Startschuss für Hanse-Wirtschaftskolleg Delmenhorsts Jobchancen in der Gesundheitswirtschaft

Delmenhorst. Die Zahlen klingen ein bisschen wie eine Verheißung: Mindestens 500.000 neue Jobs in den kommenden Jahren, die meisten Forscher sprechen sogar lieber von einer Million. Kein anderer Wirtschaftszweig hat so gute Wachstumsperspektiven wie die Gesundheitswirtschaft.
17.06.2010, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Andreas D. Becker

Delmenhorst. Die Zahlen klingen ein bisschen wie eine Verheißung: Mindestens 500.000 neue Jobs in den kommenden Jahren, die meisten Forscher sprechen sogar lieber von einer Million. Kein anderer Wirtschaftszweig hat so gute Wachstumsperspektiven in der Zukunft wie die Gesundheitswirtschaft - drohende Krankenkassen-Insolvenzen hin und Spardebatten im Gesundheitssystem her. Dieses Entwicklungspotenzial will die Wirtschaftsförderung Delmenhorst ausnutzen, deswegen hat sie die Initiative 'Pro Gesundheitswirtschaft' angeschoben. Mit einem Branchentreffen im Hanse-Wissenschaftskolleg wurde am Mittwoch der Startschuss gegeben.

'Es geht uns auch darum, Dauerarbeitsplätze zu sichern und welche neu zu schaffen. Und deswegen müssen wir die wesentlichen Branchen hegen und pflegen', erklärte Axel Langnau von dernWirtschaftsförderung. Sein Plan: Er will das in der Metropolregion Bremen-Oldenburg vorhandene Wissen nutzen, Kontakte zwischen Firmen und Bildungseinrichtungen herstellen.

So sollen Netzwerke und Innovationen entstehen, die Metropolregion könnte eine Vorreiterrolle einnehmen. Langnau verweist auf die in Delmenhorst bereits bestehende gute gesundheitswirtschaftliche Infrastruktur mit den beiden Kliniken, vielen Pflegediensten oder auch dem Institut für Weiterbildung in der Kranken- und Altenpflege (IWK). Alle diese Einrichtungen bringen schon Kompetenzen mit, um die drei von Langnau als Schwerpunkte definierten Themenbereiche zu bearbeiten. Zum einen ist das die Geriatrie, also die Beschäftigung mit immer älter und dabei zwangsläufig auch immer kranker werdenden Menschen, die Versorgung des ländlichen

Raumes und um Prävention.

Auch die Metropolregion spiele beim Thema Gesundheitswirtschaft deutschlandweit eine bedeutende Rolle, sagte Josef Hilbert, der an der Universität Duisburg-Essen am Institut für Berufs- und Weiterbildung einen Lehrstuhl für Berufsbildungsforschung besetzt und gestern im HWK der Hauptreferent war. Er verwies auf die Forschungen des Oldenburger Projektes Offis, in dem sich Informatiker mit technischen Lösungen für den sogenannten demografischen Wandel, also die zunehmende Veralterung der Gesellschaft, beschäftigen, in die gleiche Kerbe schlägt der an der Fachhochschule Oldenburg neu eingeführte Studiengang Assistive Technologien. In Bremen wiederum hat sich die Heimstiftung mit ihren Ideen für Reaktionen auf den demografischen Wandel hervorgetan. 'Anscheinend hat man hier im Nordwesten eine besondere Begabung, Lösungen für diese Themen zu finden', lobte Hilbert.

Diese Begabung will Langnau nutzen. Zumal die Gesundheitswirtschaft schon jetzt eine bedeutende Rolle in Delmenhorst spielt. 2700 Stellen gibt es im Gesundheits- und Sozialwesen, das ist ungefähr jeder sechste Job. 'Und das Arbeitsamt hat betont, dass es schon jetzt Probleme gibt, alle offenen Stellen mit entsprechend qualifiziertem Personal zu besetzen.' Ein Problem, das den Fachleuten zufolge auch nicht kleiner wird. Auch das soll mit 'Pro Gesundheitswirtschaft' gelingen: Arbeitnehmer für diese Stellen zu qualifizieren.

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