Neun Schüler des Max-Planck-Gymnasiums absolvieren erfolgreich Chinesischkursus Das Zertifikat krönt die Mühen

Delmenhorst. Oliver Pokorny hat mit voller Kraft einen Chinesischkursus besucht - und gestern wie acht andere Schülerinnen des Max-Planck-Gymnasiums ein Chinesisch-Zertifikat erhalten. Diese Zertifikate sind die ersten neun ihrer Art in Delmenhorst.
12.03.2010, 04:41
Lesedauer: 2 Min
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Von Alexander Schmolke

Delmenhorst. Ein bisschen komisch klang es schon. Am Anfang, bei den ersten Sätzen. Doch Oliver Pokorny gewöhnte sich schnell daran und findet es heute ganz normal, wenn chinesische Wörter aus seinem Mund kommen. 'Pu Lifei' etwa, das ist sein chinesischer Name, dessen Bedeutung 'Mit voller Kraft fliegen' sehr passend ist. Denn Pokorny hat mit voller Kraft einen Chinesischkursus besucht - und gestern wie acht andere Schülerinnen des Max-Planck-Gymnasiums ein Chinesisch-Zertifikat erhalten. Diese Zertifikate sind die ersten neun ihrer Art in Delmenhorst.

Die Maxe-Schüler benötigen das Zertifikat nicht etwa, um ihr Abitur zu bauen. Nein, sie haben freiwillig Chinesisch gelernt. Warum? 'Weil Chinesisch die neue Weltsprache ist', sagen Madalena Möbius und Oliver Pokorny. 'Weil China immer wichtiger wird, ich diese Sprache daher für meinen späteren Beruf in der Wirtschaft sicher brauche', fügt Nina Meyer hinzu. 'Weil es exotisch ist und ich so höflich sein möchte, mich bei China-Reisen in der Landessprache zu verständigen', ergänzt Hannah Ahrens.

Eine E-Mail und ihre Folgen

Schulleiterin Cordula Fitsch-Saucke kann den Schülern - neben denen noch Ramona Löschen, Vladyslav Logvinov, Vanessa Wendt, Tomke Pauly und Stefanie Peiler ein Zertifikat erhielten - nur beipflichten: 'China stellt in Zukunft einen wichtigen Arbeitsmarkt dar. Schülern, die neben Englisch- auch Chinesischkenntnisse haben, bietet sich also eine gute Berufsperspektive.' Daher überlegte Fitsch-Saucke auch nicht lange, als sie vor gut einem Jahr eine E-Mail von Shuyan Liu bekam...

Liu ist Chinesin. Die 35-Jährige hat in China ein Chemie- und an der TU Berlin ein Wirtschaftsingenieurwesen-Studium abgeschlossen. 2008 zog sie zu ihrem Mann nach Oldenburg und begann, dort an einer Schule Chinesisch zu lehren. Das wollte sie auch gerne am Max-Planck-Gymnasium tun - und schrieb Fitsch-Saucke besagte E-Mail. 'Bereits zwei Tage später hatte ich eine Zusage', erinnert sich Liu. 'Ich wäre ja verrückt gewesen, sie nicht zu holen', sagt Fitsch-Saucke. 'Schließlich bot sie uns die Möglichkeit, unser Sprachenangebot um eine spannende Facette zu erweitern.'

Und wie es der Zufall wollte, bewarb sich kurze Zeit später mit You Zhou eine weitere Chinesin am Maxe. Sie wollte ihr Jahr als Fremdsprachenassistentin in Deutschland absolvieren - übrigens weil ihr zum einen die Sissi-Filme, zum anderen die deutschen Fußballer so gut gefallen. Nun gab es also gleich zwei Lehrerinnen - von denen Oliver Pokorny schwärmt: 'Die haben richtig gepowert.' Daher hat er seiner Einschätzung nach einen guten ersten Eindruck vom Chinesischen bekommen. 'Klar kenne ich nach einem Jahr nicht jede Vokabel', sagt er. 'Aber ich denke, dass ich mich auf einer China-Reise schon verständigen könnte.' Leider sei die vorerst nicht geplant - erst mal kommt das Abitur.

Pokornys Lob gibt Shuyan Liu gerne zurück: Das Arbeiten mit den Schülern habe viel Spaß gemacht. So viel sogar, dass sie an der Oldenburger Uni ein Lehramtsstudium begonnen hat. Cordula Fitsch-Saucke hat das aufmerksam registriert: 'Bis zum Abschluss dauert es zwar noch ein paar Jahre', sagt sie. 'Doch wer weiß, vielleicht haben wir hier ja irgendwann eine festangestellte chinesische Lehrerin.'

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