Corona in Delmenhorst

Rasanter Anstieg der Patientenzahlen

Nach einer Woche mit überraschend wenigen Corona-Patienten schlägt die Pandemie im Josef-Hospital Delmenhorst nun wieder mit voller Härte durch.
05.05.2021, 18:32
Lesedauer: 2 Min
Zur Merkliste
Rasanter Anstieg der Patientenzahlen
Von Björn Struß
Rasanter Anstieg der Patientenzahlen

Den JHD-Mitarbeitern bescheinigt ein Zertifikat der Aktion Saubere Hände besonders gute Handhygiene.

Josef Hospital Delmenhorst

Nachdem die Zahl der Corona-Patienten im Josef-Hospital (JHD) zwischenzeitlich auf einen Tiefststand gesunken war, zeigt sich nun wieder ein sehr ernstes Bild der Lage. Aus vier Covid-Patienten am Freitag sind bis Mittwoch 19 geworden. Nach einer Woche ohne Intensivfälle ist diese Station nun mit drei am Coronavirus Erkrankten beschäftigt. „Wir rätseln immer noch, wie es zu der Delle in der vergangenen Woche kam“, berichtete Klinikleiter Christian Peters während eines digitalen Pressegesprächs am Mittwoch. „An diesem rasanten Anstieg zeigt sich, wie trügerisch das Bild der Lage manchmal sein kann.“

Laut Chefarzt Klaus Gutberlet sei die Mehrheit der Corona-Patienten inzwischen jünger als 60 Jahre, die Menschen würden sich fast ausschließlich mit der Mutante B.1.1.7. anstecken, die zuerst in Großbritannien grassierte. „Wenn wir Patienten im Krankenhaus aufnehmen, ist es zu der Ansteckung in der Regel vor zehn bis 14 Tagen gekommen“, erklärte Gutberlet. Deshalb bilde sich das Infektionsgeschehen mit einem deutlichen Zeitverzug ab.

In naher Zukunft sind niedrigere Patientenzahlen in Delmenhorst demnach nicht zu erwarten. Denn die Sieben-Tage-Inzidenz ist mit aktuell 189,5 immer noch sehr hoch. Anders als für Deutschland oder für Niedersachsen ist in Delmenhorst bisher kein Abwärtstrend erkennbar. Ein Effekt der nächtlichen Ausgangssperre, die am 20. April bei einer Inzidenz von 206,3 erstmals galt, ist nicht zu beobachten. Klinikchef Peters warnt deshalb vor einem verfrühtem Aufatmen: „Angesichts der aktuellen Debatte um die Rückgabe von Grundrechten an Geimpfte und Genese kann ich nur betonen, dass weiterhin höchste Wachsamkeit und Vorsicht geboten sind.“

Aber das JHD hatte am 5. Mai, dem internationalen Tag der Handhygiene, auch etwas Positives zu berichten. „Von der Aktion Saubere Hände haben wir nun das goldene Zertifikat erhalten“, berichtete Mareike Sudbrink, die im Krankenhaus ein Hygieneteam leitet. Das JHD startete 2007 zunächst auf der Stufe Bronze, in den vergangenen vier Jahren gab es das Siegel in Silber. „Mit hausinternen Strukturen haben wir uns konsequent hochgearbeitet. Unter anderem werden die Kollegen regelmäßig geschult“, sagte Sudbrink. Für die bestmögliche Stufe habe zuletzt nur noch beim Verbrauch an Desinfektionsmittel eine geringe Menge gefehlt. „Alle Mitarbeiter sind sich der Bedeutung bewusst. 80 Prozent aller Infektionskrankheiten übertragen sich per Hand“, betonte Sudbrink.

Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+