Delmenhorst kündigt Konsequenzen an

Trauerfeier mit 250 Menschen aufgelöst

Anstatt der erlaubten 30 versammelten sich bei einer Trauerfeier auf dem Friedhof Bungerhof in Delmenhorst rund 250 Menschen. Die Stadt löste die Menschenansammlung auf und kündigte Konsequenzen an.
11.05.2021, 19:03
Lesedauer: 2 Min
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Von Björn Struß
Trauerfeier mit 250 Menschen aufgelöst

Weil sich auf dem Friedhof Bungerhof zu viele Menschen versammelten, will die Stadt für Beerdigungen nun Einlasskontrollen einführen.

Nonstop News

Auf dem Friedhof Bungerhof ist es in Delmenhorst am Dienstagvormittag zu einem massiven Verstoß gegen die Corona-Regeln gekommen. Zu einer Beerdigung versammelten sich rund 250 Menschen, erlaubt sind aktuell höchstens 30. Die Trauergäste hielten sich nur teilweise an Abstands- oder Hygieneregeln, sie waren aus ganz Deutschland und zum Teil sogar aus dem europäischen Ausland angereist. Einige Teilnehmer hatten Fahnen der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK dabei. Vor Ort waren Mitarbeiter des städtischen Ordnungsdienstes. Als die Menschenansammlung zu groß wurde, ließ Rudolf Mattern, Leiter des Corona-Krisenstabs, die Veranstaltung auflösen.

"Die Handhabung der Bestattung ist absolut unakzeptabel. Dies wird tiefgreifende Konsequenzen haben – für den Bestatter, aber auch für unser Verhalten, wie wir künftig mit Bestattungen im muslimischen Kulturkreis umgehen werden", sagte Mattern gegenüber "Nonstop-News". Das Bestattungsunternehmen aus Nordrhein-Westfalen habe zuvor zugesagt, sich an die Obergrenze von 30 Trauergästen zu halten. Der Verstorbene stamme aus dem Landkreis Oldenburg, auch die Teilnehmer seien keine Bürger der Stadt gewesen. "Wir werden künftig eine Eingangskontrolle machen. Ich bedauere ausdrücklich, dass dies nun auch die muslimischen Gemeinden vor Ort trifft. Diese haben sich nämlich an die Regeln gehalten", betonte der Krisenstabsleiter.

Auf dem Friedhof Bungerhof war es schon am vergangenen Donnerstag zu einer Trauerfeier mit etwa 150 Gästen gekommen. Auch in diesem Fall sind Verfahren wegen Ordnungswidrigkeiten die Folge.

Weil die Trauergäste nicht in Delmenhorst wohnen, befürchtet Mattern keine Ansteckungen, die sich in der Sieben-Tage-Inzidenz der Stadt niederschlagen. Diese ist in den vergangenen Tagen von über 190 auf aktuell 162,5 gesunken. Im niedersächsischen Vergleich ist das aber weiterhin sehr hoch. Nach Angaben der Landesregierung hatte am Dienstag im Vergleich der Landkreise und kreisfreien Städte nur Salzgitter eine noch höhere Inzidenz.

Ratsfrau und Hausärztin Brigitte Unger (SPD) fordert angesichts dessen, Impfangebote in Nachbarschaftszentren und Jugendhäusern zu machen. "Hier sollten auch mehrsprachige Informationen angeboten werden, um Hemmschwellen abzubauen und den Weg zur Impfung zu erleichtern", schreibt die Politikerin in einer Pressemitteilung. Zwar gebe es in Delmenhorst keine Informationen über die Infektionszahlen der einzelnen Stadtteile. "Aber es muss gehandelt werden, um wieder Normalität in unserer Stadt erleben zu können."

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