Auftaktveranstaltung des Präventionsnetzwerks „aequipa“ im Hanse-Wissenschaftskolleg

Das Ziel: Mehr Bewegung für Menschen ab 65

Delmenhorst. Die Bevölkerung wird immer älter und sie bewegt sich immer weniger. Diese beiden Erkenntnisse erfordern ein Gegensteuern, wenn den Menschen ab 65 Jahren ein gesundes Altern ermöglicht werden soll.
22.04.2015, 00:00
Lesedauer: 2 Min
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Das Ziel: Mehr Bewegung für Menschen ab 65
Von Kai Purschke
Das Ziel: Mehr Bewegung für Menschen ab 65

Heigeln – wie hier in einem Park – ist eine mögliche Form der Bewegung im Seniorenalter.

Christian Butt

Die Bevölkerung wird immer älter und sie bewegt sich immer weniger. Diese beiden Erkenntnisse erfordern ein Gegensteuern, wenn den Menschen ab 65 Jahren ein gesundes Altern ermöglicht werden soll. Wie dies gelingen kann, welchen Teil die Kommunen dazu beitragen können und wie eine Chancengleichheit für alle älteren Menschen erreicht werden kann, das möchte das „aequipa“, das Präventionsnetzwerk für gesundes Altern in der Metropolregion Bremen-Oldenburg im Nordwesten, untersuchen. Am Dienstag fand die Auftaktveranstaltung im Hanse-Wissenschaftskolleg statt.

Zunächst mal drei Jahre läuft das Projekt, das sich in sechs Teilbereiche gliedert. Es wird laut Projektkoordinator Hajo Zeeb vom Bund mit zwei Millionen Euro gefördert, eine Verlängerung ist möglich. „Wenn es dann gut läuft und unser Antrag bewilligt wird, verlängert es sich um drei weitere Jahre“, sagte er. Das Hauptziel, das das Netzwerk verfolgt, ist demnach das Finden einer Antwort auf die Frage: „Wie bekommen wir es hin, dass im Alter mehr körperliche Aktivität passiert?“ Die Suche nach der Antwort läuft laut Zeeb auf sechs Ebenen, die durch die Teilprojekte abgedeckt werden. Da geht es zum Beispiel darum, wie alten Menschen mehr Bewegung schmackhaft gemacht werden kann oder was eine Kommune städtebaulich und vor allem nachhaltig tun kann, um Bewegungsangebote für Senioren zu schaffen.

Das scheint dringend geboten, denn wie Zeeb ausführte, bewegt sich gerade mal ein Drittel der älteren Menschen so, wie es für sie optimal ist. Das liegt zum einen an Krankheiten wie Diabetes oder Demenz, zum anderen aber auch an der mangelnden Motivation oder den fehlenden Rahmenbedingungen, um sich im Alltag mehr bewegen zu können. „Es geht ja nicht darum, dass wir die Menschen in die Sportvereine oder Fitnessstudios bekommen wollen. Es sind die alltäglichen Bewegungen, die bei vielen zu kurz kommen“, schilderte Zeeb das Problem. Zu allererst müssten aber die Menschen ab 65 ebenso wie die Kommunen erreicht und für die Thematik sensibilisiert werden.

Dafür möchten die Forscher auch herausfinden, ob alle Menschen – unabhängig von ihrer sozialen Lage oder Herkunft – gleichermaßen von Angeboten zur Förderung körperlicher Aktivität profitieren können. Ebenso, welche Bewegungsmöglichkeiten städtebaulich geschaffen werden können, was die Infrastruktur oder beispielsweise die Errichtung eines Trimm-dich-Pfades angeht. Auch neue Technologien und ihre Effekte auf eine Bewegungsförderung sollen untersucht werden. Als Pilotgemeinde haben die Forscher den Bremer Stadtteil Hemelingen ausgesucht, eine Studie mit rund 1000 Probanden soll laut Zeeb in Oldenburg stattfinden.

An dem Netzwerk sind die Universitäten Bremen und Oldenburg, die Jacobs University Bremen, die TU Dortmund, die Jade Hochschule Wilhelmshaven/Oldenburg/Elsfleth, das Institut für Informatik Oldenburg (Offis) sowie das Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie (BIPS) beteiligt. Die Gesundheitswirtschaft Nordwest sowie die Metropolregion Bremen-Oldenburg sind aktive Partner.

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