Aquarianer brachten bei Herbstbörse Fische und Wasserpflanzen an den Mann

Delmenhorst. Das graue Gebäude des Schulzentrums Süd ließ von außen kaum erahnen, welch farbenfrohe Kulisse im Inneren zu bestaunen war. Zahllose Fische und Wasserpflanzen, verteilt auf über 70 Aquarien, konnten am Wochenende von Aquarianern wie Fischliebhabern bestaunt und erstanden werden. Verantwortlich für die diesjährige Herbstbörse war wieder der Aquarienverein Wasserrose unter der Leitung des 72-jährigen Günter Zech, der selber seit 40 Jahren züchtet.
16.11.2010, 05:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Viola Diem

Delmenhorst. Das graue Gebäude des Schulzentrums Süd ließ von außen kaum erahnen, welch farbenfrohe Kulisse im Inneren zu bestaunen war. Zahllose Fische und Wasserpflanzen, verteilt auf über 70 Aquarien, konnten am Wochenende von Aquarianern wie Fischliebhabern bestaunt und erstanden werden. Verantwortlich für die diesjährige Herbstbörse war wieder der Aquarienverein Wasserrose unter der Leitung des 72-jährigen Günter Zech, der selber seit 40 Jahren züchtet.

Sicher ist: Müller und Meyer hieß keiner der Fische, die von 10 bis 16 Uhr zur Schau gestellt wurden. Was ein echter Zierfisch ist, lässt sich?s nicht nehmen, einen Namen zu tragen, den sich selbst manch ein Aquarianer nicht merken kann. 'Manche Arten werden nach ihrem Fundort benannt', so Zech. 'Andere nach dem Aquarianer, der sie entdeckt hat.' So hat der Veranstalter selbst an diesem Tag unter anderem die Arten Malawisee und Tanganjikaisee dabei. Kleine Schildchen über den Aquarien, die den Interessierten auch Herkunft und Preis auswiesen, verrieten weitere Namen: Roter vom Rio, Schmucksalmler, Bitterlingsbarbe, Roter Zebra. Letzteren hat auch der 14-jährige Lucas Mierke in seinem Aquarium. Und verkauft hat er auch schon den einen oder anderen. 'Ich mache das aber auch nicht wegen des Geldes, sondern weil es mir Spaß macht.' Zierfische hat er schon seit er klein ist. Wie viele er zu Hause hat, das kann er gar nicht sagen.

Der 39-jährige Robert Hinze hat sage und schreibe 70 volle Aquarien. Gerade steht er etwas skeptisch vor seinen weißen Albinofröschen. 'Die sind nicht so der Brüller. Ich habe heute auch noch keinen verkauft.' Hinze ist extra aus Bruchhausen-Vilsen hergekommen, um an der Börse teilzunehmen. Die Albinos sind offensichtlich nicht seine Lieblinge. 'Sie sind einfach so gefräßig! Setz ihnen etwas ins Becken, sie fressen es! Alles was reinpasst, wird dem Verdauungstrakt zugeführt. Da haben die keine Hemmung.' Um seine Fische zu Hause satt und zufrieden zu stellen, gibt Hinze monatlich an die 100 Euro aus. Am liebsten mag Hinze seine Skalare. 'Die in Schleierform, mit den langen Flossen. Am besten in gold-marmor.'

Skalare hat auch Arend Heiner dabei, der ebenfalls aus Bruchhausen-Vilsen kommt. Mit 'Aahh' und 'Ohhh' bestaunt gerade eine Dame seine Exemplare und sagt, dass ihr die kleinen Zierfischgattungen eh viel besser gefallen als die großen. Heiner geht das ebenso. Von den Skalaren hat er gleich drei verschiedene Arten dabei. Die vierte wartet zu Hause. 'Den ,Peru Altum? bringe ich nicht mit, er ist zu wertvoll.' Ein Exemplar kostet sieben bis acht Euro. Das Besondere an ihnen ist, dass sie größer werden als ihre Artverwandten.

Schimmerndes Schuppenkleid

Besonders angetan haben es vielen Besuchern auch seine kobaldfarbenen Zwergfadenfische, die in einem außergewöhnlich blau-schimmernden Schuppenkleid durchs Wasser gleiten. 'Zu beachten bei ihrer Haltung ist, dass ein Männchen immer mehrere Weibchen braucht', erläutert Fisch-Experte Arend Heiner. 'Wenn man nur ein Weibchen hat, wird das gestresst, weil das Männchen ihm die ganze Zeit nachstellt. Irgendwann ist die Frau tot und das Männchen allein.' Die niedlichen Zeitgenossen bauen für ihren Nachwuchs sogenannte Schaumnester an der Wasseroberfläche. Unter der Schaumschicht werden die Eier abgelegt.

Der Bruchhausen-Vilsener Robert Hinze berichtet, dass manche Fische ihre Kleinen nicht so gut behandeln. 'Bei den Goldmollys muss man aufpassen. Die fressen den Nachwuchs oft kaum, dass er geboren ist. Der Welpenschutz währt da nicht lange.' Heiner dagegen bevorzugt die friedlichen Fische wie den Maulbrütenden Kampffisch. 'Der ist eben nicht so, wie sein Name schließen lässt. Im Gegenteil.' Zu Hause hat er zirka 1500 Fische. 'Der ganze Keller ist voll.' Zu der Börse bringt er natürlich nur ein paar mit. Und die Aquarien sehen auch etwas spärlicher aus. 'Zu Hause sind die Becken natürlich sortierter und mit mehr Pflanzen.' Einfach Pflanzen vom einen ins nächste Aquarium setzen, würde er nicht. 'Es ist immer die Gefahr, dass man eine Krankheit mit überträgt.'

Eine Börse hat auch sonst ihre Tücken: Zum Beispiel gibt es immer mal Verlust. 'Wenn man nicht schnell genug ist, springen manche Fische raus. Hier ist das aber noch nicht passiert', erzählt Heiner.

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