Kinder und Jugendliche verzweifeln bei erster Minigolf-Meisterschaft an der letzten Bahn / Mit Spaß bei der Sache Das Schwierigste zum Schluss

Bahn frei – sie kamen. Gestern fand im Rahmen des Ferienprogramms die erste Delmenhorster Minigolf-Meisterschaft statt. Den ganzen Tag über bevölkerten Kinder und Jugendliche die Zwölf-Bahn-Anlage.
03.07.2013, 05:00
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Das Schwierigste zum Schluss
Von Kai Purschke

Bahn frei – sie kamen. Gestern fand im Rahmen des Ferienprogramms die erste Delmenhorster Minigolf-Meisterschaft statt. Den ganzen Tag über bevölkerten Kinder und Jugendliche die Zwölf-Bahn-Anlage.

Delmenhorst. Die 20 steht. So wenige Schläge hatte irgendein Manfred am 2. Juni gebraucht, um den Ball auf den zwölf Minigolf-Bahnen in der Graft einzulochen. Gestern versuchten sich rund 150 Kinder und Jugendliche daran, die Bahnen mit möglichst wenigen Versuchen zu meistern. "35 ist ein ganz ordentlicher Schnitt", sagte Peter Holzenkämpfer, der Besitzer der Anlage. Aber auch davon waren die jüngsten Teilnehmer der ersten Delmenhorster Minigolf-Meisterschaft noch weit entfernt. Weshalb Jörg Mehrens, Leiter des AWO-Kinder- und Jugendhauses Treff Hasport, sich genötigt sah, die Messlatte für die Qualifikation zu den Entscheidungsspielen am Nachmittag kurzfristig niedriger zu hängen. Oder eher höher: "Wir hatten ohne Erfahrungswerte geplant, dass alle Teilnehmer in die Endspiele kommen, die unter 40 Schläge brauchen. Jetzt nehmen wir aber die 50 als Grenze."

Das war nur folgerichtig, denn bereits nach den ersten absolvierten Runden kristallisierte sich heraus, dass insbesondere die letzte Bahn, die berüchtigte Nummer zwölf, für Kinder nicht zu schaffen ist. "Ihre Kraft reicht dafür nicht", sagte Bahn-Besitzer Holzenkämpfer. Auf Bahn zwölf muss der Minigolfball eine Schräge hoch geschlagen werden und sollte nach freiem Flug in einen quasi hochkant gestellten Basketballkorb landen. Schon für Erwachsene keine leichte Aufgabe. Für den achtjährigen Julius erst recht nicht. Wieder und wieder legte er sich den Ball zurecht, holte aus – und musste die Kugel vom Gelände oder aus dem Auffangnetz wieder herholen. Der kleine Kerl verzweifelte. "Das ist blöd, der Ball kommt nicht bis zum Ziel", kommentierte er seine Fehlversuche. Wer beim sechsten Mal nicht trifft, bekommt sogar noch einen Strafpunkt angerechnet.

Und so verwunderte es nicht, dass auf nahezu allen Punktezetteln, die Jörg Mehrens nach absolviertem Parcours von den Kindern und Jugendlichen in Empfang nahm, eine Sieben neben der Zwölf auftauchte. Zwei Durchgänge durfte jeder Teilnehmer spielen, das bessere Endergebnis zählte. Jeder Minigolfer, gespielt wurde in vier Altersklassen, bekam eine Teilnahmeurkunde. Auch Christoph (12) und Julia (13) hatten ihre soeben ausgehändigt bekommen. "Die letzte Bahn war besonderes hakelig", erzählte Christoph. Ansonsten fand er die Meisterschaft bisher "ganz okay". Ihn störte nämlich, "dass es sich so in die Länge gezogen hat". Das wiederum lag daran, dass sich der Betrieb an den Bahnen elf und zwölf zumeist staute, weil alle Teilnehmer viel mehr Schläge als bei den übrigen Hindernissen brauchten. Denn auch Bahn elf, das Labyrinth, durch das der Ball den richtigen Weg ins Loch finden muss, war alles andere als leicht zu meistern. "Die letzten beiden Bahnen haben mir nicht gut gefallen", schilderte Julia nach ihren beiden Durchgängen. Aber auch sie hatte sichtbar Spaß am Turnier.

Gut gefiel den Teilnehmern und insbesondere dem Veranstalter, dass das Wetter für eine derartige Ferienspaßaktion passte. Das erleichterte auch Kerstin Göhl vom Kinder- und Jugendhaus Horizont die Aufgabe. Im orangefarbenen T-Shirt stand sie an den Bahnen und betreute die Kinder: "Das ist echt schön und macht Spaß, gerade mit den ganz Kleinen." Dass sie mehrfach und lautstark auf den letzten Punkt der Turnierregeln hinweisen musste, der "Nicht die Bahnen betreten" lautet – geschenkt. Dass sie stets einen beachtlichen Sicherheitsabstand zum jeweils schlagenden Kind hielt – reine Vorsicht.

"Deshalb haben wir pro Bahn nur einen Schläger ausgegeben, damit es keine Verletzten gibt", erzählte Bahn-Besitzer Holzenkämpfer, der dem turbulenten Treiben amüsiert zuschaute. Für die Kinder und Jugendlichen war die Teilnahme kostenlos, auch jene, die sich über die Stadt angemeldet hatten, bekamen ihre Startgebühr zurück. "Das verdanken wir der OLB", erzählte Treff-Leiter Mehrens. Auch er freute sich sehr über das Wetter, von dem die Minigolf-Saison bisher nicht wirklich verwöhnt wurde. Einzig vermisst wurden am Vormittag nur die älteren Teilnehmer im Alter von 15 bis 18 Jahren. "Aber die schlafen wohl noch, es sind ja auch Ferien", tippte Mehrens. Weit gefehlt, am Abend erklärte er, dass es keinen Teilnehmer in dieser Altersklasse gegeben hatte. Eventuell werde es im kommenden Jahr eine Neuauflage der Delmenhorster Minigolf-Meisterschaft geben. Mehrens: "Schließlich haben wir Pokale angeschafft, auf die die Siegernamen kommen." Diese Pokale gingen an: Simo-Clemens Häusler (sechs bis acht Jahre), Florian Kischat (neun bis elf Jahre) und Jessica Glaas (zwölf bis 14 Jahre).

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