Sanierung kostet 3,4 Millionen Euro

Bahnhof wird barrierefrei

Der barrierefreie Ausbau des Bahnhofs Heidkrug hat Montag begonnen. Zu der Modernisierung gehören der Bau zweier neuer Bahnsteige mit jeweils einer Länge von 220 Metern und einer Höhe von 76 Zentimetern.
12.04.2021, 19:45
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Bahnhof wird barrierefrei
Von Gerwin Möller
Bahnhof wird barrierefrei

Mit über 3,4 Millionen Euro aus dem „Förderprogramm zur Attraktivitätssteigerung und Barrierefreiheit an Bahnhöfen" werden am Bahnhof Heidkrug zwei neue Bahnsteige gebaut.

INGO MÖLLERS

Der barrierefreie Ausbau des Bahnhofs Heidkrug hat am Montag begonnen: Zunächst für Reisende noch wenig sichtbar, finden die bauvorbereitenden Maßnahmen statt. Dazu zählen unter anderem die Baustelleneinrichtung und die Herstellung einer Baustraße. Begonnen wurde mit Vorarbeiten auch am Leitstand beim Winterweg.

Zu der Modernisierung gehören der Bau zweier neuer Bahnsteige mit jeweils einer Länge von 220 Metern und einer Höhe von 76 Zentimetern. Damit soll ein barrierefreier Zugang in die Züge ermöglicht werden. Zudem wird die Beleuchtungsanlage erneuert. Beide Bahnsteige erhalten außerdem neue Wetterschutzhäuschen und eine moderne Bahnsteigausstattung inklusive Fahrgastinformationssystem.

Der Bund investiert im Rahmen des „Förderprogramms zur Attraktivitätssteigerung und Barrierefreiheit an Bahnhöfen“ über 3,4 Millionen Euro in diese Maßnahme. Als einer von bundesweit 111 kleineren Bahnhöfen profitiert der Bahnhof Heidkrug von der Umbauaktion, insgesamt fließen für diese Maßnahmen rund 330 Millionen Euro.

Ursprünglich waren die Bauarbeiten bereits für 2018 geplant gewesen, mussten dann aber aufgrund strengerer Auflagen zum zulässigen Baulärm und der sich daraus ergebenden Verzögerungen verschoben werden. Die jetzt begonnene Maßnahme ist Bestandteil des „1.000-Bahnhöfe-Programms“ des Bundes, der zusammen mit den Maßnahmen aus der Leistungs- und Finanzierungsvereinbarung III über fünf Milliarden Euro in das deutsche Schienennetz investiert. Die Inbetriebnahme des barrierefreien Bahnhofs Heidkrug ist für Sommer 2022 geplant.

Im Zusammenhang mit dem Ausbau des Bahnhofs wird die Deutsche Bahn AG auf der Nordseite, in Fahrtrichtung Delmenhorst, ihre Bike & Ride Anlage mit 14 über­dachten Stellplätzen abbauen. Erneuert wird lediglich der Fahrgast­unterstand. Es bleibt an Gleis 1 (Fahrtrichtung Bremen) eine kombinierte B & R Anlage mit über­dachtem Wartebereich, die sich in städtischem Eigentum befindet. Aus Sicht der Stadtverwaltung sollte an diesem Standort eine B & R Anlage aber nicht nur vorhanden sein, sondern die Anzahl der derzeit 14 Stellplätze sollte aufgrund der bisherigen Aus­lastung erhöht werden. "Die Planung einer optimal zugänglichen B & R Anlage ist ein weiterer Baustein für das Klimaschutzkonzept Delmenhorst", heißt es in einer Verwaltungsvorlage aus dem Dezember vergangenen Jahres. Um Fahrradfahrern eine bessere Infrastruktur zu bieten, stellen sich der Stadt noch einige Aufgaben. Im Fahrradklimatest des ADFC belegt die Stadt mit der Schulnote 4 nur Mittelmaß (wir berichteten).

Im Rahmen des jetzt beginnenden Stationsausbaus sollen insgesamt 36 überdachte Stellplätze entstehen. Zum einen soll eine überdachte Doppelstockanlage mit 24 Stellplätzen gebaut werden. Zusätzlich ist angedacht, eine weitere eingeschossige Anlage mit zwölf Stellplätzen vorzusehen. Mittels einer gasdruckfederunterstützten Hebehilfe soll das Herunter- und Hochklappen der oberen Einstellschiene erleichtert werden. Aufgrund der begrenzten Platzverhältnisse könnten sichere Abstellmöglichkeiten, beispielsweise in Form einer Sammelschließanlage, nicht realisiert werden, hatte das Rathaus erklärt.

Als Kosten für den neuen Platz im B & R Bereich wird mit etwa 95.000 Euro gerechnet, der städtische Eigenanteil an den Unterstellplätzen wurde mit 35.000 Euro kalkuliert.

Die Verbesserung der Infrastruktur für den Radverkehr hat sich auch die Metropolregion Nordwest mit einer Machbarkeitsstudie auf die Fahnen geschrieben. Ziel ist die bessere Erreichbarkeit der Zentren Bremen, Delmenhorst und Oldenburg. Es geht darum, das Radwegenetz zwischen den Ober- und Mittelzentren dieser Region zu stärken. Attraktive Radwegeverbindungen für Berufspendler im ländlichen Raum der Metropolregion sollen die Lücke zwischen rechtlich vorgegebenen Bedingungen für Standard-Radwege und Radschnellwege schließen.

Auch im Umfeld des Bahnhofs Heidkrug wird noch gearbeitet: Gleisbauarbeiten sind der Grund für eine Sperrung des Bahnübergangs „Großer Tannenweg“. Der Bahnübergang ist dort für den gesamten Kraftfahrzeugverkehr gesperrt. Nur Fußgänger und Radfahrer können den Bahnübergang zurzeit passieren. Eine örtliche Umleitung wurde ausgeschildert. Im Zuge der Umleitung ist darauf zu achten, dass die Unterführung an der Asternstraße eine maximale Durchfahrtshöhe von 3,2 Meter hat.

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