Aufschwung deutet sich in Tendenzen an Arbeitslosenquote in Delmenhorst steigt leicht an

Delmenhorst. Die Arbeitslosenquote für Juni ließen die Experten am Mittwoch von einem "spürbaren Anziehen der Konjunktur" reden. Die Quote liegt für die Stadt Delmenhorst bei 10,8 Prozent, für den Agenturbezirk bei 9,5 Prozent und für den Landkreis bei 5,9.
01.07.2010, 06:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Kai Purschke und Ute Winsemann

Delmenhorst·Landkreis Oldenburg. Auf den ersten Blick sich hat sich die Arbeitslosenquote im Monat Juni kaum (etwa für die Stadt Delmenhorst) oder auch gar nicht (Agenturbezirk Delmenhorst/Ganderkesee) zu der im Mai verändert. Die nackten Zahlen aber, die zur Quote führen, ließen die Experten am Mittwoch im Pressegespräch von einem 'spürbaren Anziehen der Konjunktur' reden. Die Quote liegt für die Stadt Delmenhorst bei 10,8 Prozent, für den Agenturbezirk bei 9,5 Prozent und für den Landkreis bei 5,9.

So sind im Bezirk der Agentur für Arbeit Delmenhorst 28 Menschen mehr arbeitslos geworden als im Mai, insgesamt sind somit 5203 Menschen ohne Job - 4200 davon allein in der Stadt Delmenhorst, wo sich im Vergleich zum Vormonat 34 Menschen mehr arbeitslos gemeldet haben. Die Quote für die Stadt ist um 0,1 Prozentpunkte auf 10,8 angestiegen. 'Die Fluktuation auf dem Arbeitsmarkt ist weiter hoch', sagte Agenturleiterin Karin Kayser. Denn in der Stadt hätten sich 172 Menschen (insgesamt waren es 1042) mehr als im Vormonat arbeitslos gemeldet.

Für 1015 Delmenhorster endete die Arbeitslosigkeit im Juni, 384 Frauen und Männer davon fanden einen neuen Job. Die Agentur für Arbeit zählte im Juni 1064 arbeitslos gemeldete Menschen, darin sind die von der Arbeit und Grundsicherung (Arge) betreuten Hartz-IV-Bezieher nicht enthalten. Das sind 3136 Menschen. 'Das ist ein spannender Monat. Wenn auch nicht sehr deutlich, ist schon zu erkennen, dass die Konjunktur wieder anzieht', erklärte Marion Denkmann von der Arge.

Dass die Quote für die Stadt Delmenhorst leicht gestiegen ist, begründete Karin Kayser mit den Arbeitslosenmeldungen vorrangig jüngerer Menschen, deren schulische oder betriebliche Ausbildung nun beendet sei. 'Ein gleiches Bild erwarten wir deshalb auch für den Monat Juli', sagte sie. Da sich im Bereich der Agentur für Arbeit aber mit 161 Menschen immerhin 13 Prozent weniger arbeitslos gemeldet hätten als noch vor einem Jahr, sprach auch Karin Kayser von einem 'positiven konjunkturellen Impuls'.

Ein weiterer Indikator, der diese Annahme belege, sei die Entwicklung der offenen Stellen. Deren Bestand (504) liegt um rund 100 Stellen höher als im Mai dieses Jahres und es seien fast doppelt so viele offene Stellen dazugekommen (214) wie im Juni 2009. Einen großen Anteil daran hätten die Zeitarbeitsfirmen, die mit großem Abstand am meisten Kräfte suchen. So stelle sich der Arbeitsmarkt derzeit für Alten- und Gesundheitspfleger, Fachkräfte im Baubereich und Hilfskräfte im verarbeitenden Bereich positiv dar.

Das sehe für die Arge-Kunden ähnlich aus, unterstrich Marion Denkmann. Die Arge verzeichnete 61 weniger Abgänge in die Arbeitslosigkeit als im Mai und davon landeten 27 Menschen weniger als im Vormonat in einer Erwerbstätigkeit. 'Somit profitieren die erwerbsfähigen Hilfsbedürftigen nicht so stark von der positiven Entwicklung wie die Kunden der Agentur für Arbeit', erklärte Marion Denkmann.

Im Landkreis Oldenburg stehen hinter der Quote von 5,9 Prozent 3782 Menschen ohne Broterwerb. Das sind 75 weniger als im Mai und sogar 254 weniger als vor einem Jahr, als die Quote noch bei 6,3 Prozent lag.

Im Vergleich zur Stadt Delmenhorst sind auf dem Land unter den Arbeitslosen weniger Hartz-IV-Bezieher: Im Juni erhielten 1496 Menschen Arbeitslosengeld I, 2286 Arbeitslose bekamen Leistungen nach dem Sozialgesetzbuch II. Sie konnten vom leichten Abbau der Arbeitslosigkeit allerdings deutlich weniger profitieren: Obwohl ihr Anteil an den Arbeitslosen derzeit bei 60 Prozent liegt, geht das Sinken der Quote im Vergleich zum Vorjahr nur zu gut einem Viertel auf ihr Konto.

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