samariter-Bund (ASB), Deutscher Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG), Rettungsdienst und Technischem Hilfswerk (THW). Den ersten Härtetest durchlief die neue Technik Ende Oktober. „Wir haben während des Orkans Christian digital gefunkt und waren sehr zufrieden mit der Sprachqualität“, sagte Cannella.

Neben einer besseren Qualität durch das Herausfiltern von Hintergrundgeräuschen ist das neue System auch abhörsicher. „Das Signal ist hochverschlüsselt durch ein besonderes System, das man nur sehr schwer knacken kann“, berichtete Feuerwehrchef Thomas Simon. Jedes Funkgerät kann nur in Kombination mit einer speziellen Sicherheitskarte betrieben werden, die notfalls innerhalb weniger Augenblicke gesperrt werden kann. „Außerdem verfügen die Geräte über eine Ortungsfunktion per GPS“, sagte Simon, „sollte also mal eines verloren gehen, finden wir es sehr schnell wieder.“

Die Bedienung der neuen Funkgeräte mussten die Feuerwehrleute erst lernen. Zehn von ihnen wurden als Multiplikatoren an der Niedersächsischen Akademie für Brand- und Katastrophenschutz in Loy bei Oldenburg ausgebildet, um ihren Kollegen auf der Wache die Digitalfunkgeräte zu erklären. Bisher sind fast 150 Einsatzkräfte auf diese Art geschult worden. „Im Prinzip kann jeder, der ein Handy bedienen kann, auch ein Digitalfunkgerät bedienen“, sagte Mariella Cannella. Man könne sogar Textnachrichten verschicken. „Nur die Notruftaste“, ergänzte sie, „weicht vom Handy ab. Die sollte man nicht aus Versehen drücken.“ Das würde den Kollegen signalisieren, dass man in Gefahr ist.

Weitere Vorteile der neuen Technik sind die Reichweite im gesamten Bundesgebiet und die Möglichkeit, Rufgruppen einzurichten. Beim Analogfunk konnte pro Frequenz immer nur eine Person zur Zeit sprechen. „Beim Digitalfunk können vier Kräfte parallel auf einer Frequenz funken und das ohne eine zeitliche Verzögerung“, führte Thomas Simon aus. Das bedeutet in der Praxis, dass zwei getrennte Einsatzorte nun auch im Funkverkehr voneinander abgegrenzt werden können.

Doch noch ist der Einsatzstellenfunk analog. Damit die Rettungskräfte keine zwei Funkgeräte mit tragen müssen, können die neuen Geräte zu diesem Zweck per Knopfdruck umgeschaltet werden. Die komplette Umstellung soll nach den Vorstellungen der Feuerwehr im nächsten Jahr beendet sein.

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