Tag des offenen Denkmals Besuch in der Musikschule Delmenhorst

Delmenhorst. Die Türen historisch bedeutsamer Gebäude sind am bundesweiten Tag des offenen Denkmals unter dem Motto 'Kultur in Bewegung - Reisen, Handel und Verkehr' auch in Delmenhorst geöffnet worden, zum Beispiel auch die der Musikschule.
13.09.2010, 05:00
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Von Elke Lutzebäck

Delmenhorst. Die Türen historisch bedeutsamer Gebäude sind am gestrigen, bundesweiten Tag des offenen Denkmals unter dem Motto 'Kultur in Bewegung - Reisen, Handel und Verkehr' auch in Delmenhorst geöffnet worden. Mit zahlreichen Informationen gespickte Führungen und ein Erzählspaziergang sollten den Wissensdurst der Teilnehmer stillen.

Gästeführerin Regina Ungethüm-Meißner stellte bei einer Führung die Architektur der Rathausanlage vor und erläuterte Wissenswertes über die Politik zur Zeit der Entstehung des Gebäudes. Nach einer Pause begab sie sich später mit einer Gruppe ab den Delmeterrassen auf die Spuren einer alten Handelsroute durch Delmenhorst. Bestiegen werden konnte daneben auch der 100 Jahre alte Wasserturm, der bei gutem Wetter in alle vier Himmelsrichtungen einen weit reichenden Blick über Delmenhorst und die Grenzen der Stadt hinaus bietet.

Die als 'Rote Jahnschule' unter Denkmalschutz stehende Musikschule (DMS) an der Schulstraße ist ebenfalls mit einer interessanten Geschichte verbunden. Die gab der Leiter Michael Müller während eines Vortrags mit anschließendem Rundgang nicht nur zum Tag der offenen Tür für Erwachsene, sondern eben auch anlässlich des Denkmal-Tags zum Besten.

Eingefunden hatten sich auch Dagmar und Winfried Oehler. 'Wir waren in Bremen und haben uns das ehemalige Kaffee-Hag-Gelände angesehen. Das war sehr interessant und informativ', berichtete das Ehepaar, das vor 20 Jahren Delmenhorst zur Wahlheimat erklärt hatte und von Köln hergezogen war. Bei Gästeführungen hätten sie schon einiges über die Historie der Stadt erfahren und längst den Wasserturm bestiegen. Jetzt wollten sie mehr über die Musikschule wissen.

Ältestes Schulgebäude der Stadt

Das Haus an der Schulstraße 19 wurde 1873 gebaut, als Mädchenschule eröffnet und ist heute das älteste Schulgebäude der Stadt, erfuhren sie. Die Musikschule zog 1987 ein. Davor war im Haus zeitweise eine Außenstelle des Gymnasiums an der Willmsstraße untergebracht. Müller selbst hat einst dort die Schulbank gedrückt. 'Da, wo ich jetzt sitze, habe ich schon damals gesessen. Ich habe mich also nicht sonderlich verbessert, nur die Funktion ist eine andere', witzelte der MSD-Chef. Er plauderte munter aus dem Nähkästchen und erzählte, dass das Gebäude 1985 unter Denkmalschutz gestellt, entkernt und wieder aufgemöbelt worden sei.

Beim Denkmalschutz müssen etliche Auflagen eingehalten werden, erklärte Müller. Einige im Gebäude verteilte Lampen seien beispielsweise den Original-Kugellampen nachempfunden, die dort einmal gehangen haben. Die Farbgebung der Türen, die ursprüngliche Größe von zwei Klassenräumen und die Aufteilung der Fenster - all dies musste außerdem erhalten bleiben.

Das Toilettenhäuschen hat unterdessen, so Müller weiter, eine völlig neue Funktion. Dort nämlich geht heute der Schlagzeugunterricht über die Bühne. Er listete viele weitere Veränderungen auf, die am und im Haus vorgenommen wurden. Jetzt waren nicht nur die Oehlers mit reichlich Informationen versorgt. Doch Winfried Oehler bedauert: 'Den Tag des offenen Denkmals gibt es ja nur einmal im Jahr; da muss man sich einteilen, wo man hin will.'

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