Gemeinde hat Container bestellt CDU will sozialen Wohnungsbau

Ganderkesee (jbr). Im Zusammenhang mit der steigenden Zahl von Flüchtlingen in der Gemeinde Ganderkesee gibt es inzwischen fast täglich neue Ideen und Vorhaben, auf die Situation zu reagieren.
19.08.2015, 00:00
Lesedauer: 2 Min
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CDU will sozialen Wohnungsbau
Von Jochen Brünner

Im Zusammenhang mit der steigenden Zahl von Flüchtlingen in der Gemeinde Ganderkesee gibt es inzwischen fast täglich neue Ideen und Vorhaben, auf die Situation zu reagieren.

Cindy Klüner, Vorsitzende des CDU-Gemeindeverbandes, hat in einer Erklärung im Namen ihrer Partei gefordert, mittelfristig mehr sozialen Wohnraum in der Gemeinde zu schaffen. „Die Prognosezahlen verändern sich fast täglich, sodass die Gemeinde mittelfristig mit über 400 neuen Mitbewohnern rechnen darf. Eine Unterbringung in Wohncontainern darf nur eine Übergangslösung sein“, betont die CDU-Vorsitzende. Entsprechende „mobile Unterkünfte“ habe die Gemeinde inzwischen beim Landkreis Oldenburg bestellt, bestätigte Gemeindesprecher Hauke Gruhn auf Nachfrage. Zu infrage kommenden Standorten wollte er sich jedoch nicht konkret äußern.

Da sich die Gemeinde langfristig auf steigende Flüchtlingszahlen einrichten müsse, sieht Klüner im sozialen Wohnungsbau eine „menschenwürdige Lösung“. Zwar ist auch der CDU-Vorsitzenden bewusst, dass der Bau von Sozialwohnungen das akute Problem der Unterbringung nicht kurzfristig lösen kann – dafür aber „langfristig und sozial“. Die Wohnungen sollten dabei so gestaltet sein, dass sie eines Tages, wenn der Bedarf für Flüchtlinge nicht mehr so groß sei, auch für Senioren oder Singles geeignet seien. Auch der CDU-Fraktionsvorsitzende Dietmar Mietrach bekannte in diesem Zusammenhang selbstkritisch, dass die Gemeinde Ganderkesee das Thema sozialer Wohnungsbau in der Vergangenheit „verpennt“ habe.

Fritz Werner Bergmann, der sich unter anderem im Dienst der „Tafel“ um die Flüchtlinge kümmert, bemüht sich gegenwärtig darum, in Kooperation mit den Delme-Werkstätten eine Fahrrad-Werkstatt aufzubauen, die gebrauchte und gespendete Räder wieder fahrtüchtig machen soll, um sie dann den Flüchtlingen zur Verfügung zu stellen. Dabei sollen auch zwei syrische „Praktikanten“ zum Einsatz kommen. Die Gemeinde rüste allerdings nur jene Flüchtlinge mit Fahrrädern aus, die außerhalb des Ortskerns untergebracht seien, betonte Gruhn. Die 38 Albaner, die seit gestern im Notquartier in der Turnhalle am Habbrügger Weg untergebracht seien, würden dementsprechend keine Räder erhalten.

Nachdem der Freundeskreis Kulturhaus Müller auf Anregung der Bürgerstiftung Ganderkesee bereits im Frühjahr Wörterbücher angeschafft hatte, soll die Aktion nach Auskunft von Astrid Fuchs von der Bürgerstiftung nun wiederholt werden. Dabei handele es sich vor allem um visuelle Wörterbücher, die Gegenstände anhand von Bildern erklären würden, sagte Fuchs. Die stellvertretende Bürgermeisterin Christel Zießler berichtete unterdessen, dass eine der Flüchtlings-Familien, die in Falkenburg untergebracht seien, vor Kurzem Nachwuchs bekommen hätte. Die Nachbarn hätten für die Familie gesammelt und

die neuen Mitbürger toll unterstützt.

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