Vor 25 Jahren Delmenhorst damals: Jürgen Thölke wiedergewählt

Nach den Kommunalwahlen sind jetzt in Stadt und Land die neuen Bürgermeister nominiert worden. Überraschungen blieben dabei aus, die bisherigen Gemeindeoberhäupter wurden durchweg wiedergewählt.
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Von Volkmar Friedrichs

Nach den Kommunalwahlen sind jetzt in Stadt und Land die neuen Bürgermeister nominiert worden. Überraschungen blieben dabei aus, die bisherigen Gemeindeoberhäupter wurden durchweg wiedergewählt. So heißt in Delmenhorst der Oberbürgermeister weiterhin Jürgen Thölke (SPD). Im Mittelpunkt der konstituierenden Delmenhorster Ratssitzung stand diesmal allerdings der zweite Repräsentant der Stadt, der Bürgermeister. Denn das Amt ging erstmals an die Grünen, die den 36-jährigen parteilosen Diplom-Ingenieur Edwin Otto ins Rennen geschickt hatten. Er erhielt 26 Stimmen und damit zwei Stimmen mehr, als die Koalition aus SPD, Grünen und Interessengemeinschaft Süd Sitze im Stadtrat hat. Kommunal-Urgestein Heinrich Buckmann (CDU) erhielt in Hasbergen zum fünften Mal hintereinander das Vertrauen und bleibt dort Ortsbürgermeister. Mehr als 30 Jahre ist der Landwirt nun schon auf der kommunalpolitischen Bühne tätig. Nach der Eingliederung Hasbergens in die Stadt Delmenhorst am 1. Mai 1974 wurde Buckmann am 1. Juli 1974 Ortsbürgermeister. Vorher war er von 1961 bis 1962 und von 1966 bis 1972 Bürgermeister der damals selbstständigen Gemeinde Hasbergen. In Ganderkesee bleibt Hans-Christian Schack (SPD) Bürgermeister, und auch in Hude gab es mit der Wiederwahl von Gerold Pflug (CDU) nichts Neues. Dafür aber in Harpstedt. Dort löste Heinz Nienaber (CDU) Werner Finke als Samtgemeindebürgermeister ab. In Wildeshausen trägt weiterhin Manfred Rollié (CDU) die schwere Amtskette, und die Gemeinde Dötlingen behält Harald Meyer (SPD) als ihren Bürgermeister (6./7./8./9. November 1991).


Anlässlich des Jahrestages
des November-Pogroms von 1938 demonstrierten am Sonnabend rund 200 zumeist junge Leute in der Delmenhorster Innenstadt gegen Rassismus und Fremdenhass. Die Demonstration reihte sich ein in die bundesweiten Aktionen und Demonstrationen gegen Ausländerfeindlichkeit. Die Demo startete am Stadion in Düsternort und zog von dort aus in Richtung Cramerstraße zum Standort der ehemaligen Synagoge, die während der Reichspogromnacht am 9. November 1938 in Flammen aufging. Weiter ging es durch die Fußgängerzone zur Abschlusskundgebung am Rathausbrunnen. In den Tagen zuvor hatte unter anderem auch der Gemeindekirchenrat der Delmenhorster Stadtkirche zur Solidarität mit Flüchtlingen und zu einem besseren Miteinander aufgerufen. „Mit großer Betroffenheit und Sorge“ habe der Gemeindekirchenrat „auch in unserer Stadt Stimmungen und Übergriffe wahrgenommen, die sich verstärkt gegen Ausländer, Aussiedler oder Asylsuchende richten, die jetzt unter uns leben wollen“ (9./11. November 1991).


Auch in der
Gemeinde Ganderkesee kann jetzt in öffentlichen Telefonzellen bargeldlos per Telefonkarte telefoniert werden. Die Post hat bereits einige Telefonhäuschen umgerüstet, in denen nun statt des Münzgeldes ein kleines Telefonkärtchen eingeschoben wird, das in einschlägigen Geschäften zum Preis von zwölf Mark für 40 Gebühreneinheiten oder 50 Mark für 200 Einheiten zu kaufen ist. Bis Ende 1995 will die Post übrigens bundesweit jede zweite Telefonzelle auf Kartenbenutzung umgestellt haben. Beabsichtigter Nebeneffekt und schlecht für alle Kleinganoven: Die öffentlichen Telefonapparate aufzubrechen, lohnt sich dann nicht mehr – kein Geld drin (2. November 1991).


Ein Einkaufsmarkt an
der Ecke Wiekhorner Heuweg/Alfred-Rethel-Straße in dem Wohnblock neben dem Delmenhorster Berufsschulzentrum ist in der Nacht zum Sonntag durch Brandstiftung zerstört worden. Der Gebäude- und Inventarschaden wird auf rund 450 000 Mark geschätzt. Der 35 Jahre alte Inhaber hatte das Geschäft erst vor drei Monaten übernommen. Wie die Kriminalpolizei mitteilte, war der Brand um 2.05 Uhr von einem Hausbewohner entdeckt worden, der durch Explosionsgeräusche aus dem Schlaf geweckt worden war. Er blickte aus dem Fenster und sah Qualm aus dem Einkaufsmarkt aufsteigen. Wie die Täter in das Geschäft gelangten, ist noch ungeklärt. Laut Polizei zerrten die Unbekannten Waren aus den Regalen und verteilten Bekleidungsstücke aus den Nebenräumen auf dem Fußboden. Bevor die Einbrecher durch die von innen geöffnete Seitentür zur Alfred-Rethel-Straße verschwanden, stahlen sie das Wechselgeld aus der Kasse sowie die gesamten Wochenendeinnahmen. Anschließend übergossen sie Waren und Kleidung mit Benzin und legten Feuer. Das gesamte Inventar wurde zerstört. Zur Ergreifung der Täter hat die Versicherung des Geschädigten eine Belohnung von 15 000 Mark ausgesetzt (6. November 1991).


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