Neueröffnung an der Bahnhofstraße Über 20 Jahre Erfahrung als Barbier

Ahsan Aboujahjah eröffnet in den Räumen der ehemaligen Naturkrämerei an der Bahnhofstraße einen Barbershop. Am 1. April soll es losgehen, angesichts etwaiger Corona-Beschränkungen ist dies aber noch unsicher.
29.03.2021, 18:43
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Über 20 Jahre Erfahrung als Barbier
Von Gerwin Möller

„Hier rollt den ganzen Tag der Verkehr entlang“, freut sich Deniz Kanli über die gute Geschäftslage. „Das hatte ich Ihnen doch schon vorhergesagt“, antwortet Cord Lindhorst. Die beiden Geschäftsmänner präsentierten Montagnachmittag „Kajahs Barbershop“ an der Bahnhofstraße 27. Deniz Kanli hat zusammen mit seinem Bruder Bünyamin Kanli dafür gesorgt, dass aus dem einstigen Bioladen großzügige Räume für einen Friseursalon entstanden sind. Lindhorst betreut mit seinem Immobilienmanagement die Übergabe an die neuen Mieter. „Den handwerklichen Part übernimmt Ahsan Aboujahjah, ich kümmere mich um den Social-Media-Auftritt und die Buchhaltung“, sagt Deniz Kanli.

Ahsan Aboujahjah kommt es sehr gelegen, dass Kanli in seinem Namen spricht. Der 46-Jährige kam vor acht Jahren als Geflüchteter aus Syrien. Zuerst nur mit seinem Sohn, inzwischen sind auch die Ehefrau und weitere zwei Kinder nachgezogen. Aboujahjah hat die zurückliegenden sieben Jahre als Barbier in einem Salon an der Langen Straße gearbeitet. „Da war ich sein Kunde und bin sehr von seinem handwerklichen Geschick überzeugt“, sagt Kanli. Jetzt bringt er Aboujahjah in die Rolle als Selbstständiger. Wenn am Donnerstag hoffentlich die Geschäftseröffnung über die Bühne gehen kann, Veränderungen an der aktuellen Corona-Verordnung könnten das verhindern, wird im Barbershop an der Bahnhofstraße neben Aboujahjah auch eine Friseurmeisterin ihre Arbeit aufnehmen. Man wolle zunächst klein beginnen, auch wegen der Corona-Beschränkungen sind zunächst drei Friseurstühle offen, zwei weitere Plätze können schnell herbeigeschafft werden.

Der Barbershop ist auf einer Fläche von rund 120 Quadratmetern eingerichtet. Werkstattcharakter strahlt von der Decke, die bewusst Einblicke in die Elektroinstallation und Lüftung offenlässt. Gemütliche Sofas laden Wartende zum bequemen Sitzen ein, welches Programm die großen Flachbildschirme ausstrahlen werden, wurde Montag noch nicht publik. Geradezu Lust aufs Warten macht ein sich dem reinen, der Arbeit gewidmeten Raum der sich anschließende Freizeitbereich. Im Mittelpunkt befindet sich ein Billardtisch, an der Wand eine Art Bar. „Natürlich können Sie bei uns auch einen Kaffee trinken“, sagt Kanli. Die Kunden können sich sowohl zum Haarschnitt anmelden oder einfach vorbeikommen. „Das ist das Konzept außerhalb der Corona-Regeln“, ergänzt Kanli. Ihn fasziniert es, wie Aboujahjah mit der Klinge jongliert, „es kommen auch Feuer und Faden zum Einsatz“, Aboujahjah war früher schon als Barbier in Dubai tätig. 13 Jahre lang führte er in den Emiraten zwei Salons. In Delmenhorst bietet er weit mehr als nur Frisuren an. Neben Haare schneiden sind ihm Rasuren oder das Bartstyling ebenso wichtig. Aboujahjah kümmert sich um die Augenbrauen seiner Kunden und sorgt für eine saubere Enthaarung, dabei kommen Faden oder Wachs zum Einsatz.

Das Geschäft soll Männer mit türkischen oder arabischen Wurzeln ansprechen, rund die Hälfte der Kunden werden deutsche Männer sein, ist sich Kanli sicher. Es gebe in Delmenhorst einen hohen Wettbewerbsdruck fürs Friseurhandwerk, gibt Kanli zu. Preislich habe man sich ein Bild gemacht und wolle sich im unteren Segment einordnen.

Cord Lindhorst freut sich nicht nur, nach eineinhalb Jahren Leerstand eine neue Nutzung der Immobilie an der Bahnhofstraße unter Dach und Fach gebracht zu haben. Vermieter und Nutzer der Geschäftsflächen sollten auch immer gut miteinander harmonieren, sagt der Makler. Und davon könne er im aktuellen Fall ausgehen. Der Hausbesitzer hat für den Barbershop den Eingangsbereich neu gestaltet und die Elektroinstallation modernisiert. Das Friseurgeschäft wartet noch auf eine Umgestaltung der Werbeflächen am Haus. „Und die Veröffentlichung der Öffnungszeiten“, ergänzt Kanli. Gearbeitet werden würde an sechs Tagen in der Woche, jeweils von 10 bis 20 Uhr.

Insgesamt sei es in der aktuellen Lage nicht einfach, Geschäftsflächen neu vermietet zu bekommen, sagt Lindhorst: „Nicht viele sind so euphorisch, wie es Herr Aboujahjah ist.“

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