Arbeitsmarkt in Delmenhorst Zahl der Arbeitslosen leicht gestiegen

In diesem August ist die Lage auf dem Delmenhorster Arbeitsmarkt zwar etwas angespannter als im Juli. Im Vergleich zum August des Vorjahres ist die Zahl der Menschen ohne Job allerdings gesunken.
31.08.2021, 14:20
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Zahl der Arbeitslosen leicht gestiegen
Von Annika Lütje

Der Arbeitsmarkt stand im August etwas schlechter da als im Juli. Die Zahl der Arbeitslosen im Stadtgebiet ist um 14 Personen beziehungsweise um 0,4 Prozent im Vergleich zum Vormonat gestiegen. Insgesamt 3730 Frauen und Männer waren bei der Arbeitsagentur und dem Jobcenter arbeitslos gemeldet. Im Vergleich zum August 2020 ist die Zahl der Arbeitslosen allerdings um 552 Personen oder auch 12,9 Prozent niedriger.

Die Arbeitslosenquote betrug im August zehn Prozent, im Juli lag sie bei 9,9 Prozent. Im August des Vorjahres lag der Wert bei 11,2 Prozent. „Im August gab es einen leichten Anstieg der Arbeitslosenzahlen“, sagt Marc Brouwer, Geschäftsstellenleiter der Agentur für Arbeit Delmenhorst. „Es meldeten sich noch Schulabgängerinnen und –abgänger arbeitslos. Viele der jungen Menschen werden sich in Kürze wieder aus der Arbeitslosigkeit abmelden, sobald ihre Ausbildung oder ihr Studium beginnt. Denn: Der Arbeits- und auch der Ausbildungsmarkt bieten weiter Beschäftigungsmöglichkeiten, der Erholungstrend hält an.“ Genau 1763 Bürger im Agenturbezirk Oldenburg-Wilhelmshaven haben sich im August aus der Arbeitslosigkeit in eine Erwerbstätigkeit abgemeldet.

Die Unterbeschäftigung umfasste im August nach vorläufigen Angaben 4980 Frauen und Männer. Das sind 73 Personen beziehungsweise 1,4 Prozent weniger als im Vormonat. Im Vergleich zum August 2020 liegt der Wert sogar um 12,3 Prozent oder auch 698 Personen weniger. Die Unterbeschäftigungsquote liegt aktuell bei 12,9 Prozent, vor einem Jahr betrug die Quote 14,3 Prozent.

Doch auch die Kurzarbeit blieb ein Thema, wenn auch geringer als zuvor. Für weitere 659 Arbeitsnehmer wurde eine Kurzarbeit angezeigt. Von April bis August 2021 gab es insgesamt 513 Anzeigen von Betrieben für 7312 Männer und Frauen. Im selben Zeitraum vor einem Jahr waren es noch 7800 Anzeigen für 113.020 Menschen. Die Unternehmen stellen die Anzeigen häufig vorsorglich und für mehrere Monate, um im laufenden Geschäftsbetrieb flexibel agieren zu können. Erst mit einer Zeitverzögerung lässt sich sagen, wie viele Beschäftigte am Ende tatsächlich in Kurzarbeit waren.

Es liegen erste Zahlen darüber vor, in welchem Umfang Unternehmen im Agenturbezirk tatsächlich Kurzarbeit in Anspruch genommen haben: Demnach haben in der Stadt Delmenhorst im Februar 2021 insgesamt 340 Betriebe Kurzarbeit in Anspruch genommen, betroffen waren 2143 Beschäftigte. Für den Monat März 2021 gibt es schon erste Hochrechnungen für die Stadt Delmenhorst: Demnach haben 284 Betriebe mit 1740 Beschäftigten Kurzarbeit gemacht. In der Stadt Delmenhorst waren am jüngsten Stichtag, dem 31. Dezember 2020, insgesamt 20.925 Frauen und Männer sozialversicherungspflichtig beschäftigt.

Die Zahl der Arbeitsstellen ist in Delmenhorst zurückgegangen. Im August waren 667 Stellen gemeldet, gegenüber Juli ist das ein Rückgang von sieben Stellen oder einem Prozent. Im Vergleich zum Vorjahresmonat gab es 212 Stellen mehr beziehungsweise 47 Prozent. Arbeitgeber meldeten im August jedoch 102 neue Arbeitsstellen, das waren 37 Stellen oder 57 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Seit Jahresbeginn sind damit 941 Stellen eingegangen, das ist ein Zuwachs gegenüber dem Vorjahreszeitraum von 125 Stellen oder 15 Prozent. Zudem wurden im August 108 Arbeitsstellen abgemeldet, 28 Stellen oder 35 Prozent mehr als im Vorjahr.

Im Stadtgebiet haben im August 814 Frauen und Männer Arbeitslosengeld I erhalten. Das sind 36 Menschen beziehungsweise 4,2 Prozent weniger als im Juli und 395 Menschen oder auch 32,7 Prozent weniger als im August 2020. Das Jobcenter der Stadt Delmenhorst betreute im Juni 4901 Bedarfsgemeinschaften (drei Bedarfsgemeinschaften beziehungsweise 0,1 Prozent weniger als im Juli und 175 Bedarfsgemeinschaften weniger als im Vorjahr). In den Bedarfsgemeinschaften gab es 6962 erwerbsfähige Leistungsberechtigte (20 Menschen beziehungsweise 0,3 Prozent weniger als im Vormonat). Im Vergleich zum Vorjahr beträgt der Rückgang 3,4 Prozent, das sind 247 Personen.

Am Ausbildungsmarkt könnte noch etwas mehr los sein. Seit Beginn des Berufsberatungsjahres im Oktober 2020 meldeten sich 746 Bewerber für Ausbildungsstellen – 33 weniger als im Vorjahreszeitraum. Zugleich gab es 333 Meldungen für Ausbildungsstellen, das entspricht einem Plus von zwei Stellen. Ende August waren 225 Bewerber noch unversorgt und 83 Ausbildungsstellen noch unbesetzt. Im Vergleich zum Vorjahresmonat gab es weniger unversorgte Bewerber (38 weniger), die Zahl der unbesetzten Ausbildungsstellen war ebenfalls kleiner (zwölf weniger). „Wir möchten die jungen Menschen weiter ermutigen, auch in diesem Jahr noch die Chancen auf dem Ausbildungsmarkt wahrzunehmen“, so Brouwer. „Es ist noch nicht zu spät.“

Alle Informationen dazu sind gebündelt online auf https://www.arbeitsagentur.de/m/ausbildungklarmachen/ zu finden. „Junge Menschen können kostenlos und unkompliziert einen Termin bei der Berufsberatung vereinbaren und alle Angebote der Agentur für Arbeit nutzen, um sich noch in diesem Jahr den Berufseinstieg zu ermöglichen und einen Ausbildungsvertrag zu unterschreiben,“ so Brouwer.

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