Schule bei extremen Wetterlagen: Landrat hofft auf neue Lösungen

Appell an Eltern-Verantwortung

Landkreis Oldenburg. Grundsätzlich gilt zwar die Schulpflicht. Doch bei extremen Wetterlagen und entsprechenden Verkehrsverhältnissen können die Eltern selbst entscheiden, ob sie ihrem Kind den Schulweg zumuten wollen oder nicht - auch dann, wenn kein Unterrichtsausfall verkündet worden ist. Umgekehrt können Eltern ihr Kind auch bei Unterrichtsausfall zur Schule schicken; eine Betreuung ist auf jeden Fall gewährleistet. Darauf hat Landrat Frank Eger gestern noch einmal ausdrücklich hingewiesen und an die Eltern appelliert, ihre Verantwortung entsprechend wahrzunehmen.
07.01.2011, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Ute Winsemann

Landkreis Oldenburg. Grundsätzlich gilt zwar die Schulpflicht. Doch bei extremen Wetterlagen und entsprechenden Verkehrsverhältnissen können die Eltern selbst entscheiden, ob sie ihrem Kind den Schulweg zumuten wollen oder nicht - auch dann, wenn kein Unterrichtsausfall verkündet worden ist. Umgekehrt können Eltern ihr Kind auch bei Unterrichtsausfall zur Schule schicken; eine Betreuung ist auf jeden Fall gewährleistet. Darauf hat Landrat Frank Eger gestern noch einmal ausdrücklich hingewiesen und an die Eltern appelliert, ihre Verantwortung entsprechend wahrzunehmen.

Angesichts einer Blitzeis-Unwetterwarnung hatten am Morgen zahlreiche niedersächsische Landkreise bekanntgegeben, dass der Unterricht ausfalle. Im Landkreis Oldenburg hatte man sich dagegen entschieden, die Schule stattfinden zu lassen - nach Wetterbeobachtung ab 4.15 Uhr und Rücksprachen unter anderem mit der Straßenmeisterei, den für die Schülerbeförderung zuständigen Busunternehmen und Kollegen aus weiter westlich gelegenen Landkreisen, wo der Regen schon eher angefangen hatte, wie Schulamtsleiter Maik Ehlers sagte. Alles in allem habe die Einschätzung überwogen, dass die Schulwege wohl leidlich zu bewältigen seien. Später - zu spät, um sich noch anders zu entscheiden - sei es dann allerdings zeit- und stellenweise doch arg glatt geworden. Rückfragen bei einigen Schulen in verschiedenen Orten im Landkreis hätten denn auch ergeben, dass tatsächlich manche Schüler zu Hause geblieben seien. Im Dezember hatte der Landkreis dagegen auf Grundlage der Vorhersagen einen Tag für

unterrichtsfrei erklärt, der sich im Nachhinein als eher unproblematisch erwies. "Wir werden keine Lösung finden, die allen Belangen gerecht wird", meinte Landrat Eger.

Er habe "viel Vertrauen in die Sensibilität der Lehrer", dass sie nicht gerade neuen Stoff drannehmen, wenn ein Drittel der Klasse fehlt. In derartigen Situationen seien eben Flexibilität und Kreativität gefragt, damit alle das Pensum schaffen können - von Nachfragen bei Mitschülern über Aufgaben per E-Mail bis zum Klick auf den Internet-Auftritt des Kultusministeriums, der einen Überblick über die Anforderungen im Abitur biete.

Für die Zukunft - realistischerweise allerdings wohl eher für den nächsten als für den Rest dieses Winters - hofft Eger auf neue Lösungen. So müsse über einen "Notfallfahrplan" mit Sammelstationen an den Hauptstrecken statt Abfahren sämtlicher Nebenstraßen nachgedacht werden. "Technisch ist das machbar, aber rechtlich immens schwierig." Auch dürfe das Nachholen ausgefallener Stunden an Sonnabenden kein Tabu sein. Im vorigen Winter hatten einzelne Schulen das bereits praktiziert. Vor allem aber sei eine Bewusstseinsänderung nötig: "Was heute Katastrophe heißt, haben wir früher Winter genannt."

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