Rettungsorganisationen zeigen beim „Tag der Helfer“ ihr Können Besucher helfen bei der Deichsicherung

Delmenhorst. Zahlreiche Besucher strömten gestern zum „Tag der Helfer“ im neuen Deichhorst, um sich bei Polizei, Feuerwehr und Co. über Rettungsmaßnahmen zu informieren oder um einfach Spaß zu haben.
28.04.2014, 00:00
Lesedauer: 2 Min
Zur Merkliste
Besucher helfen bei der Deichsicherung
Von Esther Nöggerath

Zahlreiche Besucher strömten gestern zum „Tag der Helfer“ im neuen Deichhorst, um sich bei Polizei, Feuerwehr und Co. über Rettungsmaßnahmen zu informieren, sich beim Entenangeln oder Dosenwerfen auszutoben oder bei einer der zahlreichen Aktionen zuzuschauen. Als beim simulierten Deichbruch das Wasser überzulaufen drohte, packten alle gemeinsam mit an.

Es war glücklicherweise kein Ernstfall, als gestern Mittag zum wiederholten Male das Martinshorn erschallte, sondern nur eine der Einsatzübungen, die die Kreisfeuerwehr beim „Tag der Helfer“ im neuen Deichhorst vor der Divarena vorführte. Die „Autozerschneidung“ war eine von zahlreichen Aktionen, die den vielen Zuschauern an diesem Sonntag geboten wurden.

Zu jeder vollen Stunde rückten Einsatzfahrzeuge aus und fuhren auf den großen Platz an der Theodor-Heuss-Straße, um zum vermeintlichen Unfallort zu fahren. Dort hatten sich auch um 13 Uhr zwei Freiwillige bereitwillig in einen alten Volkswagen gesetzt, um sich anschließend von den Feuerwehrleuten aus dem Wagen schneiden zu lassen. Während die Sanitäter durch die Fenster beruhigend auf die beiden „Patienten“ einredeten, bereiteten die Feuerwehrmänner die Befreiung der Insassen vor: Nachdem die Heckscheibe eingeschlagen wurde, wurde die Kofferraumklappe aufgebrochen und gesichert, sodass der erste Rettungsassistent von hinten bereits in den Wagen krabbeln konnte. Im Anschluss schnitten die Helfer die Fahrertür auf und ganz ab – dabei wurde der Fahrer selbst durch ein Brett und eine Folie vor Verletzungen durch Splitter geschützt.

Danach erfolgt das gleiche Prozedere auch mit der Beifahrertür. Der Beifahrer konnte selbst zum Krankenwagen gehen, der Fahrer wurde noch im Wagen auf eine Trage gelegt und horizontal aus dem Fahrzeug gezogen. Diese sogenannte Schon-Rettung dauerte rund 20 Minuten, dann waren die beiden Freiwilligen befreit. Im Ernstfall könne ein solcher Einsatz auch schon mal bis zu einer Stunde dauern, erklärt Thorsten Schnitger über die Lautsprecher den Zuschauern. Das Auto war nach der Rettungsaktion schrottreif – um den Abschleppdienst kümmere sich dann im Normalfall die Polizei.

Auf dem Platz vor der Divarena war einiges los. Auch zur Mittagszeit war der „Tag der Helfer“ gut besucht. Besonders die vielen Kinder bestaunten gebannt die Oldtimer-Feuerwehrwagen, durften bei der Jugendfeuerwehr Delmenhorst in einem der Fahrzeuge auch mal Probesitzen oder konnten sich beim Bungee-Trampolin des DLRG in Höhenflügen üben. Die älteren Besucher wurden besonders vom Rettungshubschrauber der Verkehrswacht Vechta und vom Kran angelockt, mit dem die Zuschauer in einem Glaskasten gut 60 Meter in die Höhe gezogen wurden. Um einmal einen Blick über das Festgelände und die Stadt erhaschen zu können, standen zahlreiche Gäste auch länger in der Schlange, die sich zwischenzeitlich vor dem Kran gebildet hatte.

Die Vorführung der Rettungshundestaffel aus Lemwerder verschob sich wegen der Überschneidung mit der Autozerschneidung etwas nach hinten. Mit etwas Verspätung konnten dann aber auch die Vierbeiner den Zuschauern zeigen, wie sie auch bei großem Tumult konzentriert nach Vermissten suchten.

Einer der Höhepunkte an diesem Nachmittag war der simulierte Deichbruch, bei dem auch die Besucher mit einbezogen wurden: Sie durften unter fachmännischer Anleitung Sandsäcke befüllen und anschließend in einer Menschenkette kreuzweise auf den Wall befördern. Auf dem oberen, steileren Deichbereich übergaben sie das Steuer dann wieder den Profis. Dort standen die Mitglieder vom Technischen Hilfswerk bereit, um den Deich zu sichern. Der Deichbruch wurde erfolgreich verhindert – und der „Tag der Helfer“ ging ohne eine wirkliche Katastrophe zu Ende.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+