Pfarrei St. Marien Abraham im Mittelpunkt

Die Katholische Gemeinde hat das Programm des Themenmonats „Abraham – unterwegs im Glauben“ vorgestellt. Und sie präsentierte auch das Abrahamszelt, das Treffpunkt für Jung und Alt sein soll.
26.02.2020, 19:13
Lesedauer: 3 Min
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Von Nico Brunetti

Die katholische Kirchengemeinde St. Marien aus Delmenhorst und Ganderkesee hat sich für die nun angebrochene Fastenzeit in diesem Jahr etwas Besonderes ausgedacht. Die kommenden Wochen stehen in den katholischen Kirchen vor Ort unter dem Themenmonat „Abraham“. Insgesamt sind dazu über 30 verschiedene Angebote und Aktionen geplant.

Seit diesem Dienstag ist dafür nun auch das sogenannte Abrahamszelt mitten in der St.-Christophorus-Kirche in Delmenhorst aufgebaut worden, für das sogar einige Kirchenbänke herausgeräumt werden mussten. Das dürfte sicherlich ein gewöhnungsbedürftiger Anblick für den einen oder anderen Gottesdienstgänger sein, weshalb Pastoralreferent Thomas Fohrmann auch um Verständnis bittet. Mit dem großen Nomadenzelt soll dem Fastenzeitprojekt ein Raum gegeben werden: Im Zeichen des Themas „Abraham – unterwegs im Glauben“ soll das in der Zeit vom Mittwoch, 26. Februar, bis zum Donnerstag, 26. März, ein Treffpunkt für Jung und Alt sein.

Demnach finden dort in diesem Zeitraum viele Veranstaltungen statt. Dabei gibt es Angebote wie beispielsweise einen Bastel- und Spielenachmittag „Den Sternen auf der Spur“ für Kinder ab sieben Jahren (Sonnabend, 14. März, von 14 bis 16.30 Uhr), aber vor allem soll das Zelt auch für ein religionspädagogisches Angebot für Kitas und Grundschulen genutzt werden. Gleich dreimal wird deswegen auch die Kita St. Christophorus ins Zelt kommen (2. März, 6. März und 25. März), den ersten Besuch gibt es von der Marienschule bereits an diesem Donnerstag, 27. Februar. Außerdem sind verschiedene Gesprächsabende für Erwachsene im Zelt geplant. So sind unter anderem die Kolpingfamilie (4. März, ab 18 Uhr) oder ein offener Frauentreff (18. März, ab 19.30 Uhr) im Zelt zu Gast.

Eine Gestalt, die Religionen vebrindet

Ausgegangen ist die Idee von Pastoralassistentin Jessica Grud. Sie dachte allerdings vorwiegend an Kita-Kinder und Schüler. Fohrmann regte dann an, auch Veranstaltungen für Erwachsene zu organisieren und ging gemeinsam mit Grud in die Planung. „Wir konnten uns dann eine schwarze Jurte ausleihen und haben sie im Stile Abrahams gestaltet“, erklärt sie. Damit die 20 bis 30 Personen im Zelt gut zusammensitzen können, verzichten sie auf besonders viel Inventar. „Das haben wir auf ein Minimum runtergefahren.“ Grud war es übrigens auch, die sich das Thema des Projektes überlegt hat. „Zumeist wird Jesus als Erstes bespielt. Ich dachte mir dann: Es wäre doch mal schön, was aus einem anderen Fundus, aus dem Alten Testament zu haben“, erklärt Grud. Die Themenwahl gefällt auch Guido Wachtel, Pfarrer der katholischen Gemeinde: „Abraham hat den Titel ‚Vater der Glaubenden‘. Es ist eine Gestalt, die Religionen verbindet“, sagt er.

Dementsprechend drehen sich auch viele der Veranstaltungen um den Stammvater Israels. Bei einer Guten-Laune-Aktion erfahren Kinder etwa mehr über Abraham, wenn das Zelt zu einem Escape Room umgewandelt wird. „Wir dramatisieren, wie Abraham in Ägypten ist. Und die Kinder müssen sich rausrätseln“, skizziert Grud die Idee hinter dem Angebot. Abgesehen von den Veranstaltungen im Zelt in St. Christophorus soll es aber auch immer sonntags um 16 Uhr Fastenpredigten in der Kirche Allerheiligen zum Thema Abraham geben – auch mit einem interreligiösen Blick auf Judentum, Christentum und Islam. Daher wird unter anderem auch Rabbinerin Alina Treiger von der Jüdischen Gemeinde Delmenhorst eine Fastenpredigt halten. In allen sechs katholischen Kirchen in Delmenhorst und Ganderkesee werden außerdem thematisch entsprechende Gottesdienste angeboten. An diesem Sonntag, 1. März, werden ab 18.05 Uhr außerdem in St. Christophorus „Musikalische und literarische Impressionen zur Abrahamserzählung“ von Organist Norbert Müller und Thomas Fohrmann präsentiert. „Wir erhoffen uns, dass wir die Leute auf unterschiedliche Art und Weise ansprechen“, sagt Pastor Guido Wachtel.

Entdeckungstour durch die Kirchen

Zusätzlich zum Abraham-Themenmonat plant die katholische Gemeinde außerdem für Sonntag, 15. März, eine „Tour de Marien“ – einen Ausflugs- und Entdeckungstag durch die sechs Kirchen in Delmenhorst und Ganderkesee sowie die Kapelle des Hildegardstiftes in Groß Ippener. Nach den Sonntagsgottesdiensten gibt es in allen Kirchen bis 16 Uhr kleinere Aktionen wie ein Quiz, eine Führung oder auch Gesang, die Ehrenamtliche vorbereitet haben. Gebäck und Getränke stehen überall zur Verfügung, im Hildegardstift ist auch ein Mittagessen möglich.

An den einzelnen Stationen können die Teilnehmer außerdem Pilgerstempel sammeln und dadurch bei einer Verlosung beim Pfarrfest im September mitmachen. Für alle, die keine Möglichkeit haben, selbst mit Auto, in Fahrgemeinschaften oder mit dem Fahrrad die einzelnen Stationen anzufahren, ist auch ein Hop-On-Hop-Off-Kleinbus eingerichtet worden, der regelmäßig die Kirchen anfährt. Mit der „Tour de Marien“ sollen Gemeindemitglieder ihre Kirchen neu erleben sowie Interessierte die katholische Kirche entdecken können.

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