Delmenhorster Einwohnerstatistik

Bevölkerungszahl bleibt nahezu stabil

82.000 Menschen haben ihren Haupt- oder Nebenwohnsitz in Delmenhorst. Am Mittwoch lässt sich der Ausschuss für Wirtschaft und Finanzen die neuen Zahlen der Einwohnerstatistik präsentieren.
08.03.2021, 16:42
Lesedauer: 3 Min
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Bevölkerungszahl bleibt nahezu stabil
Von Gerwin Möller
Bevölkerungszahl bleibt nahezu stabil

Die Einwohnerzahl der Stadt Delmenhorst bleibt seit Jahren relativ stabil.

STADT DELMENHORST

Die Bevölkerungszahl Delmenhorsts ist im Jahr 2020 um 0,1 Prozent sehr geringfügig gesunken. Der Ausschuss für Wirtschaft, Finanzen und zentrale Angelegenheiten erörtert am Mittwoch den aktuellen Bevölkerungsstand. Eine Auswertung der Einwohnerzahl mit Haupt- und Nebenwohnsitz in Delmenhorst ergab zum Jahreswechsel, wie in den Vorjahren, eine Zahl von knapp über 82.000. Seit rund drei Jahren könne von einer stabilen Bevölkerungszahl der Stadt gesprochen werden, so das Ergebnis eines Berichts zur Bevölkerungsentwicklung. In Delmenhorst leben rund 68.000 Einwohner mit deutschem Pass und rund 14.000 Einwohner mit ausländischer Staatsbürgerschaft. Den Ausländeranteil gibt der Bericht für Ende 2020 mit 17 Prozent an.

Die Anzahl der Minderjährigen unter 18 Jahren ist in sehr geringem Umfang um 25 Kinder und Jugendliche (0,2 Prozent) gestiegen. Dieser Zuwachs entstand durch den Anstieg der Anzahl ausländischer Kinder und Jugendlicher. Der Anteil von Kindern und Jugendlichen mit einer ausländischen Staatsangehörigkeit lag Ende 2020 in Delmenhorst bei 22,6 Prozent und lag damit deutlich über dem der Gesamtbevölkerung mit rund 17 Prozent.

Für die sehr einwohnerstarke Gruppe der 25- bis 65-Jährigen gibt der Bericht an, dass ihr Anteil an der Gesamtbevölkerungszahl geringfügig sank. Dem Zuwachs bei den ausländischen Staatsangehörigen um etwa vier Prozent stehe ein deutlicher Verlust bei den Deutschen mit rund einem Prozent entgegen. Der Ausländeranteil in dieser Altersgruppe der Erwachsenen liegt bei knapp unter 20 Prozent. Auffällig sei die schon seit längerer Zeit erkennbare Entwicklung der Verluste Deutscher bei gleichzeitigem Gewinn ausländischer Staatsangehöriger. Die Abwande­rung passiere durch Umzüge ins Umland, die Zuwande­rung erfolge aus dem Ausland und der Region. In der Altersgruppe 65 Jahre und älter kam es 2020 zu einem Zuwachs, der sich ganz überwiegend aus dem Zuwachs bei den Deutschen ergab. Der Ausländeranteil in der Altersgruppe 65 Jahre und älter lag Ende 2020 weit unter dem Durchschnitt der Gesamtbevölke­rung bei nur 5,4 Prozent.

Als interessant stuft der Bericht den differenzierenden Blick auf die älteren Menschen ein: Deutlichen Zuwächsen bei den Hochbetagten stünden deutliche Rückgänge in der Altersgruppe 75 bis unter 85 gegenüber. Diese Entwicklun­gen seien demografisch und weniger durch Zu- oder Abwanderung zu begründen. Außerdem wird auf den weiteren Zuwachs von jungen Senioren im Alter von 65 bis unter 75 Jahren im Jahr 2020 hingewiesen. „Der noch weiter zunehmende Anstieg älterer Deutscher wird in Delmenhorst durch den Zugewinn an jüngeren Einwohnern gemindert.“

Der sehr geringe Bevölkerungsrückgang der Gesamtbevölkerung im Jahr 2020 führte in den einzel­nen Stadtbezirken ebenfalls zu nur geringen Veränderungen. Zu geringfügigen Bevölkerungsverlusten kam es in den Stadtbezirken Dwoberg/Ströhen, Bungerhof, Stickgras/Annenriede, Hasport/Annenheide und Düsternort. Höhere Bevölkerungsverluste wiesen die Bezirke Adelheide/Brendel und am stärksten Deichhorst auf. Den deutlichsten Bevölkerungsanstieg wiesen die Statistiker für den Stadtbezirk Mitte aus. Auch in den Bereichen Schafkoven/Donneresch und Iprump/Stickgras kam es zu leichten Bevölkerungsgewinnen.

Differenziert man die kleinräumige Bevölkerungsentwicklung nach Staatsangehörigkeit, so ist auf­fällig, dass in allen Stadtbezirken Bevölkerungsverluste zu verzeichnen waren. Besonders hohe Verluste Deutscher wiesen die Stadtbezirke Deichhorst mit 104 Personen und Düstern­ort mit 65 Personen auf. Im Gegensatz dazu nahm die Bevölkerung ausländischer Nationalitäten in fast allen Delmenhorster Stadtbezirken zu, eine Ausnahme bildet der Bezirk Adelheide/Brendel. Der Bericht bewertet den fortgesetzten Anstieg der Personenzahl mit ausländischer Staatsangehörigkeit an der Gesamtbevölkerungszahl als Grund, dass Delmenhorst seine Einwohnerzahl nahezu stabil hält. „Verluste bei der deutschen Bevölkerung wurden nahezu durch den Zuwachs bei der ausländischen Bevölkerung kompensiert.“ Als Grund für den Rückgang bei der Bevölkerung mit deutschem Pass nennt der Bericht den Sterbeüberschuss und Wanderungsverluste insbesondere in die Gemeinden des Landkreises Oldenburg. Die Statistiker sehen darin eine Fortsetzung der Entwicklung, die sich schon seit 2018 abzeichne. Der Anteil der Ausländer an der Gesamtbevölkerung nahm auch im Jahr 2020 deutlich zu und lag Ende 2020 bei rund 17 Prozent. Die Bevölkerungsentwicklung verlief in den Altersgruppen verschieden: „Gewinne erfolgten vorwiegend in den Altersgruppen drei bis unter zehn Jahren, 65 bis unter 75 Jahren und 85 Jahren. “Nahezu stabil entwickelten sich die Altersgruppen zehn bis unter 16 Jahren sowie 18 bis unter 65 Jahren.

Info

Zur Sache

Viel Zuwanderung in 2017

In den 2010er-Jahren unterlag die Bevölkerungsentwicklung Delmenhorsts einer besonderen Dynamik. Der Rat hielt es für erforderlich, seine Bevölkerungsprognose zu aktualisieren. Dies erfolgte schon einmal im Jahr 2019. Der neue Bericht wird am Mittwoch, 10. März, ab 17 Uhr in einer öffentlichen Sitzung des Ausschusses für Wirtschaft und Finanzen, die in der Markthalle und hybrid im Internet abgehalten wird, vorgestellt.

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