DELMENHORSTER KURIER VOR 25 JAHREN Die Musikschule nullt und feiert mit „Anatevka“

Vor einem Vierteljahrhundert fieberte das neue Kollegium der Integrierten Gesamtschule dem Start der neuen Schule entgegen. Während eine andere Bildungs- und Kultureinrichtung 20 wurde: die Musikschule.
28.04.2019, 07:00
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Von Volkmar Friedrichs

Nach den Sommerferien nimmt in Delmenhorst im Pestalozzi-Schulzentrum die Integrierte Gesamtschule ihren Betrieb auf. Inzwischen sind schon fast alle der 106 Plätze vergeben. Die Anmeldungen verteilen sich über das gesamte Stadtgebiet, teilt Wolfgang Hunneshagen, der Leiter der Planungsgruppe, mit. Dabei entfallen 60 Prozent auf Jungen und 40 Prozent auf Mädchen. Ausländische Kinder seien laut Hunneshagen eher unterdurchschnittlich repräsentiert. Nach Erfahrungen anderer Städte spiele sich das aber in einigen Jahren ein. Da der Ganztagsbetrieb der Gesamtschule für Kinder und Eltern neu ist, soll die Schulzeit bis zu den Herbstferien zur Eingewöhnung genutzt und die Kinder langsam daran herangeführt werden, den ganzen Tag in der Schule zu verbringen. In den ersten beiden Jahren, in denen die Schülerzahl noch nicht so hoch ist, wird für die Mahlzeiten eine vorübergehende Mensa eingerichtet. Das Essen liefert das Rote Kreuz. Das Lehrerkollegium setzt sich ausschließlich aus Pädagogen zusammen, die sich freiwillig gemeldet haben (29. April 1994).


Großfeuer an der Bundesstraße 213. Auf dem Hof Iben in Strudthafe ist eine offene Feldscheune, die teilweise als Remise genutzt wurde, abgebrannt. Auch ein Trecker, ein Anhänger und verschiedene landwirtschaftliche Geräte wurden dabei vernichtet. Außerdem gingen rund 250 Zentner Stroh in Flammen auf. Die Kriminalpolizei Delmenhorst schätzt den Schaden auf insgesamt 200 000 Mark. Die Brandursache sei noch unbekannt, Anhaltspunkte für Brandstiftung gebe es nicht. Die Familie Iben war kurz nach Mitternacht durch Knallgeräusche aufgeschreckt worden und hatte die Feuerwehr alarmiert. Noch bevor die freiwilligen Wehren aus Havekost und Ganderkesee eintrafen, konnte die Familie 25 Rinder, die in einem mit der Scheune verbundenen Stall untergebracht waren, ins Freie treiben. Beim Eintreffen der ersten Wehrmänner brannte die Scheune bereits lichterloh. Da ein Übergreifen der Flammen auf einen angrenzenden Stall mit circa 100 Kälbern drohte, wurde auch noch die Feuerwehr Bergedorf alarmiert (29. April 1994).

Die Musikschule sei ein unverzichtbarer Bestandteil des Delmenhorster Kulturlebens, sagte Oberbürgermeister Jürgen Thölke im großen Sitzungssaal des Rathauses. Die Stadt hatte dorthin zu einem Empfang anlässlich des 20-jährigen Bestehens der Musikschule Delmenhorst (MSD) eingeladen. Die Erfolgsgeschichte der MSD sei nicht zuletzt ein Verdienst ihres Leiters Helmfried Röder, der vor 20 Jahren mit zwei Honorarkräften mit dem Musikunterricht angefangen hatte. „Heute sind bei der MSD 45 Lehrkräfte, davon 15 hauptamtlich, beschäftigt“, fügte Thölke hinzu. Der Oberbürgermeister erinnerte auch an die damalige Bürgermeisterin und Kulturausschussvorsitzende Gertrud Steffen, die sich für die Gründung der Musikschule eingesetzt hatte ebenso wie Willi Schramm als damaliger Kulturdezernent. Nach dem Empfang am Vormittag ging am Abend zum 20-jährigen Bestehen im restlos ausverkauften Kleinen Haus noch einmal der Vorhang für „Anatevka“ hoch, für das Musical, das wohl als eines der erfolgreichsten in die Geschichte der MSD eingehen wird (30. April / 3. Mai 1994).


Statt Bargeld erhalten in Delmenhorst Asylbewerber künftig Wertgutscheine. Das betrifft im Wesentlichen Asylbewerber, die sich noch kein Jahr in Deutschland aufhalten. Damit setzt die Stadtverwaltung das Asylbewerberleistungsgesetz um, das die Ablösung des Bargeldprinzips durch Sachleistungen oder Gutscheine vorsieht. Neben den Wertgutscheinen gibt es aber auch einen kleineren Bargeldbetrag für den persönlichen Bedarf und für Waren, die nicht per Wertgutschein bezogen werden können (3. Mai 1994).

Nach siebenjähriger Planung hat Bookholzberg nun seinen Dorfplatz. Es ist der Platz vor dem „Schwarzen Ross“ und soll künftig „Lindenplatz“ heißen. An der Einweihungsfeier mit buntem Programm nahmen einige Hundert Bookholzberger teil. Eine große Namenstafel „Lindenplatz“, gestiftet vom Orts- und Heimatverein, war auch schon vorhanden. Bürgermeister Hans-Christian Schack erinnerte daran, dass die Gemeinde Ganderkesee vor sieben Jahren durch den Kauf der damals leer stehen Gaststätte „Zum schwarzen Ross“ verhindert habe, dass dort Glücksspiel und Sex Einzug hielten (3. Mai 1994).


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