Kurku fordert Sanierung von Sportanlagen

Treffpunkte für Jugendliche

In Delmenhorst gibt es noch kaum Treffpunkte für Jugendliche. Deswegen fordert Landtagsabgeordneter Deniz Kurku eine Sanierung und Verbesserung der Skatepark-Anlage und des Streetball-Feldes an den Graftwiesen.
08.03.2021, 19:10
Lesedauer: 3 Min
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Von Lina Wentzlaff

„Mir liegt vor allem am Herzen, die Delmenhorster Innenstadt wieder für Jugendliche interessant zu machen“, sagte der 16-jährige Lian Jonacha vom Max-Planck-Gymnasium noch im Dezember bei der Wahl des 13. Jugendparlaments. Und auch seine Mitstreiter waren sich einig: In der Stadt fehlen Plätze, an denen sich Jugendliche angemessen treffen können. Der örtliche SPD-Landtagsabgeordnete Deniz Kurku sieht das ähnlich. Er fordert, dass Begegnungsstätten für Kinder und Jugendliche – wie der Skatepark oder das Streetball-Feld an den Graftwiesen – von der Stadt saniert werden. Und auch Fraktionen im Stadtrat sprachen sich bei der jüngsten Sitzung des Jugendausschusses für eine Analyse der aktuellen Situation für Jugendtreffpunkte aus.

Viele Jugendliche aus Delmenhorst kennen dieses Problem nur zu gut: Wo treffen, wenn die Schule vorbei ist, Treffpunkte aber doch kaum vorhanden sind? Deswegen müssen oft auch Plätze herhalten, an denen Zusammenkünfte und Feiern gar nicht erlaubt sind. „Es ist wichtig, dass vor allem jungen Menschen Sport- und Freizeitmöglichkeiten geboten werden“, betont Kurku.

Die coronabedingten Einschränkungen seit Frühjahr vergangenen Jahres haben die Situation nicht vereinfacht. Denn ohne Schule, ohne Jugendtreff und durch den Mangel an Kontakt zu Freunden, ist die Realität für viele Kinder und Jugendliche noch viel trister und monotoner geworden. Diese Einschränkungen mögen zwar für alle gelten, aber Teenager treffen diese Maßnahmen wohl besonders hart. Gerade die Außenanlagen können da für alle eine gelungene Abwechslung bieten.

Der Park an den Graftwiesen erreicht eine Vielzahl von jungen Menschen. Sowohl die Skateranlage als auch das Streetball-Feld gehören zu zentralen Orten in der Stadt. „Ein sicherer und moderner Skatepark wäre auch ein wichtiges Signal an die Kinder, Jugendliche, aber auch Erwachsene, die das Angebot nutzen“, meint Kurku, der sich für die Sanierung der beiden Plätze einsetzt.

Denn mittlerweile ist der Skatepark in keinem guten Zustand mehr: Die Anlage selbst weise sogar eine Reihe von Unfallgefahren auf. Die Sportler und Nutzer bemängeln vor allem die Bodenbeschaffenheit. Deswegen schlägt Kurkus SPD-Fraktion eine Erneuerung durch ein Fachunternehmen vor. So sollen auch weitere Projekte mit Jugendhäusern, der Delmenhorster Kunst- und Kulturszene und Schulen ermöglicht werden.

Auch das Streetball-Feld ist ein zentraler Treffpunkt für junge Menschen. Circa fünf Jahre ist es her, dass die Sportanlage an den Graftwiesen mit einem zweiten Basketballkorb ausgestattet und umzäunt wurde. Da aber nur auf einer Seite des Spielfeldes Markierungen existieren, setzt sich die SPD-Fraktion auch dort für eine Verbesserung ein. So sollen die Bodenmarkierungen ausgeweitet werden. „Damit hätten die Spieler die Möglichkeit zu erkennen, ab welcher Abwurfweite man drei Punkte zählen kann“, erklärt Kurku. Zudem beantragen die Sozialdemokraten die Errichtung einer Beleuchtung in Nähe des Feldes, um auch in den frühen Abendstunden noch Körbe werfen zu können.

Auch die Verwaltung sieht mittlerweile Handlungsbedarf. Vor allem scheint es dort wichtig zu sein, dass ein Rückzugsort für die Jugendlichen gefunden wird, wo sich keiner an ihnen stört. „Jugendliche eignen sich im öffentlichen Raum selbstständig Flächen an, dieses Verhalten beziehungsweise die Zweckentfremdung von Außenanlagen wird oft für Erwachsene als störend empfunden und führt leider zu Beschwerden", schreibt die Verwaltung in einer Beschlussvorlage.

Da es in der Vergangenheit immer wieder zu solchen Beschwerden und zu Vandalismus kam, sehen auch die Delmenhorster Ratsfraktionen von SPD und Grünen es als klares Zeichen für einen Mangel an Angeboten für Jugendliche. Sie forderten deswegen, dass die Verwaltung aufzeigen solle, wo es in den Stadtteilen Außenanlagen für Jugendliche gibt und wo noch Bedarf besteht.

Schließlich beschloss der städtische Jugendausschuss in seiner vergangenen Sitzung, dass das Jugendparlament sowie Streetworker aus den jeweiligen Stadtteilen zu dem Thema zurate gezogen werden, um einen Mangel über das bestehende Angebot hinaus zu ermitteln.

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