Ralf Schirakowski verabschiedet

Ära geht nach 21 Jahren zu Ende

Nach 21 Jahren als Leiter des Gymnasiums Wildeshausen ist Ralf Schirakowski am Donnerstag feierlich in den Ruhestand verabschiedet worden. Ihm selbst fehlten beim Festakt fast die Worte.
30.01.2020, 17:36
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Von Martin Siemer
Ära geht nach 21 Jahren zu Ende

Nach 21 Jahren als Schulleiter des Gymnasiums Wildeshausen wurde Ralf Schirakowski (vorn)am Donenrstag in den Ruhestand verabschiedet. Zu den Laudatoren gehörten (hinten von links) Schirakowskis Stellvertreter Karsten Sudholz, Landrat Carsten Harings, die Leitende Regierungsschuldirektorin Nicole Voigtländer-Kunze sowie Wolfgang Däubler.

Ingo Möllers

Fast auf den Tag genau 21 Jahre leitete Ralf Schirakowski das Gymnasium Wildeshausen. Am Donnerstag wurde er mit einer Feierstunde in den Ruhestand verabschiedet. Neben dem Lehrerkollegium und Schülern nahmen auch Landrat Carsten Harings sowie Bürgermeister oder stellvertretende Bürgermeister der Stadt Wildeshausen, der Gemeinde Dötlingen und der Samtgemeinde Harpstedt an dem Festakt teil.

Am 1. Februar 1999 hatte der heute 68-Jährige die Leitung der Schule übernommen. Der Oldenburger hatte an der Universität Münster Deutsch und Geschichte studiert. Als Referendar und Lehrer war er unter anderem am Graf-Anton-Günther-Gymnasium (GAG) und am Max-Planck-Gymnasium in Delmenhorst tätig.

Während seiner Zeit am Gymnasium in Wildeshausen wuchs die Schülerzahl von ehemals 600 auf heute über 1000. „Und in ihre Zeit fielen unzählige Sanierungen, Um- und Anbauten“, sagte Karsten Sudholz, Schirakowskis Stellvertreter. Etwa 1500 Abiturienten habe der Schulleiter verabschiedet, über 45 000 Zeugnisse unterschrieben. „Sie haben aber auch gut 13 000 Tassen Kaffee aus dem Lehrerzimmer geholt“, plauderte Sudholz aus dem Nähkästchen. „Persönlich habe ich ihnen viel zu verdanken. Die Zusammenarbeit war immer geprägt von Offenheit und Ehrlichkeit“, richtete Sudholz einige persönliche Worte an Schirakowski.

Landrat Carsten Harings würdigte ebenfalls die Zusammenarbeit mit Schirakowski. Dieser habe die Schule maßgeblich geprägt. „Sie hinterlassen nach 21 Jahren am Gymnasium Wildeshausen Spuren, tiefe Spuren.“ Die Schüler würden einen ehrlichen Verfechter ihrer Interessen verlieren. In ihrer Funktion als Elternvertreterin dankte auch Imke Stöver-Wulf für das Engagement des Schulleiters für die Kinder.

Für das Lehrerkollegium hielt Carsten Lange eine bemerkenswerte Rede. Ihm gelang es, in einer fantasievollen Reizwortgeschichte alle Lehrer sowie die Mitarbeiterinnen des Sekretariats und den Hausmeister unterzubringen. Lange überreichte Schirakowski die Geschichte in exakt jenem Aktendeckel, in dem Lange selbst vor elf Jahren von Schirakowski die Verbeamtung überreicht bekommen hatte.

Die offizielle Verabschiedung nahm die Leitende Regierungsschuldirektorin Nicole Voigtländer-Kunze vor. Sie ließ in Form einer Chronik die berufliche Entwicklung Schirakowskis und dessen verschiedene schulische Stationen Revue passieren. 1970 hatte er am GAG in Oldenburg das Abitur abgelegt. 1976 bestand er das erste Staatsexamen. Schirakowski wurde gleich zwei Mal als Beamter verpflichtet. Die erste Ernennung erfolgte 1980 und war rechtlich verfrüht. Deshalb erfolgte 1981 eine erneute Ernennung. „Ich habe Ralf Schirakowski als einen Menschen erlebt, der viel über Sinn und Sinnhaftigkeit nachdachte.“

Mehrere musikalische Darbietungen umrahmten die Feierstunde. Die Schüler des Gymnasiums hatten hieran großen Anteil. Maria Stöver und Marcel Mirsa überzeugten mit dem Song „Shallow“, im Film „A Star ist born“ von Lady Gaga und Bradley Cooper gesungen. Hörenswert auch das Klavierstück „Claire de lune“ von Claude Debussy, gespielt von Felix Beuke. Der Popchor der Schule sang mit „Africa“ von Toto ein moderneres Stück.

Nach dem Stück „Die Zeit ist reif“, gesungen und gespielt vom Chor der Schule und Streichern, sollte eigentlich Ralf Schirakowski selbst sprechen. Doch die Redebeiträge und Lieder hatten ihn emotional so aufgewühlt, dass er darauf verzichtete. „Ich bin an einem Punkt, wo mir die Worte fehlen. Es ist vieles gesagt worden und das hat mich alles bewegt.“ In kurzen Worten dankte er seinem Vorgänger, Gerhard Mayer, dass dieser ihm seinerzeit ein leichten Start ermöglicht habe. Und er dankte seiner Familie, besonders seiner Frau Cornelia Müller und seinen Freunden, die ihn immer unterstützt hätten. Den Schlusspunkt setzte der Chor des Lehrerkollegium mit dem Titel „Bella ciao“.

Bevor Ralf Schirakowski mit seiner Ehefrau demnächst im Wohnmobil andere Länder und Regionen erkunden kann, muss er an diesem Freitag noch ein letztes Mal in sein Büro im Gymnasium Wildeshausen. Denn der Ruhestand beginnt schließlich erst am 1. Februar. „Ich gehe davon aus, Sie morgen früh pünktlich im Büro zu treffen;“ scherzte Karsten Sudholz.

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