Familienunternehmen Inkoop begann 1963 mit erstem Laden in Düsternort / Festakt in der Markthalle geplant

Auch nach 50 Jahren gilt: Handel ist Wandel

Neun Märkte betreibt das Unternehmen Inkoop heute, vier davon in Delmenhorst. Über 400 Mitarbeiter stehen in Lohn und Brot. Mit einem Festakt feiert Inkoop am 27. Juni sein 50-jähriges Bestehen. Alles begann mit einem Laden in Düsternort.
06.06.2013, 05:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Marco Julius
Auch nach 50 Jahren gilt: Handel ist Wandel

Die Geschichte von Inkoop beginnt im Jahr 1963 mit diesem Spar-Markt an der Elbinger Straße. Diesen Markt gibt es heute nicht mehr, Inkoop nutzt das Gebäude aber weiterhin als Verwaltungssitz.

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Neun Märkte betreibt das Unternehmen Inkoop heute, vier davon in Delmenhorst. Über 400 Mitarbeiter stehen in Lohn und Brot. Mit einem Festakt feiert Inkoop am 27. Juni sein 50-jähriges Bestehen. Alles begann mit einem Laden in Düsternort.

Delmenhorst. Als Helmut Kosten am 27. Juni 1963 seinen Selbstbedienungsmarkt mit Frischeabteilung an der Elbinger Straße eröffnet hat, konnte der heute 77-Jährige nicht ahnen, welchen Gang die Geschichte nehmen würde: 200 Quadratmeter war der Supermarkt groß, heute ist aus dem Laden ein mittelständisches Unternehmen geworden, das mit neun Märkten und 13000 Quadratmetern Verkaufsfläche als Vollsortimenter gut am Markt platziert ist: das Unternehmen Inkoop.

Helmut Kosten mischt immer noch mit im Betrieb, den Großteil der Arbeit erledigen aber heute seine Tochter Petra Kosten und ihr Schwager Bernd Oetken als Geschäftsführer. Der erste Laden firmierte noch unter dem Spar-Markt-Logo, seit 1971 steht der Name Inkoop für Verbundenheit mit der Region Delmenhorst und umzu. "Die Keimzelle an der Elbinger Straße ist heute unser Verwaltungssitz", sagt Bernd Oetken, der sich auf den Festakt zum Jubiläum freut. Dort in Düsternort habe nicht nur alles begonnen, dort seien auch die Werte gelebt worden, die noch heute gelten: vor allem die enge Bindung zu den zahlreichen Stammkunden, die in dem Konzept der Nachbarschaftsmärkte überging – der Supermarkt als sozialer Kommunikationsort. "Man trifft sich beim Einkauf, man tauscht sich aus, Verkäufer und Kunden kennen sich", sagt Petra Kosten. Das schaffe Vertrauen und Bindung.

Neun Märkte betreibt Inkoop heute, vier davon in Delmenhorst. Die Größe schwankt zwischen 1800 und 2000 Quadratmetern. "Wir sind hier fest verwurzelt", sagt Oetken. Er sagt aber auch: "Handel ist Wandel." Wer Supermärkte führe, der müsse immer mit der Zeit gehen. "Die Anforderungen an den Markt steigen", erklärt der Geschäftsführer – und meint damit nicht nur immer strenger werdende Vorschriften hinsichtlich der Hygiene und Vorgaben des Gesetzgebers, etwa bei der Pfandflaschenannahme. "Wir müssen auch den gesellschaftlichen Wandel stets im Auge behalten. Den Trend zum gesunden Essen etwa. Die Wünsche der Kunden wechseln."

Bei allem Wandel, der sich aktuell etwa in der Modernisierung des Marktes in Ganderkesee niederschlägt – dort werde die Verkaufsfläche nahezu verdoppelt – soll der Kern der Marke Inkoop stets erhalten bleiben. Für den Bezug zur Region steht schon der Name, Inkoop heißt schließlich, aus dem Plattdeutschen übersetzt, nichts anderes als Einkauf. Dafür müsse einiges getan werden in den neun Märkten. "2014 werden wir den Markt an der Oldenburger Straße grundlegend modernisieren", kündigt Kosten an. Stillstand helfe niemandem, zumal die Konkurrenz nicht schläft. Inkoop hat das Aufkommen der Discounter in den Siebziger- und Achtzigerjahren überstanden, hat sich dann, als Großmärkte auf der grünen Wiese entstanden, behaupten können. Auch dadurch, dass man ab 1983 in den Nachbargemeinden Märkte eröffnete und Reinigungen, Blumenläden, Postagenturen, Toto-Lotto-Annahmen und vieles mehr mit an den Märkten ansiedelte.

"Die Situation mit der Konkurrenz war nicht immer ganz ohne", gibt Oetken zu, weil der Druck über den Preis und die Fläche enorm gewesen sei. Aber man habe sich immer wieder neu aufgestellt und zugleich am Grundkonzept festgehalten – festgehalten an der Idee, ein familiärer Nahversorger zu sein. Das Motto lautete über die Jahre hinweg: "Sparen – ohne weit zu fahren". Zu dem Konzept gehört auch, dass Führungskräfte bei Inkoop, etwa Marktleiter, aus dem eigenen Haus rekrutiert werden. "Das ist belohnt worden", da sind sich Oetken und Kosten einig. Belohnt werden jetzt auch die mittlerweile rund 400 Mitarbeiter in den Märkten und der Verwaltung. Viele von ihnen haben bei Inkoop gelernt und sind dem Haus anschließend treu geblieben. Für alle gibt es eine große Sause bei Backenköhler in Stenum. Geladene Gäste feiern bereits zuvor, am Donnerstag, 27. Juni, an einem symbolträchtigen Platz, wie Oetken findet. "Die Markthalle als Ort des Handels mitten im Herzen der Stadt ist rechtzeitig für unseren Festakt fertig geworden", freut er sich.

Die Entwicklung in der Innenstadt verfolgt man bei Inkoop im Übrigen sehr genau. Schließlich betrieb man auch an der Lange Straße schon Märkte, zuletzt im heute verwaisten Hertie-Gebäude. Ein Inkoop-Markt wie die bislang bestehenden sei in der Fußgängerzone wirtschaftlich aber nicht zu führen. "Man müsste ein passgenaues Angebot schaffen", weiß Oetken. Doch das ist, wenn überhaupt, Zukunftsmusik. Jetzt gilt es erstmal, Vergangenheit und Gegenwart zu feiern. "50 Jahre Inkoop, das ist schon etwas Besonderes", sagt Oetken. Und Besonderes wird eben auch besonders gefeiert. Zum Beispiel mit dem ersten eigenen Kino-Spot für Inkoop, den Kinogänger noch bis September im Maxx sehen können – oder in kostenlosen Jubiläums-Magazinen, in denen auch die Geschichte des Unternehmens erzählt wird. Die Geschichte, die mit Helmut Kostens Spar-Markt 1963 begann.

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