Veranstaltungen Reisen zurück in das Mittelalter und die Kindheit

Die Graftanlagen in Delmenhorst verwandeln sich im Juli an zwei Wochenenden wieder zum Ort der Kultur. Los geht es mit Graf Gerds Stadtgetümmel. Zwei Wochen später bricht dann die Zeit für Burginselträume an.
27.06.2022, 14:56
Lesedauer: 4 Min
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Reisen zurück in das Mittelalter und die Kindheit
Von Kerstin Bendix-Karsten

Eine Zeitreise ins Mittelalter steht am kommenden Wochenende in Delmenhorst an, wenn sich Gaukler, Ritter, Burgfräulein und Bogenschützen auf Einladung Graf Gerds, der vor über 500 Jahren auch der Mutige oder der Streitbare genannt wurde, zum diesjährigen Stadtgetümmel treffen. Nach zweijähriger Corona-Pause werden sie am Sonnabend und Sonntag, 2. und 3. Juli, wieder den Ruf "Seid gegrüßt" über die Burginsel und Hotelwiese schallen lassen. Im Gefolge befinden sich mehr als 35 Händler, Handwerker und Heerlager, die ihre Waren feilbieten und ihre Handwerkskunst präsentieren werden, teilt die Delmenhorster Wirtschaftsförderungsgesellschaft (DWFG) als Organisatorin der Veranstaltung mit.

Zu Graf Gerds Stadtgetümmel, das in diesem Jahr zum bereits zwölften Mal stattfindet, werden laut Ankündigung viele alte Handwerkskünste zu erleben sein. Bestaunt werden können unter anderem die Salzerey, der Schmied und die Pfeifenschnitzerei. Auch den Kerzenziehern oder den Töpfern können die Besucher bei der Arbeit über die Schulter schauen. Zudem werde die „Schreiberin“ die Kunst der mittelalterlichen Schrift sowie die Herstellung von Tinte zeigen.

Von Greifvögeln und Gauklern

Während die Besucher in ein vergangenes Zeitalter eintauchen und das Leben der Heerlager nachempfinden und vielleicht sogar Zeuge eines Heerlagerkampfes werden, übernehmen die Greifvögel der Falknerei „skyhunters in nature“ die Lufthoheit. Auch für mittelalterliche Klänge ist gesorgt. Wie die DWFG weiter mitteilt, werden auf dem gesamten Veranstaltungsgelände die Gruppen Vielgestalt und Hyttis unterwegs sein und die Besucher mit ihren Melodien in eine andere Zeit entführen. Außerdem wollen die Gaukler Tamino und Tumalon allerlei Schabernack treiben und die Besucher mit ihrem Programm zum Lachen und Mitmachen animieren. Für passende Verpflegung der Besucher des Stadtgetümmels sei ebenfalls gesorgt. "Von Klassikern wie dem beliebten Knobi-Brot bis hin zu Roggentaschen oder der Whiskey-Taverne ist für fast jeden Geschmack etwas dabei", heißt es seitens der DWFG.

Passend zum Stadtgetümmel bietet Gästebegleiterin Dorte Wedekind am Vorabend, 1. Juli, einen einstündigen Rundgang zum Thema „Ketzer, Hexen und Grafen“ an. „Frowe“ Heilwig begleitet – historisch gekleidet – die Besucher auf die Burginsel und erzählt dabei vom schweren Schicksal der Stedinger Bauern und warum sie zur Gründung der Stadt beigetragen haben, heißt es. Zu erfahren sei auch, warum es im Mittelalter zu Ketzerei und Hexenverfolgungen kommen konnte. Die Führung kostet fünf Euro pro Person, Kinder bis 14 Jahren können in Begleitung Erwachsener kostenlos teilnehmen. Treffpunkt ist um 18 Uhr am Burgmodell beim Eingang zur Graft.

Das Mittelalterfest mit bis zu 4000 Besuchern findet seit 2010 immer am ersten Juliwochenende auf der Burginsel statt. Es fällt damit in die für Tiere besonders sensible Brut- und Setzzeit. Aus diesem Grund fällte die Politik im März die Entscheidung, für das diesjährige Stadtgetümmel ein letztes Mal eine Ausnahmegenehmigung zu erteilen (wir berichteten). Ab kommendem Jahr muss die DWFG als Veranstalter gemeinsam mit den Schaustellern einen anderen Termin finden, der nicht in die Zeit vom 1. April bis 15. Juli fällt.

Zurück in die Kindheit

Mit diesem Problem ist hingegen eine andere beliebte Veranstaltung, die ebenfalls die Burginsel als Austragungsort hat, nicht konfrontiert: die Burginselträume. Die achte Auflage der musischen Parkinszenierung in sommerlicher Dunkelheit führt in diesem Jahr am Freitag und Sonnabend, 22. und 23. Juli, zurück in die Kindheit, heißt es in der Ankündigung. Hierfür verwandelt das städtische Kulturbüro in Kooperation mit dem Berliner Theater Anu das Zentrum der Graftanlagen unter dem Motto „Sternenzeit – Im Land meiner Kindheit“ an beiden Tagen von 22 bis 1 Uhr in einen Ort voller Magie. In dieser Zeit können die Gäste das Erlebnis mit verschiedenen Aufführungen und Lichtinstallationen genießen.

Dort, wo die Bäume noch Gesichter haben, setze ein elfisches Wesen ein Mobile aus Lichterkugeln in Gang. Unter den Bäumen sollen fantastische Geschichten erzählt werden. Im Lichterlabyrinth berichten laut Ankündigung die Erzählerinnen von unglaublichen Begebenheiten aus alter Zeit, die vor dem inneren Auge eine völlig neue Welt entstehen lassen. Vor einer Schattenwand werde eine Frau erwachen – und mit ihr zwei Schatten. "Im Schattentraum schlagen sie unglaubliche Kapriolen, bis sie sich am Ende die Hand reichen und gemeinsam fortgehen", erklärt das Kulturbüro. Eine Begegnung mit dem König, der nicht schlafen konnte, soll zudem eigene Kinderträume wecken. All diese Szenen werden ununterbrochen im Loop gespielt. Am Wegesrand laden Guckkästen, Kaleidoskope, Lichtfänger und Lichtinstallationen zum Verweilen ein.

Zur Sache

Öffnungszeiten und Preise

Das zwölfte Graf Gerds Stadtgetümmel ist am Sonnabend, 2. Juli, von 11 bis 23 Uhr sowie am Sonntag, 3. Juli, von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Es findet auf der Burginsel und Hotelwiese statt. Die offizielle Markteröffnung ist am Sonnabend um 12 Uhr auf der Burginsel. Eine Tageskarte kostet fünf Euro, eine Wochenendkarte acht Euro. Kinder unter Schwertmaß haben freien Eintritt.

Die achten Burginselträume sind am Freitag und Sonnabend, 22. und 23. Juli, von 22 bis 1 Uhr geöffnet. Ein gesamter Rundgang dauert etwa 90 Minuten und kann zwischen 22 und 23.30 Uhr begonnen werden. Der Eintritt kostet im Vorverkauf zehn Euro und an der Abendkasse zwölf Euro. Weitere Information und Karten im Vorverkauf gibt es beim Kulturbüro (Telefon: 0 42 21 / 99 24 64, E-Mail: kulturbuero@delmenhorst.de). Unterstützt wird die Veranstaltung von den Genossenschaftsbanken Oldenburg-Land und Delmenhorst. 

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