Chor der städtischen Musikschule und Ensemble aus der französischen Partnerstadt Allonnes gaben ein gemeinsames Konzert Die Freundschaft musikalisch präsentiert

Der Begriff "Merkozy" als Ausdruck einer guten deutsch-französischen Beziehung, der Fernsehsender Arte, der täglich Dokumentationen aus beiden Ländern und in beiden Sprachen ausstrahlt und schließlich zahlreiche deutsch-französische Partnerstädte – die Freundschaft dieser Nachbarländer wird vielfach im Großen und Kleinen gelebt. Als Beispiel des Letzteren gaben der französisch singende Chor "Atelier Francais" der städtischen Musikschule (MSD) sowie die "Compagnie de l’Arc en Ciel" aus der Partnerstadt Allonnes am Sonnabend ein Konzert.
30.04.2012, 05:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Ayleen Finkenzeller

Der Begriff "Merkozy" als Ausdruck einer guten deutsch-französischen Beziehung, der Fernsehsender Arte, der täglich Dokumentationen aus beiden Ländern und in beiden Sprachen ausstrahlt und schließlich zahlreiche deutsch-französische Partnerstädte – die Freundschaft dieser Nachbarländer wird vielfach im Großen und Kleinen gelebt. Als Beispiel des Letzteren gaben der französisch singende Chor "Atelier Francais" der städtischen Musikschule (MSD) sowie die "Compagnie de l’Arc en Ciel" aus der Partnerstadt Allonnes am Sonnabend ein Konzert.

Vor dem Höhepunkt des Abends, dem gemeinsamen Auftritt beider Chöre, bildete die Delmenhorster Gruppe den Auftakt des musikalischen Ereignisses. Mit einigen neuen Liedern, aber auch etwas aus dem "alten Repertoire", wie Musikschulleiter und Dirigent Michael Müller eingangs verkündete, eröffnete die Heim-Truppe den stimmungsvollen Abend. Der folgende "deutsche Beitrag" bot Geschichten über den Monat Mai und die französische Hauptstadt Paris. Mit dem ursprünglich als Schlager bekannt gewordenen "Refrain de Paname", besingt das "Atelier Francais" ein wenig melancholisch die Stadt an der Seine. "Das Lied erzählt, was man in Paris erleben kann, wenn man etwas Melodie im Herzen trägt", erklärte Michael Müller den interessierten Zuhörern.

Das kommende Stück komme etwas humorvoll daher und besteche vor allem durch hintersinnige Sprachspiele wie Doppeldeutungen. "Über diesen Beitrag werden sich wohl hauptsächlich unsere französischen Freunde freuen, weil sie nämlich den Text verstehen", scherzte Müller über "La maman des poissons". Müller hatte im Übrigen nicht nur das Amt des Dirigenten inne, sondern fungierte darüber hinaus als Moderator und Übersetzer. Doch seine Vermutung zeigte sich später als relativ unbegründet, als bei fröhlicher Melodie die ersten wippenden Füße zu sehen waren. Es schien also egal zu sein, in welcher Sprache Texte gesungen werden.

Ein durchweg einheitliches Bild

Die kommende Stunde gehörte dann den "Chanteuren" aus dem Westen Frankreichs. Mit einheitlichen Schals bei den Damen und Einstecktüchern bei den Herren in Regenbogenfarben gaben die etwa 30 Mitglieder der "Compagnie l’Arc en Ciel" ein durchweg einheitliches Bild ab. Es folgte ein abwechslungsreiches Programm, stets untermalt von sanften Tönen am Klavier von Günter Matysiak, das die Hörer in der nicht ganz ausgefüllten Aula des Gymnasiums an Willmsstraße begeisterte.

Die romantischen Klänge, wie in der "Hymne à l’amour" oder einem Lobeslied auf die Seine, veranlassten viele Zuhörer, ihre Augen zu schließen und sich gedanklich bei strahlendem Sonnenschein in einem französischen Café in Paris wiederfinden. Doch spätestens bei "Jesu meine Freude", einem Auszug aus der Cantate 147 von Johann Sebastian Bach, kehrte das Publikum mit seiner Aufmerksamkeit zurück in die deutsche Umgebung. Der Grund dafür, dieses Stück auszuwählen, war schnell gefunden: "Wir können ja nicht nach Deutschland kommen, ohne etwas auf Deutsch zu singen", übersetzte Müller die Worte seines französischen Kollegen Dominique Daverat.

Nach einem Ausflug in die musikalischen Werke deutscher und englischer Künstler, kehrten die Gäste zurück in ihre Muttersprache und präsentierten ein Werk von Jacques Offenbach, der darin die deutsch-französische Freundschaft thematisiert und damit ziemlich genau das Motto des Abends widerspiegelte. "Offenbach wurde zwar in Deutschland geboren, hat aber viele Jahre in Frankreich gelebt und viel für dieses Land im 19. Jahrhundert getan", erzählte Daverat.

Die in diesem Stück angesprochene Beziehung zwischen diesen beiden Nationalitäten wurde anschließend auch auf der großen Bühne verbildlicht. Dort verabschiedete sich die musikalische Großgruppe von ihren Zuhörern mit zwei ausgewählten Stücken. Vom Beifall getragen, verließen die Chöre schließlich die Bühne. Auch Michael Müller zeigte sich sichtlich begeistert vom gemeinsamen Konzert. "Schön war’s", lautete sein Fazit.

Abschließend wagte er noch einen Ausblick auf die nächsten Jahre, in denen wieder zusammen gesungen werden soll. "Wir kommen euch in zwei Jahren besuchen – wenn ihr uns haben wollt, heißt das", meinte Müller und schmunzelte dabei.

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