Landkreis Oldenburg im Bundesprogramm „Kommunale Klimaschutz-Modellprojekte“ ausgewählt Aussicht auf Fördergeld für E-Dorfautos

Landkreis Oldenburg. Über die Straßen des Landkreises Oldenburg könnten schon bald elektrisch betriebene Bürger- und Dorfautos rollen. In Dünsen, Kirchseelte, Dötlingen und Ganderkesee, wo die Elektroautos eingesetzt werden sollen, sind außerdem Solar-Carports mit Speicher- und Ladestationen geplant.
01.11.2016, 00:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Antje Rickmeier

Landkreis Oldenburg. Über die Straßen des Landkreises Oldenburg könnten schon bald elektrisch betriebene Bürger- und Dorfautos rollen. In Dünsen, Kirchseelte, Dötlingen und Ganderkesee, wo die Elektroautos eingesetzt werden sollen, sind außerdem Solar-Carports mit Speicher- und Ladestationen geplant. Weitere E-Autos könnten als Dienstfahrzeuge der Kreisverwaltung und bei den Berufsbildenden Schulen in Wildeshausen zum Einsatz kommen. Der Landkreis hat Aussicht auf Fördergeld vom Bundesumweltministerium: Der Vorschlag für die Bürger- und Dorfautos ist eins von 20 Klimaschutz-Modellprojekten, die aus 277 Anträgen ausgewählt worden sind.

Ein Grund dafür könnte nach Einschätzung von Manuela Schöne sein, dass es in Dünsen und Kirchseelte bereits konkrete Überlegungen für solche Autos gibt. „Es wird schon länger darüber diskutiert, und es gibt auch schon ehrenamtliche Fahrer“, sagte die Klimaschutzmanagerin des Landkreises Oldenburg. Die Elektroautos sollen kleinere Gruppen von Bürgern zu Veranstaltungen und besonderen Zielen bringen. Die Idee sei mit dem Bürgerbus vergleichbar, doch die Elektro-Autos seien kleiner, sagte Manuela Schöne. Möglicherweise könne ein Siebensitzer eingesetzt werden. Feste Routen und Fahrzeiten wie beim Bürgerbus sind bisher nicht geplant. „Es geht um gebündelte Fahrten für Vereine oder um Einkaufsfahrten zum Markt in Harpstedt“, nannte die Klimaschutzmanagerin Beispiele. In der Gemeinde Dötlingen organisiert der Verein „Wi helpt di“ bereits Fahrten: Dort gebe es ehrenamtliche Fahrer, die mit eigenen Autos unterwegs seien. In Ganderkesee dagegen gingen die Überlegungen für ein Elektroauto eher in Richtung Car-Sharing, sagte Schöne.

Auch die Mitarbeiter der Kreisverwaltung sollen zwei Elektroautos als Dienstfahrzeuge bekommen. Die Autos, die am Kreishaus stationiert werden sollen, könnten auch Bürgern zur Verfügung stehen. Geplant sei, dass sie am Wochenende für Probefahrten ausgeliehen werden könnten, erläuterte die Klimaschutzmanagerin. Auf diese Weise sollten Berührungsängste mit der neuen Technik abgebaut werden, heißt es dazu in der Vorlage der Kreisverwaltung. Ein weiteres Elektroauto ist für die Berufsbildenden Schulen in Wildeshausen vorgesehen – als Anschauungsmöglichkeit für angehende Mechatroniker und als Dienstfahrzeug für die Hausmeister. Möglicherweise könne das Auto am Wochenende auch dem Kollegium der Schule zur Verfügung gestellt werden, sagte Manuela Schöne.

Damit die Autos aufgeladen werden können, sollen in Dünsen, Kirchseelte, Neerstedt und Ganderkesee Carports gebaut werden, an denen Solarstrom gespeichert werden kann. So werde eine Kombination der Elektroautos mit erneuerbaren Energien möglich, sagte Schöne. Unabhängig von dem Modellprojekt soll es auch in den anderen Gemeinden des Landkreises eine bessere Infrastruktur für Elektroautos geben – voraussichtlich bis Ende des Jahres: „In jeder Gemeinde soll in Kürze eine öffentliche Ladestation aufgebaut werden“, sagte sie.

In der vergangenen Woche gab der Kreistag grünes Licht. Bis Montag musste die Kreisverwaltung den Antrag für die Förderung abgeben. Wenn alles klappt, könnte ein großer Teil der Kosten in Höhe von rund 540 000 Euro vom Bund übernommen werden. Die Förderquote liege bei 80 Prozent, die Beteiligten müssten einen Eigenanteil von 20 Prozent leisten, erläuterte die Klimaschutzmanagerin. Insgesamt entfallen dann auf die fünf Kommunen 110 000 Euro. Läuft alles nach Plan, könnte das Projekt im April kommenden Jahres starten.

Doch es läuft noch ein weiterer Förderantrag beim Bundesumweltministerium. Dabei geht es nach Auskunft der Landkreis-Mitarbeiterin um klimaschonendes Verhalten im Alltag. Denkbar sei die Einrichtung von Repair-Cafés, nannte Schöne ein mögliches Projekt. Die Klimaschutzmanagerin möchte auch Jugendliche stärker für den Klimaschutz begeistern. Ein Projekt mit Studenten der Jade-Hochschule habe ergeben, dass Klimaschutz „cool“ sein müsse, wenn man Jugendliche dafür begeistern wolle. Ein mögliches Jugend-Projekt sei eine Disko, in der durch Tanzen Energie erzeugt werde.

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