Moschee-Gemeinden aus Delmenhorst veranstalteten zum Ende des Fastenmonats Ramadan einen Empfang in der Markthalle De La Lanne: „Der Islam gehört zu Deutschland“

Delmenhorst. Der Fastenmonat Ramadan, der gerade beendet wurde, und das damit verbundene Fest des Fastenbrechens oder auch Zuckerfest sind neben dem Opferfest die wichtigsten religiösen Termine des Islam. Die Islamischen Gemeinden Delmenhorst (IGD) haben anlässlich dieses Feiertages am Mittwoch zu einem Empfang in die Markthalle geladen.
01.08.2014, 00:00
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Von THERESA MIELENZ

Der Fastenmonat Ramadan, der gerade beendet wurde, und das damit verbundene Fest des Fastenbrechens oder auch Zuckerfest sind neben dem Opferfest die wichtigsten religiösen Termine des Islam. Die Islamischen Gemeinden Delmenhorst (IGD) haben anlässlich dieses Feiertages am Mittwoch zu einem Empfang in die Markthalle geladen. Es wurde aus dem Koran gelesen, gesungen und verschiedene Gastredner kamen zu Wort. Auch Oberbürgermeister Patrick de La Lanne zählte zu den Gästen, der – nach seinem Beinahe-Zerwürfnis mit der IGD (wir berichteten) – den Empfang als Privatmann zumindest ideell unterstützte.

Der Fastenmonat ist zu Ende und die IGD feierten den Ramadan in diesem Jahr erstmals in der Markthalle. Cengiz Gültepe, Vorstandsmitglied der DITIB-Moscheen, betonte die Bedeutung des Ramadan-Festes für die islamische Gemeinschaft. „Der Ramadan ist ein sehr volkstümliches Fest. Er gehört zu den fünf Säulen des Islams und markiert das Ende einer Zeit voller Prüfungen und Entbehrungen“, erklärte er. Drei Tage lang werden Familie und Freunde besucht und kulinarische Köstlichkeiten serviert. „Es geht darum, Zeit miteinander zu verbringen und zueinander zu finden. Die Jüngeren besuchen die Älteren, und wer zuletzt im Streit auseinandergegangen ist, wird ausgesöhnt“, sagte Gültepe. Vor dem Fest werde alles noch einmal auf Vordermann gebracht: „Pünktlich zum Ramadan herrscht überall reges Treiben und die Familien putzen ihre Häuser. Nach Möglichkeit wird auch jeder noch mal neu eingekleidet.“

Auch die Kinder kommen an den Feiertagen nicht zu kurz. Für sie gibt es am Fest des Fastenbrechens kleine Geldgeschenke und Süßigkeiten, weshalb es auch unter dem Namen Zuckerfest bekannt ist. Der erste Tag der Feierlichkeiten beginnt mit einem morgendlichen Festgebet in den Moscheen, an dem die Männer und Jungen der Gemeinden teilnehmen. Zu Hause wartet, anstelle eines üblichen Frühstücks, das Lieblingsgericht der Männer auf sie. Ob Huhn, Rind oder Süßspeisen – an diesem Tag werden alle Wünsche erfüllt.

Eine traditionelle Süßspeise ist das Gebäck „Baklava“, eine Blätterteigtasche, gefüllt mit Pistazien und Mandeln. Sie durfte auch beim Ramadan-Empfang in der Markthalle nicht fehlen – ein Umstand, der besonders Oberbürgermeister Patrick de La Lanne zu freuen schien. „Ich freue mich, bei dieser Feier in familiärer Atmosphäre dabei sein zu dürfen. Und es gibt Baklava – das esse ich doch so gerne“, gestand de La Lanne. Er bedankte sich bei den IGD für die gute und herzliche Zusammenarbeit der letzten Jahre. Besonders die Teilnahme an den Gottesdiensten in den Moscheen habe ihm den Islam noch näher gebracht. „Die drei abrahamitischen Religionen – Judentum, Christentum und der Islam – haben starke gemeinsame Wurzeln. Der Islam gehört ebenso zu Deutschland wie die beiden anderen Religionen“, sagte der Oberbürgermeister. Für Fremdenfeindlichkeit sei in Delmenhorst deshalb kein Platz.

Trotz der Feierlichkeiten rund um den Fastenmonat sollen während des Ramadans auch politische Aspekte nicht zu kurz kommen. Fatima Özoguz vom Bündnis für Innovation und Gerechtigkeit sagte: „Obwohl es in diesen Wochen vor allem um Spirituelles geht, vergessen wir auch politische Themen wie beispielsweise den Gaza-Konflikt nicht. Wir gedenken der Menschen dort und haben Demonstrationen organisiert“, sagte Özoguz. Das entspreche dem Grundgedanken des Fastenmonats: „Wir fühlen mit den Menschen, denen es schlechter geht als uns.“ In Delmenhorst ging der Abend schließlich mit einer kleinen Prozession zu Ende. In der ganzen Markthalle gratulierten sich die Gäste zum Ende des Ramadan, einem langen Zeitraum der Besinnung, Einkehr aber auch vieler Prüfungen.

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