DELMENHORSTER KURIER VOR 25 JAHREN

Dave Dee ohne Dozy in der Delmehalle

Bauboom in Delmenhorst: Vor einem Vierteljahrhundert standen zahlreiche Neubaugebiete am Start. Und in der legendären, bis heute nicht ersetzten Delmenhalle begeisterten mehrere Bands bei einer Oldie-Nacht.
24.03.2019, 13:00
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Von Volkmar Friedrichs

Die Bürgergemeinschaft Ost hat Vorschläge erarbeitet, wie man das Umfeld des Heidkruger Bahnhofs so umgestalten könnte, dass für Autofahrer das Umsteigen auf die Bahn attraktiver wird. Nach Ansicht der Bürgergemeinschaft mangelt es nämlich am Bahnhof Heidkrug unter anderem an Parkplätzen. Es gebe nur sechs Plätze, und die seien schon am frühen Morgen belegt. Wer mit dem Auto zum Bahnhof fahre, um dort in den Zug umzusteigen, müsse sich Abstellplätze an der Langenwischstraße zwischen Bremer Straße und Einfahrt zur Hindenburgstraße suchen (23. März 1994).


Aus losen Kontakten untereinander ist ein festes Band geworden. Im Rathaus ist jetzt der „Arbeitskreis Delmenhorster Selbsthilfegruppen“ (ADS) gegründet worden. Ihm gehören 16 Selbsthilfegruppen an. Zum Vorsitzenden wurde Werner Bohlmann gewählt und zur zweiten Vorsitzenden Hilde Timmermann. Die Kasse liegt in Händen von Magda Strodthoff und Schriftführerin ist Rosemarie Amann. Lange Zeit hätten Selbsthilfegruppen im Verborgenen arbeiten müssen, bevor sie in der Öffentlichkeit Anerkennung fanden, sagte Ratsherr Jürgen Schulenberg, Vorsitzender des Delmenhorster Gesundheitsausschuss, während der Gründungsversammlung. Die Bereitstellung des Schaar-Hauses im Jahr 1990 sei für die Stadt ein erster Schritt gewesen, auf die Selbsthilfegruppen zugehen zu können. Ein zweiter Schritt, so Schulenberg, sei die Einrichtung der „Kontakt- und Beratungsstelle für Selbsthilfegruppen“ beim Delmenhorster Gesundheitsamt gewesen. Der frisch gegründete Arbeitskreis will künftig unter anderem die Interessen seiner Mitglieder in der Öffentlichkeit sowie gegenüber von Behörden vertreten, den Gedanken der Selbsthilfe stärken und den Erfahrungsaustausch der Gruppen untereinander intensivieren (24. März 1994).


Still und leise hat sich der Klostersaal neben der Huder Klosterruine zu einem besonderen Anziehungspunkt entwickelt. Immer mehr Besucher wollen sich in dem kleinen Museum die ständige Ausstellung zur Geschichte des ehemaligen Zisterzienserklosters anschauen. Im vergangenen Jahr wurden bereits gut 4000 Besucher gezählt, und mit 150 Gruppen seien 30 mehr gekommen als 1993, wie der Vorsitzende der „Freunde des Klosters Hude“, Hartmut Stöver, während der Jahreshauptversammlung des Vereins mitteilte. Die Ausstellung wird von den Klosterfreunden betreut, die auch Führungen durch den Klosterbereich anbieten (23. März 1994).


Nächtlicher Großeinsatz der Delmenhorster Feuerwehr. Das An der Riede in Annenheide gelegene Schulungszentrum des Deutschen Roten Kreuzes ist völlig ausgebrannt. Die Kriminalpolizei geht von Brandstiftung nach einem Einbruch aus. Der Gebäude- und Inventarschaden beläuft sich nach ersten Schätzungen auf 400 000 Mark. Anwohner waren durch den Brand aus dem Schlaf geschreckt worden und hatten die Feuerwehr alarmiert. Das Feuer war im ersten Stock des zweigeschossigen Hauses ausgebrochen. Dort befand sich ein Lager für die Einsatzkleidung. Bei ersten Untersuchungen am Brandort wurden Einbruchsspuren festgestellt (26. März 1994).


In nächster Zeit wird in Delmenhorst tüchtig gebaut werden. So sollen in den Bereichen Berliner Straße/Schollendamm, Lübecker Straße/Kieler Weg, Dwostraße/Gottfried-Keller-Straße/Schönemoorer Straße circa 65 Einfamilienhäuser durch eine rückwärtige Erschließung von Privatgrundstücken entstehen. Aus dem ehemaligen Rolandsportplatz zwischen Platanenstraße und Ahornstraße soll nach den Plänen der Stadt ebenfalls Bauland werden, vorgesehen sind dort 30 bis 40 Einfamilienhäuser, und auch das Gelände Auf dem Streek hinter dem Deichhorster Kleingartengebiet soll bald mit Ein- und Mehrfamilienhäuser bebaut werden. Auf Hochtouren laufen bereits die Vorbereitungen zur Erschließung eines Neubaugebiets entlang der Stedinger Straße in Neuendeel, und für ein Gebiet zwischen Stedinger Straße, Sassengraben und Geibelweg ist schon seit geraumer Zeit das Bebauungsplanverfahren für 40 Einfamilienhäuser und 30 bis 40 Wohnungen in Mehrfamilienhäusern im Gange (29. März 1994).


Nachdem alle drei Verbände zugestimmt haben, ist nun die Fusion perfekt: Die Getreide-Erzeugergemeinschaften Bassum und Harpstedt gehen in der Raiffeisen-Warengenossenschaft Bassum-Harpstedt auf. Grund des Zusammenschlusses ist vor allem Kostenersparnis, denn die Verwaltung der ehemaligen Erzeugergemeinschaften wurde ohnehin von der Geschäftsführung der Warengenossenschaft erledigt. Früher habe man gedacht, kleine Erzeugergemeinschaften ließen sich besser verwalten, sagte der Geschäftsführer der Genossenschaft, Heinrich Wiechers, heute sei es aber günstiger, alles unter einem Dach zu haben (25. März 1994).


Der Auftritt von Dave Dee, Sänger der legendären britischen Band „Dave Dee, Dozy, Beaky, Mick and Tich“, war der Höhepunkt der Oldie-Nacht in der Delmehalle. Der mittlerweile 53-jährige Superstar der Sechzigerjahre begeisterte die knapp 900 Besucher mit Hits wie „Zabadak“ oder „Bend it“ und stellte eine mitreißende Show auf die Bühne. Nicht minder gut waren auch „The Equals“, die Ende der Sechzigerjahre eine Reihe von Top-Ten-Hits landeten. Vor allem bei Hits wie „Baby Come Back“ oder „Michael and the Slipper Tree“ ging auch bei ihnen in der Delmehalle die Post ab (29. März 1994).


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