Adelheider Glücksritter haben die Nase vorn

Am Tag nach dem Faschingsumzug waren insbesondere die Gruppen, die am Umzug teilgenommen haben, wieder in Scharen ins Festzelt gepilgert, um die Prämierung der besten Fußgruppen, Fußgruppen mit Mottowagen und Festwagen zu verfolgen. In der Konkurrenz der Festwagen machen zwar die Adelheider, der Ortsverein Schlutter-Holzkamp-Hoyerswege und der TSV Grüppenbühren seit Jahren die Sieger unter sich aus, aber auch die Bergedorfer Faschingsfreunde, der Hausmänner-Stammtisch und die Landjugend Sandersfeld bauen längst konkurrenzfähige Wagen und hätten den Sieg einmal verdient.
27.02.2017, 00:00
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Adelheider Glücksritter haben die Nase vorn
Von Jochen Brünner

Am Tag nach dem Faschingsumzug waren insbesondere die Gruppen, die am Umzug teilgenommen haben, wieder in Scharen ins Festzelt gepilgert, um die Prämierung der besten Fußgruppen, Fußgruppen mit Mottowagen und Festwagen zu verfolgen. In der Konkurrenz der Festwagen machen zwar die Adelheider, der Ortsverein Schlutter-Holzkamp-Hoyerswege und der TSV Grüppenbühren seit Jahren die Sieger unter sich aus, aber auch die Bergedorfer Faschingsfreunde, der Hausmänner-Stammtisch und die Landjugend Sandersfeld bauen längst konkurrenzfähige Wagen und hätten den Sieg einmal verdient. In diesem Jahr aber hatten wieder einmal die Adelheider unter der Leitung von Andre Lintelmann und Steffen Pitzschler mit ihrem Motto „Wild West Casino“ die Nase vorn.

Auch wenn das Rennen auf den Plätzen zwei bis sechs sehr eng gewesen sei, hätten alle sechs Juroren unabhängig voneinander die Adelheider auf Platz eins gesetzt, sodass der Sieg mit deutlichem Abstand ausgefallen sei, berichtete Jury-Sprecher Dirk Wieting. Zweifellos war der Wagen, der unter anderem mit einem großen Roulette-Rad und einem Spielautomaten geschmückt war und von einer roten Lokomotive gezogen wurde, einer der originellsten Festwagen, die bislang überhaupt um den Ring gezogen sind. Angesichts der Tatsache, dass ja auch die Faschingseröffnung bereits in Adelheide stattgefunden hat, gab Frühschoppen-Moderator Gerrit Meyer Bürgermeisterin Alice Gerken als „Wählerauftrag“ mit auf den Weg, doch schon einmal die Eingemeindung Adelheides vorzubereiten.

Wie eng es auf den folgenden Plätzen zuging, zeigt die Tatsache, dass spektakuläre Wagen wie der der Bergedorfer Faschingsfreunde („Im Land der Pharaonen“) oder des Hausmänner-Stammtischs („Bollywood“) nur auf den Plätzen fünf und sechs landeten. Mit ihrem Motto „König der Löwen“ und Platz zwei erreichte die Landjugend Sandersfeld die bislang beste Platzierung in Ganderkesee überhaupt, auf Rang drei und vier kamen die Zwerge des Ortsvereins Schlutter-Holzkamp-Hoyerswege sowie das Piratenschiff „Flying Ganter“ des TSV Grüppenbühren.

Bei den Fußgruppen mit Mottowagen hatte diesmal der Schützenverein Urneburg die Nase vorn. Die Gruppe um Birgit Tönjes und Alexander Banse zog mit dem Motto „Spektakel mit Tentakel“ als Kraken um den Ring. Sie verwiesen die Fruchtzwerge auf Platz zwei, die sich als Kaninchen quasi selbst aus dem Hut gezaubert hatten. Auf Rang drei landete der „Zusammengewürfelte Haufen“, dessen Mitglieder als historische Karussells erschienen waren. Für die „Spätzünder“, die die Wertung der Mottowagen in den vergangenen drei Jahren gewonnen hatten, reichte es mit dem Motto „Samba im Paradies“ diesmal nur zu Platz vier.

Besondere Erwähnung bei den Fußgruppen fand die DLRG, die bereits seit 40 Jahren aktiv am Umzug teilnimmt. Und während sie in den vergangenen 39 Jahren noch nie unter den Platzierten war, bescherte ihr das Motto „40 Jahr' an diesem Orte – gefeiert wird mit Torte“ mit Rang sechs den ersten Treppchen-Platz ihrer Geschichte. Ganz vorn rangierten die Likörellis unter der Leitung von Nina Strudthoff und Celina Fiedler, die unter dem Motto „Wir lassen die Puppen tanzen“ als Marionetten im Zug mitgelaufen waren. Die „Rache-Engel“, Sieger des vergangenen Jahres, mussten sich diesmal mit dem zweiten Platz begnügen, Dritte wurden die Unicycler aus Bremen, die ihre Einräder als Boote verkleidet hatten.

Nachdem sich die stellvertretende Bürgermeisterin Christel Zießler kurz vor dem Umzug am Sonnabend auf dem Wagen des Kinderprinzenpaares mit dem Schlachtruf „Ganderkesee hinein – und he geit“ böse verhaspelt hatte, versuchte sie das am Sonntag mit einer Spende an den Förderverein wieder wettzumachen. Allerdings dürfte ihr der Fauxpas wohl noch eine Weile nachgetragen werden. Beim Frühschoppen hatte dann auch Bürgermeisterin Alice Gerken leichte Probleme mit dem Schlachtruf, erwies sich aber einmal mehr als überzeugende „Raketen“-Starterin.

In den Kreis der Ehrenkappenträger wurde in diesem Jahr Karsten Kolloge aufgenommen. Der Journalist hat rund ein Vierteljahrhundert über den Fasching in Ganderkesee berichtet.

Schließlich gab Uwe Meyer, Präsident der Gemeinschaft Ganderkeseer Vereine, bereits das Motto für die 67. Faschingssaison 2017/2018 bekannt. Es lautet „Närrisch ist in – und wir mittendrin“ und stammt aus der Feder von Susanne Sperling.

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