Schienenanbindung für Berufspendler mit Fahrplanumstellung verschlechtert Delmenhorst verliert Zugkraft

Delmenhorst. Der neue Fahrplan mit den so viel gelobten S-Bahn-Verbindungen soll Werbung für den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) sein, die Menschen in die Züge locken und so auch gelebter Klimaschutz sein. Doch so richtig scheinen die Delmenhorster diesen neuen Fahrplan, der seit dem 12. Dezember gilt, nicht zu lieben. Unter anderem auch, weil er es nicht unbedingt an allen Stellen einfacher macht, den Zug zu erreichen.
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Von 8Andreas D. Becker

Delmenhorst. Der neue Fahrplan mit den so viel gelobten S-Bahn-Verbindungen soll Werbung für den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) sein, die Menschen in die Züge locken und so auch gelebter Klimaschutz sein. Doch so richtig scheinen die Delmenhorster diesen neuen Fahrplan, der seit dem 12. Dezember gilt, nicht zu lieben. Unter anderem auch, weil er es nicht unbedingt an allen Stellen einfacher macht, den Zug zu erreichen.

Es sind zwei Punkte, an denen sich vor allem die Bremen-Pendler stören. Der erste ist der Regionalexpress aus Oldenburg. Er fährt zurzeit um 6.02 Uhr vom Bahnhof Delmenhorst ab - und macht den ÖPNV-Ritt zumindest für diejenigen zur Herausforderung, die per Bus zum Bahnhof kommen. "Das ist ein ganz eng gestricktes Netz", erklärt Wilfried Helmbrecht, selbst engagierter Bahnfahrer. Entsprechend wandte er sich an die zuständige Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen (LNVG) - mit der Bitte, den Regionalexpress etwas später in Oldenburg losfahren zu lassen, sodass er wieder etwas später in Delmenhorst ankommt und wieder wie früher um 6.08 Uhr abfahren kann.

"So einfach ist diese Anpassung nicht", erklärt Rainer Peters, Sprecher der LNVG. "Der Fahrplan im Nahverkehr ist ein komplexes Geflecht."Zudem verweist er auf Abstimmungsgespräche wegen der neuen Fahrpläne mit den Kommunen im Februar und März dieses Jahres. Damals hätte Delmenhorst, Vertreten durch ihre Tochter VVD (Versorgung und Verkehr Delmenhorst) keine Bedenken angemeldet. Anfragen zu diesem Thema beantwortete die VVD nicht. Immerhin: Als Reaktion auf Helmbrechts Brief will sich die LNVG erneut an die Kommune wenden.

Busse kommen rechtzeitig

Dabei wurde in Delmenhorst bereits reagiert, Delbus-Chef Carsten Hoffmann wurde ebenfalls von Helmbrecht informiert. "Wir haben daraufhin intern die Messer gewetzt", sagt Hoffmann. Auf jeden Fall sei ab jetzt immer sichergestellt, dass die Buslinien mit den geraden Nummern immer so ankommen, dass es die Pendler noch in den Zug schaffen - auch wenn sie in Zukunft keine Zeit mehr für einen Kaffee im Bahnhof haben werden. "Aber selbst bei diesen Witterungsbedingungen waren 40 von 42 Fahrten rechtzeitig am ZOB", sagt Hoffmann.

Der zweite Punkt, der es den Delmenhorstern erschwert, mit der Bahn nach Bremen zu kommen, ist der Wegfall eines Halts der Nordwestbahn (NWB) in Heidkrug. Früher berücksichtigten die DB-Regionalbahnen (die es nicht mehr gibt) und die NWB von Osnabrück nach Bremen Heidkrug. Jetzt stoppt nur noch die von der Nordwestbahn betriebene S-Bahn von Bad Zwischenahn nach Bremen im Delmenhorster Osten - und die lediglich acht Mal am Tag verkehrende Nordwestbahn von Oldenburg nach Bremen, die mit ihren Heidkrug-Stopps um 4.24 Uhr, 6.24 Uhr und 8.24 Uhr nur ein bescheidenes Angebot für Berufspendler darstellt. Statt zwei regelmäßiger Zustiegsmöglichkeiten pro Stunde existiert in Heidkrug jetzt nur noch eine.

Warum die Nordwestbahn Heidkrug links liegen lässt, konnte die Gesellschaft jetzt nicht mehr beantworten. Aus der Pressestelle hieß es nur, dass sie den Halt bestimmt nicht freiwillig aufgegeben habe. Rainer Peters von der LNVG erklärt aber eine grundsätzliche Überlegung: "Wir machen Zugfahren mit schnelleren Verbindungen attraktiver. Da ist es dann ausschlaggebend, wie viele Zugfahrer von so einer Entscheidung profitieren und wie viele nicht."

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