Viel los beim Public Viewing Delmenhorst feiert den Achtelfinal-Sieg

Delmenhorst. Delmenhorst hupte. Was zurzeit natürlich nur eines bedeuten kann: Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft hat bei der Weltmeisterschaft in Südafrika schon wieder gewonnen. Dieses Mal erwischte es die Engländer, gleich mit 1:4 wurden sie von Özil und Co. düpiert.
27.06.2010, 21:40
Lesedauer: 2 Min
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Von Andreas D. Becker

Delmenhorst. Delmenhorst hupte. Was zurzeit natürlich nur eines bedeuten kann: Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft hat bei der Weltmeisterschaft in Südafrika schon wieder gewonnen. Dieses Mal erwischte es die Engländer, gleich mit 1:4 wurden sie von Özil und Co. düpiert. Und nach dem Schlusspfiff erhoben sich alle von den Bänken an den Public Viewing-Orten, um in die Innenstadt zu kommen. Fahnenschwenkend und dauerhupend. Selbst wer kein Fußball guckt, kann nicht überhören, wie es um die Nationalelf steht.

Und dann war es natürlich noch ein perfektes Drumherum für einen solchen Sieg. Die Partie: ein Klassiker. Das Wetter: famos. Das Spiel: eine Achterbahnfahrt. Deutschlands 2:0-Führung, der Anschluss durch Upson, die Fehler von Neuer im Tor, der nicht gegebene Treffer für die Engländer und dann diese Lehrbuchkonter in der zweiten Halbzeit. Besser geht es also gar nicht, da musste ein jedes Fußballerherz ja schneller schlagen und die Gute-Laune-Hormone ihre Partyhütchen aufsetzen. Und was gibt es Schöneres, als die Freude über einen solchen historischen Sieg (England hat bei einer Weltmeisterschaft noch nie so hoch verloren), einfach in die Welt hinauszuhupen und zu -vuvuzelern? Ebent!

Dabei war die Anspannung vor allem in der zweiten Hälfte bei den deutschen Fans zu spüren. Die Angst, dass die Engländer nach ihrem Stärkerwerden Ende der ersten Halbzeit ausgleichen, sie war spürbar. Und dann diese Unsicherheit von Neuer, sie machte die Fans nervös. Und deswegen erhielt der junge Schalke-Keeper sogar im ordentlich gefüllten Biergarten von Schierenbeck in Heidkrug Szenenapplaus, wenn er die Bälle festhielt. Als könnte er es hören und so Sicherheit erlangen. Aber manchmal ist der Applaus auch ein gutes Mittel, um die eigenen Nerven etwas zu entlasten.

Nicht ganz so einfach war das Spiel für Adrian Harley, seines Zeichens Engländer, auszuhalten. Er musste dann doch sehr leiden, vor allem in der zweiten Halbzeit. Wie versteinert blickte er auf die Leinwand, als Deutschland mit einem wunderschönen Konter von Müller und Schweinsteiger auf 3:1 erhöhte. Um ihn herum hielt es die Fans nicht mehr auf ihren Stühlen, all diese irgendwie schwarz-rot-golden geschmückten Wesen jubelten, hüpften und umarmten sich - und Harley saß da und starrte. Und nicht einmal der Kuss, den ihm Tania Fessel als Trost auf die Wange schmatzte, schien sein Gemüt noch zu erheitern. Erst brutal vom Schiedsrichter beschubst - und dann auch noch von den 'Krauts' bei einer Weltmeisterschaft ausgekontert. Es gibt Schöneres im Leben eines Briten.

Und auch im Schierenbeck'schen Biergarten wurden Briten getröstet. Nach dem 4:1 blendete die Regie ein paar rot-weiß gestreifte Fans, die Fliegerkappen auf ihren Köpfen trugen und sehr, sehr traurig guckten, ein. Ein kollektives 'Ooooooh' schallte durch Heidkrug. Ein bisschen Spott gehört auch dazu, klar, das bringt erst die rechte Würze in den Sieg.

Zentraler Treffpunkt der Freudenhuper war natürlich wieder der Innenstadtbereich, auf der Stedinger Straße und der Friedrich-Ebert-Allee lässt sich die gemeinsame Freude eben am besten ausleben. Und weil alle gut drauf waren und es keinen Grund gab, frustriert zu sein, liefen die Feierlichkeiten laut Polizei auch komplett friedlich und ohne nennenswerte Zwischenfälle ab.

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