Delmenhorst Beeindruckende Ausstellung gegen das Vergessen

Delmenhorst. Im Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus ist gestern – am Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz – im Delmenhorster Rathaus die Ausstellung „entwertet. ausgegrenzt.
28.01.2015, 00:00
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Von Marco Julius

Im Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus ist gestern – am Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz – im Delmenhorster Rathaus die Ausstellung „entwertet. ausgegrenzt. getötet.“ eröffnet worden. Die Ausstellung thematisiert – wie berichtet – den staatlich organisierten Krankenmord zwischen 1939 und 1945, dem mehr als 200 000 Menschen, darunter 10 000 Kinder, zum Opfer fielen. Zu den als „lebensunwert“ Verurteilten gehörten unter anderem Patienten der Bremer Nervenklinik, aber auch Jugendliche und Kinder des Hauses Reddersen, der ersten bremischen Pflege- und Erziehungsanstalt. Weitere Bremer Mädchen und Jungen starben in der „Kinderfachabteilung“ Lüneburg eines gewaltsamen Todes. Auch Delmenhorster Kinder waren unter den Opfern.

Bürgermeisterin Antje Beilemann (SPD) erinnerte in ihrer Rede nicht nur an Auschwitz, „die Vernichtungs- und Mordfabrik, ein Lager, wie es keines in der Geschichte gegeben hat“, an die Verbrechen, die im deutschen Namen in der Zeit von 1933 bis 1945 begangen wurden. Sie machte zugleich deutlich, dass es eine Verantwortung gebe, die Erinnerung an die Gräueltaten wachzuhalten. Hass, Intoleranz, Rassismus und Antisemitismus müsse man auch heute noch entschlossen entgegentreten.

Die Kulturwissenschaftlerin Gerda Engelbracht stellte anschließend ihr Buch „Medizinverbrechen an Bremer Kindern und Jugendlichen in der Zeit des Nationalsozialismus“ vor. Die Zeitzeugen Friedrich Buhlrich und Hans Walter Küchelmann, die ihre Geschwister aufgrund der Rassenpolitik der Nazis verloren haben, berichteten über ihre Erfahrungen im Umgang mit den Verbrechen.

Die Ausstellung ist bis zum 10. Februar im Rathaus zu sehen.

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