Planetenlehrpfad in Hude wurde aufgehübscht

Das Gelb der Sonne leuchtet jetzt wieder von weither

Delmenhorst. Der Planetenlehrpfad in Hude ist aufgehübscht worden. DParallel dazu ist auch eine mit Erklärungen, Geschichten sowie einem Auszug aus dem 'Huder Planeten-Abitur' gespickte Broschüre neu aufgelegt worden.
26.06.2010, 06:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Ute Winsemann

Delmenhorst. Es ist ein bisschen laut um die Sonne herum. Auf der einen Seite rattern die Züge von und nach Oldenburg vorbei, auf der anderen Seite rauscht der Verkehr auf der Freiherr-von-Münnich-Straße, der trotz der Kurve an dieser Stelle auch nicht wesentlich langsamer ist als auf dem langen gerade Stück Richtung Hude. Es ist also nicht so weit her mit der Stille, die man eigentlich in den Weiten des Weltalls vermutet. Aber erstens gibt es doch immer wieder längere Bahn- und Auto-freie Pausen. Und zweitens muss man am Planetenlehrpfad ja gar nicht unbedingt jedes gesprochene Wort verstehen. Denn begleitend zum Aufhübschen des 1994 eingeweihten Pfads ist auch die mit Erklärungen, Geschichten sowie einem Auszug aus dem 'Huder Planeten-Abitur' gespickte Broschüre neu aufgelegt worden.

Obwohl der Pfad die Vorsitzende der Touristik-Palette, Kirsten Jensen-Gentsch, beim gestrigen Pressetermin zu solchen Äußerungen verleitete wie 'bei uns ist die Sonne immer da', musste sie doch gestehen, dass die Anlage in der Vergangenheit eher das Schattendasein eines Stiefkinds geführt habe. Manches sei zugewachsen gewesen, Planeten-Stationen verdreckt und mit Graffiti beschmiert. Die Paletten-Gruppe um Peter Burgdorf habe 'so richtig putzen' und manche Verschmutzung sogar von Fachleuten entfernt werden müssen. Nun aber ist alles sauber, das Gras ist frisch gemäht, der Sonne, deren Teint schon stark unter Regen und Wind gelitten hatte, hat Malermeister Erwin Kuczenski einen neuen leuchtendgelben Anstrich verpasst, und die drei Schaukästen an der Sonne, im Reiherholz und am Golfplatz sind mit aktuellen Informationen bestückt.

Auf neuestem Stand ist auch die 24-seitige Broschüre. Sie wurde nicht nur optisch modernisiert, sondern auch der Inhalt spiegelt die jüngsten wissenschaftlichen Erkenntnisse wider. So markiert der Pluto an der Einmündung des Lehmwegs in die Hurreler Straße zwar noch immer das Ende des Pfads. Doch erfahren die Broschüren-Leser von den Autoren und Pfad-Initiatoren Günter Alfs und Hartmut Langetepe, dass dem exzentrischen Sonnenbegleiter der Planeten-Status 2006 aberkannt und nach ihm die neu definierte Klasse der Zwergplaneten namens Plutoiden benannt wurde.

Von der fünften Auflage der Broschüre wurden 1500 Stück gedruckt. Während die Informationen früher nur gegen Geld zu haben waren, werden sie dank Kostenbeiträgen der Volksbank Ganderkesee-Hude sowie des Fernmelde- und Elektrotechnikbetriebs Detlef Diers jetzt unentgeltlich verteilt - ab sofort bei der Touristik-Palette, voraussichtlich ab nächste Woche im Bürgerservicebüro und in Kürze auch in der Buchhandlung Lesen und Mehr. Und auch bei Michael Schütte wurde ein Packen abgeladen. Denn der Betreiber der zwischen Merkur und Venus gelegenen Auto-Werkstatt hält nicht nur die Sonnengegend in Ordnung, sondern ist für viele Besucher auch der erste Ansprechpartner. Die parken dann etwa bei ihm auf dem Hof, wenn sie den Untergang der echten Sonne hinter der Huder Sonne fotografieren wollen.

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