Kantorei St. Katharinen überzeugte beim Jubiläumskonzert anlässlich des 25. Geburtstags mit unangestrengtem und leichten Gesang „Chorfutter“ und echte Reißer

Ganderkesee-Schönemoor. „Montagabend? Probe! Herrlich!" Das war Ralf Mühlbrandts glückliches Schlusswort, bevor die St.-Katharinen-Kantorei das Konzert zum 25-jährigen Bestehen des Chors am Sonntagabend in der St.
13.06.2017, 00:00
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Von Günter Matysiak

Ganderkesee-Schönemoor. „Montagabend? Probe! Herrlich!" Das war Ralf Mühlbrandts glückliches Schlusswort, bevor die St.-Katharinen-Kantorei das Konzert zum 25-jährigen Bestehen des Chors am Sonntagabend in der St.-Katharinen-Kirche mit dem Spiritual „All Night, all Day“ beendete. Dass der Chor seinem Chorleiter diese Begeisterung auch zurückgibt, war in jedem Teil des 90-Minuten-Programms zu hören. Vielleicht hätte man sich das einleitende „Singet, springet, jubilieret“ von Georg Friedrich Händel noch tänzerischer im Ausdruck denken können, aber man war hier gleich beeindruckt von der unangestrengten Leichtheit, mit der der Chor singt.

Bereits das „Ave verum corpus“ von Wolfgang Amadeus Mozart meisterten die Sängerinnen und Sänger mit ausschwingenden, großen Melodiebögen. Weiche Soprane ohne jede Schärfen sowie tragfähige Altstimmen gaben dann Charles Gounods Motette „Da pacem, domine“ ihren romantischen Klang, an dem die nur vier Männerstimmen mit beachtlicher Stabilität teilhatten. Nach diesem ersten Block mit geistlicher Chormusik gab es mit Gustav Gusenheimers „Kleine Orgelsonatine“ das erste instrumentale Zwischenspiel. Mühlbrandt, der seinen Chor in vielen Sätzen am Klavier begleitete, brachte das reizvolle, neoklassische Werk an der Orgel zu guter Wirkung.

Den zweiten Chorblock mit weltlicher Musik leitete Mühlbrandt mit dem „Tiento primo tono“, einem Präludium des spanischen Barockkomponisten Juan Cabanilles, an der Orgel ein. Hier war die Verbindung geknüpft zum spanischen Chanson „Ma Julieta Dama“ aus dem 15. Jahrhundert, das der Chor in seiner metrisch wechselnden Sprachbetontheit stilsicher zum Klingen brachte. Das schottische „Greensleeves“ erfuhr eine nauncierte Strophengestaltung, „Mairi’s Wedding“ von den Hebriden war bis in die feinen Pianissimo-Bereiche von ansteckender Hochzeitsfröhlichkeit. Das englische Volkslied „Early One Morning" hat der Chorleiter mit einem stimmbewegten Satz versehen, den sein Chor mir aller Geschmeidigkeit sang.

Der anspruchsvolle Kanon „Korsangercyclus“ von Erling Kullberg erwies sich als echter „Reißer" und erhielt heftigen Beifall. Den gab es auch für ein Beatles-Medley, das Mühlbrandt für seine Orgel zusammengestellt hat. Das war zwischen „I Want to Hold Your Hand“ über „Michelle“ bis zu „All You Need is Love“ ein hübscher Orgelspaß.

Mit „Du bist mein Gott“ aus der Feder Mühlbrandts stand dann eines der neuen Gemeindelieder auf dem Programm, dessen Refrain das Publikum mit rhythmischem Geschick mitsang. Locker luftiger Sommerjazz war Johannes Matthias Michels „Jazz-Motette“. Die Männerstimmen waren gefordert in zwei geistlichen Songs, wobei der Chorleiter ja immer als heller Bariton für den Tenorpart einsprang und seinen Männern den Basspart überließ. Daniel L. Schuttes „Here I am, Lord“ war eine romantische Pop-Ballade und gehört ebenso wie das „Cantate Domino“ von Jay Althouse in die Kategorie „Chorfutter“. Dass sind die Stücke, die Chöre lieben, weil sie mit allen Chortugenden wie Klangschönheit, Klangbalance und Farbigkeit glänzen können.

Das letzte gemeinsame Lied „Der Mond ist aufgegangen“ erklang in kunstvoller Gleichzeitigkeit mit dem Chorkanon „Herr, bleibe bei uns“, bevor die Kantorei St. Katharinen mit dem beliebten „The Blessing“, einem Hit der „Celtic Woman“, noch einmal Gänsehautgefühle erzeugten. In der anschließenden Jubel-Feier wurde auch gesungen – und zwar auch ein selbstgetextetes Loblied auf den Dirigenten und seine Repertoireauswahl mit finalem „Ach Ralf, Du bist der Beste“.

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