Warnstreiks bei Atlas Arbeiter fordern Haustarifvertrag

Delmenhorst·Ganderkesee. 'Wir wollen einen Tarifvertrag!' Das fordern die Beschäftigten der Atlas Maschinen GmbH - und am Freitag haben sie ihren Standpunkt mit einem Warnstreik vor allen drei Betriebsstandorten in Delmenhorst, Ganderkesee und Vechta deutlich gemacht.
10.09.2010, 19:10
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Von Andreas D. Becker

Delmenhorst·Ganderkesee. ''Wir wollen einen Tarifvertrag!' Das fordern die Beschäftigten der Atlas Maschinen GmbH - und am Freitag haben sie ihren Standpunkt mit einem Warnstreik vor allen drei Betriebsstandorten in Delmenhorst, Ganderkesee und Vechta deutlich gemacht. Laut Angaben der Gewerkschaft IG Metall beteiligten sich über 500 der 650 Atlas-Arbeiter an der Aktion.

'Man sieht, wir müssen die Kollegen nicht zum Jagen tragen', sagte Hartmut Tammen-Henke, 1. Bevollmächtigter der IG Metall in Oldenburg, zufrieden. Die Stimmung beim Kran- und Baggerproduzenten ist seit der Betriebsübernahme durch Fil Filipov im April dieses Jahres mittlerweile so schlecht, dass die Belegschaft wohl auch in einen unbefristeten Streik gehen würde.

Ob die Arbeiter das wollen, müssten sie dann bei einer Urabstimmung zeigen, die der nächste Schritt seitens der Gewerkschaft wäre. Tammen-Henke ist aber zuversichtlich, dass die Arbeiter bereit sind, für einen Haustarifvertrag - wie es ihn schon beim Vorgängerbetrieb Atlas Terex gab - zu kämpfen. 'Unser Organisationsgrad in allen drei Werken liegt bei 78,3 Prozent', erklärte der Gewerkschaftsfunktionär.

Eine Reaktion der Atlas-Geschäftsleitung auf die Arbeitsniederlegung gab es aber noch nicht. 'Ich verhandle auch nicht unter Druck', sagte Atlas-Boss Fil Filipov gestern auf Nachfrage. Und er erinnerte daran, dass jeder eine Verantwortung für den Betrieb trage. 'Leider hat Herr Filipov auch nicht ohne Druck verhandelt. Wir wollten ohne jede Vorbedingung in Gespräche gehen, Filipov lehnte trotzdem ab', klagt die Gewerkschaft.

In einem offenen Brief an die Belegschaft hatte Filipov rhetorisch gefragt: 'Brauchen wir Leute von außen, um uns zu sagen, was wir tun sollen? Falls Sie das tun, werde ich entschieden dagegen sein und alles in meiner Kraft stehende tun, dies zu stoppen.' Es scheint für ihn eine Frage des Prinzips zu sein, nicht mit der Gewerkschaft zu reden. 'Wir wollen den Arbeitskampf nicht', betonte Tammen-Henke, der jederzeit bereit wäre, Gespräche mit Filipov aufzunehmen. Und er fügte hinzu: 'Aber wir sind in der Lage, einen durchzuführen.'

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