Neue Ausstellung Raubkopien auf drei Stockwerken

Die Schüler und Hobbymaler der Malwerkstatt Delmenhorst haben sich berühmte Werke der Kunstgeschichte zum Vorbild genommen. Rund 50 Bilder sind nun bis Februar bei der Volkshochschule ausgestellt.
24.11.2021, 21:00
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Raubkopien auf drei Stockwerken
Von Gerwin Möller

Schüler der Malwerkstatt Delmenhorst haben, über drei Etagen im "Kulturhaus Wilhelm Schroers" verteilt, "Raubkopien" aufgehängt. Der Ausstellungstitel soll aber gar nicht auf eine strafrechtliche Relevanz ihrer Arbeiten hindeuten, vielmehr geht es den Kunstschülern ums Geständnis, dass sie sich für ihre etwa 50 Ausstellungsstücke berühmte Werke der Kunstgeschichte zum Vorbild genommen haben. "Maler haben schon immer von den Meistern gelernt, uns ging es gar nicht ums reine Kopieren, Aufgabe war es, durch ein Nachempfinden der ausgewählten Kunstwerke zu lernen", sagte bei der Präsentation der Ausstellung die künstlerische Leiterin der Malwerkstatt, Magdalena Jendsen-Vonsien. An den Etiketten neben den Gemälden gibt es Informationen über den ursprünglichen Künstler und den Nachahmer.

Ulrich Thalmann ist Vereinsvorsitzender der Malwerkstatt und erinnerte daran, dass es während der Corona-Einschränkungen nur möglich war, Online-Malkurse anzubieten. "Die hier gezeigten Bilder sind allesamt seit Wiederaufnahme des Präsenzunterrichts entstanden." In der Malwerkstatt fänden sich junge und ältere Kunstinteressierte wieder, Thalmann nannte das jüngste Mitglied 17-jährig, die älteste Teilnehmerin zähle 83 Jahre. "Das Alter der Schaffenden sieht man den jetzt vorgelegten Arbeiten nicht an", sagte Magdalena Jendsen-Vonsien und hob die "tollen jungen Talente" im Verein hervor. 

Ihre Vorlagen fanden die Vereinsmitglieder in Katalogen über Ausstellungen des Louvre, des Metropolitan Museum of Art oder in den Museen Worpswedes. Die Beteiligten haben sich die von ihnen ausgesuchten Werke ganz genau angeschaut und neu interpretiert. Von der Mona Lisa über die Seerosen von Monet bis zu Picasso – nachgeahmt finden sich ihre so entstandenen Werke, zum Beispiel in verändertem Format, mit neuer Farbgebung, in einem anderen Malstil oder mit Auslassungen, ab Freitag in den Fluren der Volkshochschule auf dem Nordwolle-Gelände. Geboten wird eine bunte Reise durch die Kunstgeschichte.

Die Malwerkstatt Delmenhorst ist ein gemeinnütziger Verein, der 2015 gegründet wurde. Zuhause ist der Verein an der Lessingstraße, wo sich die Atelier- und Galerieräume befinden. Die Mitglieder sind Erwachsene und Jugendliche, die sich zusammengefunden haben, um ihr Hobby – die Malerei – auszuüben und auszubauen.

VHS-Geschäftsführer Jürgen Beckstette wies auf eine gute Zusammenarbeit mit der Malwerkstatt hin, die bis Februar geplante Schau sei nicht die erste Ausstellung des Vereins bei der VHS. Es sei aber die erste Ausstellung, seit der Namensgebung des Kulturhauses nach Wilhelm Schroers, 1946 Gründer des Volksbildungswerkes Delmenhorst als Vorläufer der VHS Delmenhorst. Bilder seien Ausdruck einer universellen Weltsprache, so Beckstette, der das hohe Niveau der ausgestellten Werke würdigte.

Die Ausstellung kann montags bis freitags in der Zeit von 10 bis 20 Uhr unter 3G-Regel besucht werden, ausgenommen ist die Schließzeit der Volkshochschule zum Jahreswechsel. Besucher haben ihren 2G-Nachweis oder den tagesaktuellen Test (kein Selbsttest) mitzuführen.

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