Geschäftsführung blickt zurück und voraus Arge: Sehr zufrieden mit Fünf-Jahres-Bilanz

Delmenhorst. Geschäftsführer Siegfried Dreckmann und seine Stellvertreterin Marion Denkmann blickten am Dienstag auf die vergangenen fünf Jahre zurück. Denn so lange gibt es die Arge mittlerweile. Eine Erfolgsgeschichte, wie die beiden Verantwortlichen betonen.
27.01.2010, 05:40
Lesedauer: 2 Min
Zur Merkliste
Arge: Sehr zufrieden mit Fünf-Jahres-Bilanz
Von Kai Purschke

Delmenhorst. Gerade weil es aus Sicht der 'Arbeit und Grundsicherung' (Arge) Delmenhorst unklar ist, mit welchen Zuständigkeiten es für sie angesichts einer vom Gesetzgeber angestrebten Neuordnung weitergeht, blickten Geschäftsführer Siegfried Dreckmann und seine Stellvertreterin Marion Denkmann am Dienstag lieber auf die vergangenen fünf Jahre zurück. Denn so lange gibt es die Arge mittlerweile. Eine Erfolgsgeschichte, wie die beiden Verantwortlichen betonen.

Im Jahr 2005 wurden die Arbeitslosenhilfe und die Sozialhilfe in Delmenhorst zusammengelegt, seitdem kooperieren die Stadt Delmenhorst und die Agentur für Arbeit Oldenburg. Und 'das sehr erfolgreich', wie Dreckmann und Denkmann unisono feststellten. Um ihren subjektiven Eindruck mit Fakten zu untermauern, legten sie Zahlen vor, wonach sich unter anderem die Zahl der Bedarfsgemeinschaften 'stark rückläufig' entwickelt habe. So seien im Jahr 2005 noch 5731 Haushalte von der Grundsicherung abhängig gewesen, im vergangenen Jahr dagegen 5052 Haushalte. 'Ich finde, das ist ein gutes Ergebnis', bilanzierte Marion Denkmann.

Sie stellte ebenso heraus, dass die Arge im Jahr 2005 genau 4720 Arbeitslose insgesamt betreut habe, Ende 2009 seien es 3042 gewesen. Die darin enthaltene Anzahl von Arbeitslosen unter 25 Jahren sei in den fünf Jahren auf 267 nahezu halbiert, die Zahl der Langzeitarbeitslosen um rund 800 Menschen verringert worden. Die arbeitsmarktpolitischen Instrumente seien 'gut benutzt' worden und kämen wirklich an, erklärte Marion Denkmann.

Speziell betrachtete sie das abgelaufene Jahr, für das gelte: 'Nicht zuletzt durch die Wirtschaftskrise war der Arbeitsmarkt stark belastet, aber nicht so schwer getroffen, wie befürchtet.' Im Vergleich zum Jahr 2008 sei die Arbeitslosenzahl im Bereich der Arge um rund 100 Menschen gesunken. Dass es spürbar eine Krise gegeben habe, macht Denkmann von den Zugangszahlen abhängig. Hätten sich im Jahr 2008 genau 6220 Menschen bei der Arge Delmenhorst arbeitslos gemeldet, seien es 2009 exakt 6715 gewesen.

Mit anderen Zahlen, die die Vergangenheit der Arge beleuchten, jonglierte Geschäftsführer Siegfried Dreckmann. Er erklärte, dass die Summe der sogenannten passiven Leistungen (Arbeitslosengeld II, auch Hartz IV genannt) seit dem Jahr 2006 um rund vier Millionen Euro und die Kosten für die Unterkünfte um rund 600000 Euro gesunken seien. 'Das ist viel Geld und eine erhebliche steuerliche Entlastung', erklärt Dreckmann, der zu dem Ergebnis kam: 'Die Stadt Delmenhorst gehört nicht zu den Verlierern der Sozialreform.' Überhaupt hat Dreckmann 'anhand der Zahlen erstmal nur Gewinner' ausgemacht, insbesondere die Arbeitslosen, die er als Kunden bezeichnet und deren 'Fortkommen' (Dreckmann) mit zehn Millionen Euro im Jahr finanziert werde. Dreckmann verteidigt Hartz IV: 'Ohne Reform stünden wir nicht da, wo wir heute stehen, wir hätten einen höheren Sockel an Langzeitarbeitslosen.'

Nicht ganz so optimistisch klingt Dreckmann, wenn er über die möglichen anstehenden Veränderungen spricht. Da das Bundesverfassungsgericht verlangt hat, die Mischzuständigkeit von Arbeitsagenturen und Kommunen in der Arge bis zum Ende dieses Jahres zu trennen, ist bislang noch ungewiss, auf welche Weise dies geschehen soll. Auch die Zukunft der Arge-Mitarbeiter ist ungewiss, wenngleich Dreckmann Entwarnung gibt: 'Sie werden auch zukünftig unter diesem Dach arbeiten, es werden nach einer Trennung eher mehr als weniger Mitarbeiter gebraucht.' Es würde niemand entlassen, sagte Dreckmann. Von der Neuorganisation hält er persönlich nicht allzu viel: 'Ich hätte mir diese Aufgabe nicht gestellt.' Denn: 'Wenn etwas gut läuft, wäre ich nicht auf die Idee gekommen, es zu hinterfragen.'

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+