Zunächst nur im Ganderkeseer Werk / Filipov bleibt bei seiner Linie Atlas: Ab heute wird gestreikt

Delmenhorst·Ganderkesee. Die Atlas-Beschäftigten machen Ernst: Die IG Metall hat gestern am frühen Abend mitgeteilt, dass die Zentrale sowie die örtliche Streikleitung beschlossen hätten, für heute ab 6 Uhr die Mitarbeiter der Atlas Maschinen GmbH zum Streik aufzurufen. Zunächst soll nur im Ganderkeseer Werk die Arbeit niedergelegt werden.
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Atlas: Ab heute wird gestreikt
Von Christina Steinacker

Delmenhorst·Ganderkesee. Die Atlas-Beschäftigten machen Ernst: Die IG Metall hat gestern am frühen Abend mitgeteilt, dass die Zentrale sowie die örtliche Streikleitung beschlossen hätten, für heute ab 6 Uhr die Mitarbeiter der Atlas Maschinen GmbH zum Streik aufzurufen. Zunächst soll nur im Ganderkeseer Werk die Arbeit niedergelegt werden.

Laut Hartmut Tammen-Henke, Geschäftsführer der IG Metall Oldenburg, ist der Streik zunächst bis Freitag, 29. Oktober, auf den Standort Ganderkesee befristet. Die Streikleitungen wollen spätestens nächsten Donnerstag darüber entscheiden, wie weiter vorgegangen werden soll.

Atlas-Chef Fil Filipov hatte zuvor in einem weiteren Offenen Brief an alle Mitarbeiter bekräftigt, dass er auch weiterhin keineswegs die Absicht hat, mit der IG Metall in Kontakt zu treten, die für den Konzern einen Haustarifvertrag aushandeln will. Seine Haltung wurde zuletzt offenbar missverstanden. 'Weder plane ich, noch habe ich jemals geplant, Gespräche mit der IG Metall oder irgendjemand anderem zu führen, und ich lasse mich auch nicht auf Politik ein', machte Filipov gegenüber seiner Belegschaft deutlich.

Der letzte Satz dürfte auf sein Gespräch mit den Bürgermeistern der drei Atlas-Standorte abzielen. Patrick de La Lanne (Delmenhorst), Alice Gerken-Klaas (Ganderkesee) und Uwe Bartels (Vechta) waren wie berichtet guter Hoffnung gewesen, dass dank ihrer Vermittlung eine Eskalation des Streits in Form eines Arbeitskampfes verhindert werden könnte. Laut der drei Bürgermeister hatte die Atlas-Geschäftsführung ihnen gegenüber zugestimmt, den Arbeitgeberverband Oldenburg einzuschalten, damit dieser als ihr Interessenvertreter in den Dialog mit der Gewerkschaft treten kann.

Filipov stellt dies jedoch ganz anders dar: Er habe auf die Bitte der Bürgermeister hin zwar zugestimmt, dass sich der Arbeitgeberverband mit der IG Metall treffen könne - jedoch nur, um diese davon zu überzeugen, Atlas in Ruhe zu lassen. 'Falls Sie wollen, dass die IG Metall kommt und Atlas wieder leitet, dann bin ich anderer Meinung als Sie und werde dies um keinen Preis zulassen', schreibt Filipov in seinem Brief und weist noch einmal auf die Tatsache hin, dass die 'neuen' Konditionen (längere Arbeitszeiten, Streichung der Sonderzahlungen) nur für neu eingestellte Mitarbeiter gelten sollen. 'Sie haben gültige Individualverträge, bei denen ich zugestimmt habe, diese nicht zu ändern', wendet er sich an seine 'alte' Belegschaft. Er könne nicht glauben, dass die Mitarbeiter alles aufs Spiel setzten, 'was wir erreicht haben', so der Atlas-Chef.

Jürgen Lehmann, Hauptgeschäftsführer des Arbeitgeberverbandes, bestätigte Fil Filipovs Haltung gestern auf Nachfrage: 'Fakt ist, dass wir im Moment kein Gespräch mit der IG Metall und Herrn Filipov führen können, denn Herr Filipov ist zu Tarifverhandlungen nicht bereit.'

Dies war Anlass für die drei Bürgermeister, gestern einen weiteren Brief auf den Weg zu bringen. 'Herr Filipov hat heute Nachmittag ein gemeinsames Schreiben aus den drei Rathäusern erhalten', bestätigte Delmenhorsts Stadtsprecher Timo Frers auf Nachfrage. Wie aus gut unterrichten Kreisen zu erfahren war, entsprechen Filipovs Aussagen in dem Offenen Brief nicht den Vereinbarungen, die in dem Gespräch mit den drei Rathaus-Chefs getroffen wurden. Die bedauern nun, dass der Atlas-Geschäftsführer diese Vereinbarungen offenbar ignoriert hat. 'Sie sind stinksauer darüber, dass Herr Filipov sich nicht an Absprachen gehalten hat', so IG Metall-Geschäftsführer Tammen-Henke gestern.

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