In der Grundschule Wüsting soll eine Eingangsstufe erste und zweite Klasse ersetzen Alle fangen gemeinsam an

Hude. Jahrgangsgemischte Lerngruppen statt erstem und zweitem Schuljahr: Die Einrichtung einer derartigen Eingangsstufe an der Grundschule Wüsting hat der Ausschuss für Bildung und Schule des Huder Gemeinderats am Montag einstimmig zugestimmt.
17.03.2010, 05:50
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Alle fangen gemeinsam an
Von Florian Cordes

Hude. Jahrgangsgemischte Lerngruppen statt erstem und zweitem Schuljahr: Die Einrichtung einer derartigen Eingangsstufe an der Grundschule Wüsting hat der Ausschuss für Bildung und Schule des Huder Gemeinderats am Montag einstimmig zugestimmt. Nach den Sommerferien soll es losgehen.

Das Lernen in den gemischten Gruppen soll für die Schulanfänger besonders förderlich sein. Diese Meinung vertraten jedenfalls Schulleiterin Birte Kempers sowie Klaus Kapell von der Landesschulbehörde. Mit ihren informativen Vorträgen überzeugten sie die Ausschussmitglieder.

'Vor allem auf dem pädagogischen Segment ist eine Eingangsstufe etwas völlig Neues', sagte Kapell: 'Denn die jüngeren Schüler würden viel mehr von den älteren lernen.' Kempers machte zudem deutlich, dass die Kinder in der Eingangsstufe selbstständiger lernten und mehr Selbstvertrauen entwickelten. 'Die älteren Schüler, die nicht so gut sind, könnten dem jüngeren Jahrgang auch etwas beibringen. Dadurch gibt es nicht mehr die klare Trennung zwischen den Gewinnern und den Verlierern in einer Schulklasse', meinte sie. Ein weiterer Pluspunkt ist ihrer Meinung nach die Förderung kooperativen Lernens. 'Und die Schüler übernehmen viel mehr Verantwortung', sagte Kempers.

Für sie ist es außerdem wichtig, dass die Schüler in jahrgangsgemischten Gruppen nicht mehr ausgebremst oder durch zu hohen Lerndruck angetrieben werden. 'Ich freue mich persönlich am meisten darauf, die Schüler nicht mehr zu sehr treiben zu müssen', sagte Kempers.

Für schnelle und langsame Lerner

Die Möglichkeit, die ersten beiden Schulklassen gemeinsam zu unterrichten, entstand mit der Änderung des Niedersächsischen Schulgesetzes im Jahr 2006. Darin wurde festgelegt, dass die Grundschulen die ersten und zweiten Klassen als pädagogische Einheit führen können.

In der Regel besuchen die Kinder die Eingangsstufe für zwei Jahre, bevor sie in die dritte Klasse wechseln. Besonders schnell lernende Schüler können aber auch bereits nach einem Jahr versetzt werden. Kinder, die mehr Zeit benötigen, können auch drei Jahre die Eingangsstufe besuchen. Ein Vorteil ist, dass so auch das 'Sitzenbleiben' wegfällt. 'Dadurch gibt es auch keine Zurückstellungen vom Schulbesuch mehr. Alle Kinder, die sechs Jahre alt sind, werden auch eingeschult', erläuterte Kapell.

'In den Grundschulen Hohenfelde und Kirchhatten wird dieses Konzept bereits erfolgreich in die Praxis umgesetzt', berichtete er. Mit der Unterstützung des Schulausschusses ist die Grundschule Wüsting ihrem Vorhaben einen großen Schritt näher gekommen. 'Mit dieser Entscheidung setzen wir ein positives Signal', sagte Bürgermeister Axel Jahnz.

Der Ausschuss brachte aber nicht nur die Eingangsstufe auf den Weg. Einstimmig sprachen sich die Politiker auch dafür aus, dass ein Planungsbüro Mängel in den Bereichen Naturwissenschaft und Werken am Standort Hohelucht der Peter-Ustinov-Schule feststellen und Sanierungsvorschläge machen soll. Außerdem soll zwischen Haupt- und Außenstandort ein Glasfaserkabel verlegt werden.

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