Gleisneubau zwischen Hude und Wüsting Bahnstrecke wird zum Nadelöhr

Wer auf der Strecke zwischen Bremen und Oldenburg zwischen dem 17. April und 29. Mai in den Zug steigen möchte, muss sich auf Einschränkungen im Bahnverkehr gefasst machen.
30.03.2016, 00:00
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Bahnstrecke wird zum Nadelöhr
Von Christina Steinacker

Wer auf der Strecke zwischen Bremen und Oldenburg zwischen dem 17. April und 29. Mai in den Zug steigen möchte, muss sich auf Einschränkungen im Bahnverkehr gefasst machen.

Aufgrund von Gleisarbeiten zwischen Hude und Wüsting ändern sich Fahrzeiten, es entfallen Halte an den Bahnhöfen – auch in Delmenhorst – oder auch komplette Zugverbindungen. Auf sieben Kilometern werden in dem Abschnitt die Gleise instand gesetzt, parallel dazu errichtet die Bahn Lärmschutzwände.

Das Vorhaben betrifft die Strecken in beide Richtungen. Gleise müssten „alle paar Jahrzehnte mal erneuert“ werden, sagt eine Sprecherin der Bahn, und da gehöre dann alles dazu: Schiene, Schwelle und auch der Schotter. Vonstatten gehen soll dies abschnittsweise – und daher steht in den sechs Wochen dann immer nur ein Streckengleis zur Verfügung. „Wir sagen immer: Die Bauarbeiten finden unter dem rollenden Rad statt“, erklärt die Bahnsprecherin. Der Bahnverkehr sei in dieser Zeit dadurch eben nicht komplett gesperrt, aber Fahrgäste müssten dennoch mit Einschränkungen rechnen.

Und die sehen folgendermaßen aus: Fernverkehrszüge können laut Bahn wegen der geringen Streckenkapazität in dieser Zeit nicht alle Halte in Delmenhorst, Hude und Oldenburg bedienen. Einige Züge müssen sogar auf Teilstrecken ausfallen. Ein Fernzug von Oldenburg nach Bremen sowie 38 Nahverkehrszüge werden dann täglich gestrichen. Im Güterverkehr sollen durchschnittlich zehn Züge pro Tag umgeleitet werden.

Heißt: Wer also sonst beispielsweise in Delmenhorst direkt mit einem IC oder ICE abfahren konnte, muss in dieser Zeit gegebenenfalls erst einen Bummelzug nach Bremen nehmen und dort dann umsteigen. Im Regionalverkehr fahren die Züge der Linie RE 1 sowie der Nordwestbahn weiterhin die Bahnhöfe an, allerdings verkehren sie zwischen Bremen und Oldenburg mit geänderten Fahrzeiten. „Das kann sich um ein paar Minuten handeln“, heißt es seitens der Bahn. Insgesamt fallen somit im Personenverkehr auf dieser Strecke in beide Richtungen rund 20 Prozent der Züge aus. Für Pendler bedeuten die gestrichenen Fernverkehrs-Stopps darüber hinaus, dass ihnen noch weniger Züge zur Auswahl stehen, weil manche einfach am Bahnsteig vorbeirauschen.

Die Bauarbeiten zwischen Hude und Wüsting, deren Gesamtkosten für Gleiserneuerung und Lärmschutz nach Auskunft der Bahn 13,8 Millionen Euro betragen, sind Teil des umfangreichen Sanierungsprogramms der Deutschen Bahn. Das Unternehmen will bis zum Jahr 2019 insgesamt 28 Milliarden Euro ausgeben, um sein Netz auf Vordermann zu bringen. In Bremen und Niedersachsen steckt die Bahn während des laufenden Jahres 380 Millionen Euro in die Infrastruktur: in 350 Kilometer Gleise, 170 Weichen, in die Sanierung maroder Brücken und in den Neubau moderner Stellwerke.

Hude soll auch Schallschutz nach dem Lärmsanierungsprogramm des Bundes bekommen. Nach Auskunft der Bahn werden dort mehrere Wände mit einer Gesamtlänge von 1491 Metern errichtet. Längere Abschnitte, so hatte es ein Vertreter der DB Projektbau bei der Vorstellung der Pläne vor zwei Jahren erläutert, sollen die Bahnlinie nach Süden abschirmen und eine kürzere Wand nach Norden. Damals war jedoch noch von einer Gesamtlänge von 1622 Metern die Rede, demnach dürften Teile wieder aus der Planung herausgefallen sein. Anwohner, die im direkten Umkreis der Baustellen wohnen, würden persönlich über die Arbeiten informiert, heißt es. Da die Bauarbeiter per Signalhorn vor herannahenden Zügen gewarnt werden – und das zum Teil auch nachts – müssen sich die Anwohner in dieser Zeit auf Lärmbelästigungen einstellen.

Die Bahn empfiehlt Fahrgästen, sich rechtzeitig vor Fahrtantritt über die Verbindungen zu informieren und mehr Reisezeit einzukalkulieren. Die Bau-Fahrpläne seien in allen Informationssystemen abrufbar, heißt es. Eine entsprechende Service-Hotline ist (für 20 Cent pro Minute aus dem Festnetz) unter Telefon (0180) 699 6633 erreichbar, Informationen im Internet sind auf den Seiten www.bahn.de/reiseauskunft, www.nordwestbahn.de oder http://bauarbeiten.bahn.de/niedersachsen-bremen zu finden.

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