Katholischer Hilfsdienst

Die Malteser kommen

Bislang war Ganderkesee für den Malteser Hilfsdienst nur ein weißer Fleck auf der Landkarte. Doch das soll sich im kommenden Jahr grundlegend ändern.
03.12.2014, 00:00
Lesedauer: 3 Min
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Die Malteser kommen
Von Jochen Brünner
Die Malteser kommen

Dienststellenleiterin Heike Walter will die Fahne der Malteser jetzt auch in Ganderkesee hissen.

Jochen Brünner

Bislang war die Gemeinde Ganderkesee für den Malteser Hilfsdienst nur ein weißer Fleck auf der Landkarte. Doch das soll sich im kommenden Jahr grundlegend ändern. Die Delmenhorster Dienststellenleiterin Heike Walter, die selbst in Ganderkesee lebt, will nicht weniger als vier große Projekte in der Ganter-Gemeinde anschieben – von der Gründung einer Jugendgruppe bis hin zu einem Besuchsdienst und Flüchtlingsarbeit.

Die Gemeinde Ganderkesee und die Stadt Delmenhorst tun sich mitunter bekanntlich etwas schwer miteinander. Auch die Delmenhorster Dienststelle des Malteser Hilfsdienstes hat sich bislang eher auf die Arbeit innerhalb der Stadtgrenzen konzentriert, als über den Tellerrand zu blicken. „In der Breitenausbildung waren wir zwar auch bislang schon vereinzelt in Ganderkesee aktiv. Aber nun wollen wir feste Strukturen aufbauen“, sagt Heike Walter, die die Delmenhorster Dienststelle seit zwei Jahren leitet. Helfen sollen dabei unter anderem auch die Kontakte zur katholischen Gemeinde.

Als erstes wollen die Malteser Anfang des Jahres damit starten, in Ganderkesee einen Besuchs- und Begleitdienst für Senioren aufzubauen. Unter dem Motto „Eine Stunde Zeit schenken“ geht es dabei nicht um Botengänge oder um Betreuung kranker Menschen. Ziel der Aktionen sind ältere, gesunde Menschen, die sich darüber freuen würden, einen Gesprächspartner zu haben oder jemanden, der sie etwa zum Gottesdienst oder in ein Konzert begleitet. Dafür suchen die Initiatoren nicht nur ehrenamtliche Helfer, die Lust haben, Besuche zu übernehmen, sondern auch Senioren, die sich über entsprechende Gesellschaft freuen würden. Das Angebot soll für die Senioren kostenlos sein, auch die Ehrenamtlichen bringen ihre Leistung unentgeltlich ein, wobei ihnen der Malteser Hilfsdienst gegebenenfalls die Spesen (etwa Fahrtkosten) erstattet. Zudem erhalten die Helfer eine Erste-Hilfe-Grundausbildung und die Möglichkeit, an Fortbildungen teilzunehmen. Regelmäßige Treffen untereinander sollen dem Erfahrungsaustausch dienen.

Ein weiteres Vorhaben soll ab Februar 2015 der Aufbau einer interkommunalen Jugendgruppe sein, der sowohl Delmenhorster als auch Ganderkeseer Jugendliche angehören können. Das neue Jugendleiterteam um Desiree Wicht und Marcel Schneider will die Gruppe auf vier Säulen stellen: Lachen, Helfen, Lernen und nicht zuletzt der katholische Glaube stehen im Mittelpunkt der Aktivitäten. „Da geht es nicht so sehr um Katastrophenschutz und Sanitätsdienste, sondern darum, gemeinsam Spaß zu haben und die Freizeit miteinander zu verbringen“, verdeutlicht Walter den Anspruch. Gegenwärtig unterhält die Malteser-Jugend in Deutschland rund 600 Gruppen.

Das dritte Projekt soll sich in der zweiten Jahreshälfte 2015 mit der Flüchtlingsarbeit beschäftigen. „Die Idee ist, Flüchtlinge aus ihrem Alltag zu holen“, sagt Walter. Während die Erwachsenen etwa zu Ersthelfern ausgebildet werden könnten, könnten Kinder ab dem vierten Lebensjahr in das Programm „Abenteuer helfen“ einsteigen, das von der Versorgung von Verletzungen bis zu Fragen der Zivilcourage altersgerecht ein breites Programm bietet.

Schließlich wünscht sich die Dienststellenleiterin, den Schulsanitätsdienst, den die Malteser inzwischen erfolgreich am Max-Planck-Gymnasium in Delmenhorst installiert haben, auch am Gymnasium Ganderkesee zu etablieren. Die ersten Gespräche seien bereits geführt, und Anfang kommenden Jahres sollen auch andere allgemeinbildende Schulen in Ganderkesee diesbezüglich angeschrieben werden.

Auftakt der Malteser-Aktivitäten in Ganderkesee ist ein „Matinee-Gottesdienst“ am Sonnabend, 6. Dezember, um 17 Uhr in der St.-Hedwig-Kirche. Geht es nach Heike Walter, soll auch die Matinee-Veranstaltung ein Mal monatlich zur festen Einrichtung werden, wenn auch eher am späten Vormittag. Geplant sei, sich eine Stunde der Kultur, etwa einem kleinen Konzert, zu widmen und anschließend gemeinsam Mittag zu essen.

Weitere Informationen gibt es bei Heike Walter unter Telefon 0 42 21 / 1 70 06 oder per E-Mail an heike.walter@malteser.org.

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