Steigende Energiekosten Menschen mit sehr geringem Einkommen wird geholfen

Susanne Mittag (SPD) äußert sich zu den steigenden Energiepreisen und den Folgen: "Wir brauchen eine europaweite Strategie, um der Preisentwicklung zu begegnen", so die Bundestagsabgeordnete.
14.01.2022, 15:27
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Menschen mit sehr geringem Einkommen wird geholfen
Von Gerwin Möller

Die SPD-Bundestagsabgeordnete Susanne Mittag nimmt Stellung zu den steigenden Energiepreisen: „Viele von uns mussten in den vergangenen Wochen feststellen, dass es einen extremen Anstieg bei den Energiepreisen für Gas oder Strom gab." Seit Anfang des Jahres seien die weltweiten Gaspreise um rund 170 Prozent gestiegen, ähnlich sei die Lage beim – zum Teil auch aus Gas gewonnenen – Strom. "Bereits Ende des vergangenen Jahres hatte sich eine solche Entwicklung angekündigt", sagt Mittag. Ursache sei vor allem die Pandemie. Dadurch, dass der Bedarf nach Energie wieder gestiegen ist, komme es zu einer Verknappung am Markt.

Das führte auch dazu, dass kleine Versorgungsunternehmen ihre Angebote nicht mehr aufrechterhalten können und den Markt verlassen haben (wir berichteten). Unabhängig davon ob, wie auch für Delmenhorster Kunden im Falle des Stromdiscounters "Stromio" spürbar, die Kündigungen als rechtlich haltbar oder nicht angesehen werden, leiden zunächst die abgehängten Kunden, sie fallen in zum Teil sehr teure Grundversorgungsverträge. "Wichtig ist in diesen Tagen vor allem, denjenigen mit einem sehr geringen Einkommen zu helfen", sagt Mittag. Energie sei Teil der elementaren Grundversorgung von Menschen. "Deshalb ist es so wichtig, dass die Bundesregierung zügig reagiert. Die neue Bauministerin Klara Geywitz hat angekündigt, dass Wohngeldbezieher einen einmaligen Zuschuss von mindestens 135 Euro erhalten sollen", so Mittag.

Für einen Haushalt mit zwei Personen soll es danach 175 Euro geben, und für jede weitere im Haushalt lebende und berechtigte Person soll es weitere 35 Euro geben. "Voraussetzung ist, dass zwischen Oktober 2021 und März 2022 mindestens ein Monat die Berechtigung auf Wohngeld bestand." Davon würden auch die rund 1200 Wohngeldbezieher in Delmenhorst profitieren. Mittag hebt hervor, dass der Zuschuss nicht auf die Sozialleistungen angerechnet werde.

Darüber hinaus fordert die Parlamentarierin eine europaweite Strategie, um der Preisentwicklung zu begegnen. Verhindert werden müsse, dass es zu Strom- und Gassperren kommt. "Hier setze ich auch auf das Augenmaß der Energieversorger", sagt Mittag.

Im Falle der gekündigten Stromio-Kunden in der Region Delmenhorst erklärte der Energieversorger EWE, der jetzt die vom Lieferstopp des Stromdiscounters Betroffenen als Grundversorger mit Strom beliefern muss, es handele sich um eine fünfstellige Kundenzahl, die in die Ersatzversorgung fallen. "Auch diese Neukunden versorgt EWE zum aktuellen EWE-Grund- beziehungsweise Ersatzversorgungstarif", sagt Unternehmenssprecher Dietmar Bücker auf Nachfrage unserer Redaktion. Angesprochen auf Strom- und Gassperren für säumige Kunden, sagt Bücker, dass eine Versorgungsperre immer das letzte Mittel sei, um diese Kunden zur Zahlung zu bewegen. "Auch EWE nutzt dieses Mittel äußerst ungern", so Bücker. Im Interesse der zuverlässig zahlenden Kunden sei es in einigen Fällen aber unumgänglich. "Die Zahl der Strom- und Gassperrungen belief sich im Jahr 2020 auf gut 3000. Die Werte für 2021 werten wir derzeit noch aus."                           

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