Kinderhaus „Frieda“: Schützlinge wechseln in Ausbildung / Paten gesucht / Kalender auf Bürgerfest zu haben Die ersten Kinder gehen aus dem Haus

Für das maßgeblich von Hude aus unterstützte Kinderhaus „Frieda“ in Lomé, Hauptstadt des westafrikanischen Staats Togo, bricht eine neue Zeit an: Die ersten Aids-Waisen verlassen die Einrichtung, um eine Ausbildung zu beginnen. Weil zugleich jüngere nachrücken, steigt der Geldbedarf. Spenden sollen unter anderem durch einen neuen Kalender hereinkommen, aber auch Paten sind gesucht.
04.09.2013, 00:00
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Von Ute Winsemann

Für das maßgeblich von Hude aus unterstützte Kinderhaus „Frieda“ in Lomé, Hauptstadt des westafrikanischen Staats Togo, bricht eine neue Zeit an: Die ersten Aids-Waisen verlassen die Einrichtung, um eine Ausbildung zu beginnen. Weil zugleich jüngere nachrücken, steigt der Geldbedarf. Spenden sollen unter anderem durch einen neuen Kalender hereinkommen, aber auch Paten sind gesucht.

Den beiden Großen steht eine einschneidende Veränderung bevor. Zwei 16-jährige Mädchen aus dem Kinderhaus „Frieda“ im westafrikanischen Togo, das vor einigen Jahren aus einer Huder Initiative heraus entstanden ist und seitdem von Menschen aus Hude, Delmenhorst und Umgebung unterstützt wird, beginnen voraussichtlich in Kürze eine Ausbildung. Für das eine ist bereits abgemacht, dass es in eine Klosterschule wechselt und dort das Rüstzeug für eine berufliche Existenz als Schneiderin erhält. Das andere wird wahrscheinlich denselben Weg einschlagen.

Das bedeutet aber nicht nur für die beiden den Eintritt in einen neuen Lebensabschnitt. Sondern es ist auch für das Kinderhaus neu: Zum ersten Mal verlassen Schützlinge die Einrichtung, die sich um Aids-Waisen kümmert. Nachdem aus einer anfänglich noch informellen Huder Initiative heraus schließlich vor sieben Jahren das Kinderhaus in Togos Hauptstadt Lomé eingeweiht wurde, standen zunächst die Versorgung der 24 Mädchen und Jungen und ihre schulische Bildung im Vordergrund.

Nun also geht es einen Schritt weiter. Die Ausbildung soll den Mädchen zwar am Ende eine Zukunft sichern, in der sie nicht mehr auf Unterstützung angewiesen sind. Doch vorerst braucht das Kinderhaus insgesamt sogar noch mehr. Denn Unterbringung und Unterricht in der Klosterschule gibt es nicht umsonst. Und zwar nicht etwa, weil sich die beiden etwas besonders Exklusives ausgesucht hätten. „In Togo ist es noch üblich, Lehrgeld zu bezahlen“, weiß Jutta Hartrampf vom Arbeitskreis Hude/Delmenhorst innerhalb des Vereins für deutsch-afrikanische Zusammenarbeit (DAZ). Also muss das Kinderhaus für die beiden Großen noch aufkommen, bis sie beruflich auf eigenen Füßen stehen können.

Zugleich bedeutet ihr Auszug aber, dass die Plätze im Haus selbst frei werden – und natürlich wieder belegt werden sollen. Ein Fünfjähriger werde voraussichtlich im nächsten Monat neu aufgenommen, berichtet Jutta Hartrampf. Und auch, wenn einige andere der größeren Kinder wahrscheinlich noch weiter zur Schule gehen werden, bis sie einen dem Abitur entsprechenden Abschluss erreicht haben, ist absehbar, dass die Wechsel ab jetzt mit zum Leben im Kinderhaus gehören werden.

Das ist deshalb mehr denn je auf Spenden angewiesen. Denn mit den Externen wie jetzt den beiden Mädchen erhöht sich Zahl derer, die insgesamt nicht nur irgendwie durchgebracht, sondern auf ein am Ende selbstständiges Leben vorbereitet werden sollen. Der Arbeitskreis würde sich deshalb vor allem über Menschen freuen, die die Patenschaft für ein Kind übernehmen und so eine verlässliche finanzielle Perspektive sichern. 50 Euro im Monat kostet der Unterhalt. Weitere 35 werden für die Schule und als Rücklage für Krankheitsfälle benötigt. „Es gibt dort keine funktionierende Krankenversicherung“, schildert Jutta Hartrampf, „die Ärzte machen erst etwas, wenn sie das Geld dafür haben.“

Solche Behauptungen stellt sie nicht etwa nach dem Hörensagen auf. Vielmehr war sie gerade in diesem Sommer wieder auf eigene Kosten für drei Wochen in Togo. Ihr Mann Wolfram Hartrampf besuchte das Kinderhaus früher meist sogar mehrmals im Jahr. Nach seinem Tod im vergangenen Dezember verteile sich der persönliche Kontakt nun auf mehr Menschen, sagte Jutta Hartrampf. Er bleibe aber auf jeden Fall weiterhin erhalten – und damit für die Unterstützer in Deutschland auch das Wissen, was mit ihrem Geld passiert.

Das gilt nicht nur die Paten, die meist ein Mal im Jahr zu Weihnachten einen Brief von „ihrem“ Kind erhalten, sondern auch für alle, die das Kinderhaus nur sporadisch unterstützen. Eine Gelegenheit dazu bietet jetzt wieder der Kinderhaus-Kalender. Mit Fotos der Kinder versehen, wird er gegen eine Spende von zehn Euro abgegeben. Jutta Hartrampf und Bürgermeister Axel Jahnz hoffen, dass die meisten der 250 Exemplare bereits auf dem Huder Bürgerfest Abnehmer finden. Dort sind sie – nur am Sonntag – an einem Stand vor der Arztpraxis Lencer, Parkstraße 18, zu haben. Außerdem sind sie im Bürger-Service-Büro der Gemeinde erhältlich.

Kontakt: DAZ-Arbeitskreis Hude/Delmenhorst, Jutta Hartrampf, Telefon 04408/ 6935, E-Mail hartrampf@ewetel.net

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