Kein Verständnis im DKD Klinikchef Christian Peters warnt vor "völligem Blindflug"

Zu einer Pressekonferenz hatte die Leitung des Delme-Klinikums eingeladen.
22.06.2022, 15:40
Lesedauer: 2 Min
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Klinikchef Christian Peters warnt vor
Von Gerwin Möller

Am Delme Klinikum Delmenhorst (DKD) sei die Belastung des Personals durch die Corona-Pandemie stabil. Klinikchef Christian Peters spricht davon, dass weniger als zehn Beschäftigte des Krankenhauses wegen einer Corona-Infektion ausfallen würden. Zur stationären Behandlung fänden sich unverändert um die zehn Betroffene an der Wildeshauser Straße ein. Davon befände sich zeitweise eine Person in intensivmedizinischer Behandlung, sagt Peters, der das "völlig beherrschbar" nennt. Das Haus sei zudem voll ausgelastet, bei der Weitergabe dieser Information befällt Peters sogar Freude. Das DKD könne inzwischen gut mit Corona leben.

Hygienestandards werden aufrechterhalten

Sorgen bereitet aber auch Peters ein Anstieg der Neuinfektionen. Das betrifft aktuell noch immer den Landkreis Oldenburg. Das Klinikum reagiere darauf, indem alle Hygienestandards auf höchstem Niveau eingehalten blieben. Eine Ausnahme gelte fürs Personal, Krankenhausmitarbeiter außerhalb der besonders sensiblen Bereiche brauchen statt Masken mit FFP2-Standard nur noch FFP1-Masken tragen. "Jeder, der einmal einen ganzen Tag mit FFP2-Maske gearbeitet hat, weiß diese Maßnahme zu würdigen." Das Besuchskonzept am DKD wird aufrechterhalten, Patienten können eine Person pro Tag empfangen, und die muss einen tagesaktuellen Corona-Test vorlegen können. In diesem Zusammenhang äußert Peters Kritik an der aktuellen Debatte um die Fortführung der kostenlosen Bürgertests. Peters beklagt in der gegenwärtigen Lage eine ohnehin "falsch niedrige Zahl" an positiv getesteten Menschen. Grund: Es wird nicht mehr systematisch getestet. Eine Rücknahme der Kostenfreiheit von Tests führe zu einem "völligen Blindflug", so Peters. Zum Besuch von schützenswerten Einrichtungen, wie Krankenhäusern und Heimen, dürfe der Zugang nur nach Vorlage eines aktuellen Tests ermöglicht werden, "insbesondere auch, weil die Zahlen der Neuinfektionen wieder steigen". Die Testkosten auf die Betroffenen abzuwälzen, "wäre sehr schlecht". "Ich habe kein Verständnis dafür", wird Peters deutlich.

Stadtverwaltung hofft auf Fortsetzung kostenloser Tests

Im Fachausschuss für Soziales und Gesundheit kritisierte Fachbereichsleiter Hero Mennebäck, dass wenige Tage vor Ablauf der Phase kostenloser Bürgertests noch keine Nachfolgeregelung getroffen sei, "wir hoffen, dass der Gesetzgeber noch einknickt und die Kostenfreiheit weiter gelten wird". Julia Steitz-Matiszick berichtete den Kommunalpolitikern einen Anstieg der Inzidenzwerte auch in Delmenhorst. Das feste Impfteam sei zum Reinersweg umgezogen, ein weiteres mobiles Impfteam sei gegenwärtig bei der Sommerwiese im Einsatz. Es würden überwiegend Auffrischungsimpfungen nachgefragt, lediglich aus den Reihen der ukrainischen Flüchtlinge gebe es einen Bedarf für Erstimpfungen.

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