BBS II Delmenhorst

Techniker stellen Projektarbeit vor

Um aus einem Holzklotz ein 3D-Modell zu verwandeln, braucht es entweder ein Schnitzmesser oder einen modernen Industrieroboter. Mit Letzterem beschäftigen sich die Techniker der BBS II in Delmenhorst.
14.05.2021, 18:33
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Techniker stellen Projektarbeit vor
Von Björn Struß
Techniker stellen Projektarbeit vor

Pierre Schulze (links, stehend) mit seinen Schülern Sascha Krüger, Simon Müller, Kristian Lange und Alexander Tittel (von links).

INGO MÖLLERS

Auf den ersten Blick ist es nur ein Stück Holz. Tatsächlich haben aber vier Technik-Experten jeweils 160 Stunden Arbeitszeit investiert, um einer Maschine beizubringen, jede Rundung und jeden Winkel millimetergenau zu fräsen. Nach einem Jahr voller Theorie konnten Kristian Lange, Sascha Krüger, Simon Müller und Alexander Tittel auf ihrem Weg zum staatlich geprüften Techniker so richtig durchstarten. In ihrer Projektarbeit widmen sie sich an den Berufsbildenden Schulen (BBS) II einem Industrieroboter, der dreidimensionale Modelle erstellen kann. Wenn Architekten einmal vor der Aufgabe stehen, nach dem Abriss der Hertie-Immobilie ihre Vorstellungen für einen Neubau darzustellen, könnte diese Technik zum Einsatz kommen.

Für die Präsentation muss ein Roboter im Spielzeug-Format herhalten, tatsächlich haben die Arme aber eine Spannweite von über zwei Metern. "Fünf Achsen entscheiden über die Bewegungen", erklärt Kristian Lange. Neben dem richtigen Umgang mit der Maschine geht es auch um die richtigen Einstellungen per Computerprogramm. "Man muss keine Programmiersprache beherrschen, trotzdem ist es hilfreich, einen CNC-Code lesen zu können", erklärt Lange. Er ist ausgebildeter Mechatroniker und arbeitet für Daimler. Nach der zweijährigen Fortbildung zum staatlich geprüften Techniker kehrt er in dieses Unternehmen zurück.

Für Pierre Schulze, Leiter der Technikerschule, ist das der optimale Fall. Einige Absolventen nutzten ihren Abschluss aber auch, um sich neu zu bewerben. "Die Projektarbeit kann dafür auch wie eine Visitenkarte wirken", erklärt er. Manchmal ergäben sich auch berufliche Aussichten bei den Unternehmen, die mit der BBS II kooperieren. Denn die Projektarbeiten entstehen nicht nur für Lehrzwecke, dahinter steht immer ein Betrieb, der nach neuen Lösungen für die Produktion sucht. Bei dem Fräsroboter ist das „Diefabrik“ aus Oldenburg. Schulze verlangt auch eine ausführliche schriftliche Dokumentation. "Da kommen schnell 70 Seiten zusammen. Das ist wie eine kleine Bachelorarbeit", sagt er.

An den BBS II stehen nun 15 junge Männer vor ihren Prüfungen. Für den nächsten Jahrgang sind im Bereich Elektrotechnik noch Plätze frei. Interessierte können sich online auf bbs2.de informieren.

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