Corona

Delmenhorst plant Impfaktion im Café Kö

Die Inzidenz in Delmenhorst sinkt, mancher hofft schon auf Lockerungen. Doch wegen der Delta-Variante bleibt Vorsicht geboten. Eine Impfaktion könnte nun das Impftempo steigern.
19.06.2021, 00:00
Lesedauer: 2 Min
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Delmenhorst plant Impfaktion im Café Kö
Von Annika Lütje
Delmenhorst plant Impfaktion im Café Kö

Wie es ab Oktober mit dem Impfzentrum in der Wehrhahnhalle weitergeht, ist zurzeit fraglich.

Ingo Möllers

Die Delmenhorster zählen wieder. Mit bangen Blicken auf die Sieben-Tage-Inzidenz streichen sie die Tage ab, an denen der Wert unter 35 liegt, bis möglicherweise endlich Lockerungen der Corona-Regeln in Kraft treten werden. Bleibt die Inzidenz so wie jetzt, könnte das am Montag der kommenden Woche der Fall sein. Denn am Freitag lag der Wert sogar schon unter 20 – dort befand er sich zuletzt im Oktober vergangenen Jahres.

Doch Vorsicht ist trotzdem angebracht. Denn zunehmend wird von Seiten des Robert Koch-Instituts (RKI) vor der Delta-Variante des Coronavirus gewarnt, die zuerst in Indien aufgetaucht war. Dagegen hilft nur Impfen. Doch noch immer geht es damit in Niedersachsen nur schleppend voran.

Um die Infektionen noch besser in den Griff zu bekommen, setzen andere Städte und Gemeinden bereits Impfbusse ein. Beispielsweise im Landkreis Cloppenburg ist ein Impfmobil unterwegs, um den Impfstoff schneller und gezielter zu den Menschen zu bringen. Delmenhorsts Grüne und CDU haben bereits Mitte Mai einen Antrag gestellt, dass die Stadtverwaltung den Einsatz eines mobilen Impf-Teams in einem Impfbus prüfen möge, "um den Impfstoff zu den Menschen zu bringen und ein ergänzendes Angebot zum Impfzentrum und den geplanten Impfungen durch Hausärzte zu ermöglichen", wie es in dem Dokument heißt. Doch bisher ist kein Impfbus im Stadtgebiet unterwegs oder geplant.

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Stattdessen hat sich die Verwaltung – eher aus der Not heraus – ein anderes Impfangebot überlegt. Die Stadt erhält nämlich eine Sonderlieferung von 600 Impfdosen, die weg müssen, weil sie nur noch für einen begrenzten Zeitraum haltbar sind. Im Impfzentrum sei es nicht möglich, diese zusätzlichen Dosen zeitgerecht zu verabreichen, wie es in einer Pressemitteilung heißt. Deshalb wird es nun doch ein mobiles Impf-Team geben – jedoch nicht wirklich mobil wie in einem Bus, sondern im Café Kö an der Königsberger Straße 75. Gemeinsam mit dem Delmenhorster Deutschen Roten Kreuz (DRK) richtet die Stadt dort kurzfristig für die Verabreichung der 600 Impfdosen ein Mini-Impfzentrum ein. Die Aktion soll am Mittwoch, 30. Juni, stattfinden. Neben dem medizinischen Personal sollen laut der Stadt auch Übersetzer und Dolmetscher vor Ort sein. Da die Zahl der Impfdosen begrenzt ist, sollen vor allem die Bewohner der umliegenden Straßen um das Café Kö in den Genuss der Impfaktion kommen. Sie sollen zuvor direkt über das Angebot informiert werden.

Wie es langfristig mit dem Impfen beziehungsweise mit dem Impfzentrum in der Sporthalle Am Wehrhahn weitergehen wird, ist derweil fraglich. Die Bundesregierung hat verlautbaren lassen, dass sie ab Ende September die Finanzierung der Impfzentren einstellen wird. Das DRK in Delmenhorst, das das Impfzentrum im Auftrag der Stadt betreibt, warte nun auf eine Aussage des Landes Niedersachsen beziehungsweise der Kommune, wie die weiteren Planungen sind, wie Kreisgeschäftsführer Michael Pleus auf Nachfrage mitteilt.

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